"Orc Stain" ist die aktuelle Serie des amerikanischen Zeichners James Stokoe,der sein Debut mit der Heftserie "Wonton Soup" für den Verlag Oni Press gab. Wie schon diese Serie ist auch Orc Stain reichlich abgedreht und handelt von einem Außenseiter,der nicht in seine Welt passt. Diese ist hierbei eine Welt von vor mehreren Millionen Jahren,in der es statt menschlicher Zivilisation eine Art Orc-Zivilisation gegeben haben soll. Akzeptiert man diesen Quatsch einfach mal so,kann der Comic durchaus Spaß bereiten. James Stokoe textete,zeichnete,letterte und colorierte ihn komplett alleine. Hierbei erweist er sich in jeder dieser Schritte als kompetent. Zuerst fallen einem die ungewöhnlich grellen Farben auf. James Stokoe ist ein wahnsinnig guter Colorist,der seine detailreichen Wimmelbilder ungewöhnlich und mit hohem Wiedererkennungswert einfärbt. Hierbei spart er Gelb als Farbe komplett aus. Die Zeichnungen selber sind superindividueller schierer Underground und sicher nicht für jede Art von Story geeignet. Bei dieser Art Erzählung zwischen Fantasy und Barbarencomic mit mehr als einem Schuß krudem Underground gepaart funktionieren die Zeichnungen aber sehr gut. In dieser Welt wimmelt es von seltsamen,oft deformierten oder zurückgebliebenen,meist eklig schleimigen Lebensformen,die über den Boden kriechen,die Luft,die Höhlen oder das Erdreich bevölkern. Die Story selbst dreht sich um den Außenseiter,der meist "One Eye" genannt wird.
Jener Orc bestreitet seinen Lebensunterhalt als eine Art Safeknacker für den grausamen Boss einer lokalen Gang. Die "Safes" sind in dieser Welt meist irgendwelche Lebewesen,deren Inneres als Speicherraum für Wertsachen mißbraucht wird. "One Eye" hat noch jeden Panzer geknackt,und obwohl er noch jung und neu im Metier ist,eilt ihm sein Ruf voraus. Der mächtige Orc-Zar hat Interesse an "One Eye",was diesem aber gar nicht behagt. Er hat auch mächtig Ärger am Hacken: Ein Typ namens Pointyface will ihn tot sehen und mobilisiert die halbe Orc-Stadt gegen ihn. Er steht allein gegen eine Übermacht,nur bewaffnet mit seinem Allzweckhammer...aber mit diesem ist er nahezu unbesiegbar....
Das erste amerikanische Tradepaperback beinhaltet die ersten fünf Ausgaben der laufenden Serie und bietet herrlich übertriebenen,knallgrellbunten Trash mit einer Explosion an abgedrehten Ideen. Bodenständig ist hier aber auch gar nichts. Nur für Liebhaber kruden Undergrounds geeignet.