Wenn man orange and blue das erste mal anhört, dann wird man zunächst überrascht sein, wie nah sich Al Di Meola scheinbar an Pat Metheny angenähert hat. Die CD entstand, als der Eindruck von Methenys Secret Story immernoch tief war und Meola, als einer der weltbesten Jazzgitarristen, wollte offensichtlich auch mal eine extrem durcharrangierte Platte abliefern. Doch wenn man näher hinhört, wird man signifikante Unterschiede bemerken. Wo Metheny immer bemüht ist, die Hörbarkeit zu erhalten, hat Meola kein Problem der Virtuosität Vorrang zu geben oder noch ein paar Ideen mehr einzubauen, als nötig. Damit wird die CD anstrengender anzuhören, fordert aber auch die Aufmerksamkeit, was sicherlich absichtlich geschieht. Meolas Stil geht bei allem Arrangement und der Annäherung an die Massenmusik (soweit man das bei Jazz so nennen kann) keineswegs verloren. Sowohl die Weltmusikelemente als auch das Gitarrenspiel sind unverkennbar aus seiner Hand. Und das sind wohl auch die Stärken dieser Platte. Al di Meola hat einen Ruf zu verteidigen und dies macht er mit Links - er zählt sicherlich zur Top Five der momentanen Jazzgitarristen. Allerdings halte ich es für unnötig, es in jedem Stück zu zeigen, denn nicht immer sind 64tel Arpeggios oder Ähnliches angebracht. Ein wenig mehr Musikalität statt Virtuosität ist es, was dieser CD fehlt um in die Jazz-Geschichte einzugehen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)