Hier ist nur vor dem ersten sprayen die Hilfe von Erwachsenen gefragt. Dann geht alles ganz einfach.
Inhalt:
Kompressor, Stromkabel, Luftschlauch mit Spritzpistole bzw. Patronenhalter.
Rote, gelbe, blaue und schwarze Farbe - ein bisschen dürftig, finde ich. Grün und Pink oder Lila hätten ruhig auch dabei sein können.
Schablonen: 5 Bögen Din A5 mit Skater und Surferthemen, Blumenranken, Sternen, Peacezeichen, Graffities usw. Also was für Jungs und Mädchen dabei. Schade dass die Motive nicht größer sind.
Eine richtig tolle Bedienungsanleitung, die ihren Schwerpunkt jedoch auf Inspiration setzt. Es wird die Verwendung der Schablonen gezeigt, aber auch gezeigt, dass ALLES was man auflegt und besprüht zum Gestalten geeignet ist: Gardinenstoffe, Steine, Federn, Konfetti, gerissene und geschnittene Schablonen etc. auf diese Weise ist der Fantasie keine Grenze gesetzt, denn in jedem Baumarkt gibt es irgendwelche Stencil-, Tattooschablonen etc., auch Revell selbst bietet laut Anleitung noch Zusatzpackungen an (StarWars, Cool Graffiti, Mystery Aliens, Power Flowers, Dreamhorses...) und wem das nicht genügt, greift selbst zur Schere oder zum Cutter.
Vorbereitung:
Zunächst kommt Orbis 30000 in einem schicken Karton daher, mit Sichtfenster. Das Auspacken ist ein bisschen Gefummel.
Beim Aufstecken des Schlauches sollte ein Großer helfen und auch beim Einstecken der Farbpatronen. Sie sehen wie Tintenroller aus und müssen fest in der Pistole sitzen, damit alle Luft durch die Düse vorne heraus kommt und so die Farbe mitnehmen kann.
Sehr praktisch, finde ich, weil keine Auslaufgefahr besteht und die Füller auch ein Runterfallen ohne Schaden wegstecken.
Jetzt nur noch Stecker in die Steckdose und es kann losgehen.
Zuerst sollte man jedoch den Arbeitsplatz mit Zeitung abdecken - eine aufgeschlagene Tageszeitung reicht aus und kleine Gegenstände zum Beschweren der Schablonen bereit legen (Kieselsteine?).
Praxistest:
Der Kompressor ist vom Geräusch her zu vergleichen mit einem lauten Elektrorasierer. Er stand absolut sicher auf meinem Schreibtisch. Kabel und Luftschlauch sind ziemlich lang, sodass man viel Bewegungsfreiheit hat.
Früher hat man Schablonen ausgeschnitten und mittels Sieb und Zahnbürste Farbe aufgespritzt.
Heute hat man lasergeschnittene Kunststoffschablonen, einen Kompressor und Tintenpatronen zum Spritzen.
Die Technik ist aber die Selbe. Wo etwas auf dem Papier liegt, kommt die Farbe nicht hin.
Die fortgeschrittene Technik, heißt dann Siebdruck ( s. Andy Warhol, Popart).
Also Motiv planen, Schablonen auflegen, beschweren und evtl. um die Schablone herum und die anderen, nicht gebrauchten Motive auf dem Bogen abdecken. Jetzt Finger auf das Loch oben an der Pistole auflegen und so die Luft dazu zwingen durch die Düse auszutreten - und es spritzt und zwar sehr fein und nicht mit zu viel Druck, sodass man gleich gute Ergebnisse erzielt.
Die Farbe trocknete auf dem Papier sehr schnell. Sie ist von den Plastikschablonen gut abwaschbar, haftet aber etwas hartnäckiger an den Fingern, sodass ich denke, dass sie sich auf dem Papier nur noch bedingt anlösen lässt.
Eignung:
Wenn nur Blumen und Gräser, Federn, Schnibbel etc. eher experimentell besprüht werden sollen, könnte ich mir auch jüngere Kinder, ab 6 Jahre, mit dem Orbis vorstellen, falls ein Erwachsener beim Patronenwechsel hilft.
Sollen bestimmte Motive umgesetzt werden, wird die Sache komplizierter. Dann ist 8 Jahre wirklich die Untergrenze.
Nach oben hin würde ich keine Altersgrenze setzen, denn auch erwachsene Ideen können umgesetzt werden (leider können keine weiteren Produktfotos hochgeladen werden). Das reicht von künstlerischem Gestalten bis hin zur Wanddeko.
In der Anleitung werden ein paar Anregungen für die Verwendung Orbismotive gezeigt: Briefpapier und Umschläge gestalten, Ordner, Sammler und Schulhefte verzieren, Geschenkpapier, Schmuckpapier, Bilder und CD-einleger gestalten.
Mit den entsprechenden, zukaufbaren Tattoosets kann der Orbis auch Tattoos sprühen.
Kritik:
Neben der etwas sparsamen Ausstattung hat mich die Konstruktion der Sprühpistole ziemlich genervt. Im Innern gibt es einen Dichtungsring, der nicht befestigt ist und sich sehr leicht verabschiedet. Er steckt dann irgendwo in der Pistole und verhindert das korrekte Einsetzen der Patrone. Oder man kriegt die Patrone zwar in die Halterung, aber durch die fehlende Abdichtung tritt die Luft auch nach hinten aus und hat dann zum Spühen nicht mehr genug Kraft.
Das Herauspuhlen der Dichtung und das Einsetzen in die Röhre, ist ziemlich fummelig und braucht Zeit und Geduld.
Hier müsste dringend nachgebessert werden.
Fazit:
hochwertiges (bis auf den Dichtungsring) "Spielzeug", für viele kreative Ideen.