Der Fischer Nolan (Richard Harris in einer seiner eindringlichsten Rollen) möchte eigentlich nur etwas Geld machen um sich und seine Crew über Wasser zu halten. Die ertragreichste Gelegenheit ist es, einen Orca zu fangen. Aber statt wie geplant das Orca-Männchen zu harpunieren erwischt er versehentlich dessen trächtiges Weibchen. Dieses erleidet nicht nur an Deck eine Fehlgeburt, sondern hat sich auch schwer verletzt. Das Orca-Männchen sieht das Geschehen und vor allem, wie das tote Kalb von Deck gespült und seine Gefährtin halbtot ins Wasser abgeschnitten wird. Von da an gibt es für das Tier nur einen Lebensinhalt... sich zu rächen bis zum letzten Atemzug...
- Ungeachtet, dass der Film vielleicht jetzt nicht DIE Spezialeffekte hat, so muss man doch bedenken, dass er von 1977 ist. Im Übrigen kann man wohl ein großes Lob an den Tiertrainer aussprechen, wo Jaws nur aus Mechanik bestand... Gut, er hat einige logische Fehler, allerdings: Welcher Film hat das nicht. Auch das eigentliche Vorbild Jaws hatte ähnliche Fehler. Orca übertrifft sein Vorbild um LÄNGEN, insbesondere was die Charakterisierung sowohl Nolans als auch des Tieres angeht.
Nolan als auch das Tier sind mehr als tragische Elemente. Beide haben ihre Gefährtin und ihr Kind verloren. Jeder geht anders mit Trauer um. Während hier unbekannt ist, wie lange und wie Nolan nach dem Unfall getrauert hat, ist jedoch dargestellt, dass er seine Melancholie oder jugendliche Art, wie im Film erwähnt wird, eigentlich nur mit dieser überspielt. Sein Leben ist genauso vorbei, wie das des Wals, der seinen Schmerz in Rache ertränkt. Während Nolan nur noch Galgenhumor zum Ende hin hat, weiß er, dass er wie Ahab und sein Gegner Moby Dick nicht zurückkehren wird. Beide sind keine seelenlosen Killer. Der Wal ist von Trauer zerfressen, er hat keine anderen Lebensinhalt als sich seiner Nemesis zu stellen. Um sein Ziel zu erreichen, muss er über Leichen gehen, an denen Nolan etwas liegt. Nolan hingegen hatte nie die Absicht einen Orca zu töten. Es war ein tragisches Versehen. Ohnehin zeigt er durchaus Verständnis für den Orca und kann ihn nicht erschießen, als sich die Gelegenheit dazu bietet.
Gespickt ist der Film immer wieder mit einem der dramatischten Scores der Filmgeschichte, der wunderbar zum Film passt und ihn ergänzt. Dass die Fischer Nolan geradezu in die Ecke drängen, ist ebenso verständlich. Der Wal hätte nicht aufgehört, das Dorf zu terrorisieren und hat den Fischern den Lebensunterhalt genommen. Da ist es unerheblich, ob das Ganze fahrlässig oder nicht passiert ist...
Bild und Ton der DVD entsprechen dem Alter des Films und sind anhand der vorliegenden Low Budget DVD nicht anders zu erwarten gewesen. Wer den Film kauft, verkauft sich aber auf keinen Fall...