Als großer Fritz-Wunderlich-Verehrer hörte ich die Stimme Gundula Janowitz' schon vor langen Jahren auf der Schöpfung - Aufnahme mit Karajan. Und nun: Romantik vom Feinsten. Über Richard Strauss kann man verschiedener Auffassung sein - lange Diskussionen mit einem Bekannten, ob Strauss die Musikgeschichte entscheidend weitergebracht habe . . . Ist dies hier die angemessene Frage?
Die Musik Straussens verlangt hinströmende Stimmen mit langem Atem, feinste Schattierungs- und Differenzierungskunst, welche hier in hohem Maße vorhanden ist. Dazu kommt Janowitz' eigenes, spezifisches, innig und warmes, klar leuchtendes Timbre, welches sich mit einem großen Orchester mühelos verbindet und noch darüber strahlt.
All dies sind Voraussetzungen die diese Aufnahme zu einem uneingeschränkten Genuß erheben. Wer noch Sinn für einen Musikabend im eigenen Wohnzimmer hat, wird hier nicht nur ein oberflächliches Gänsehaut-Feeling erleben, sondern einer tief empfundenen und blühend-farbigen Interpretation lauschen und begeistert sein.
Ich bin es jedenfalls.