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Das Orakel vom Berge. Science Fiction Roman. [Broschiert]

Philip K. Dick
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

Januar 2000
'Dicks bester Roman und ein Höhepunkt der modernen Science Fiction.' RECLAMS SCIENCE-FICTION-FÜHRER.

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Produktinformation

  • Broschiert: 285 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Januar 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404241177
  • ISBN-13: 978-3404241170
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 775.502 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Das Orakel vom Berge bedeutete für Philip K. Dick den schriftstellerischen Durchbruch -- und zwar nicht nur innerhalb des SF-Genres. Das Buch dient noch heute als Paradebeispiel für die vielen Bücher, die sich mit den etwaigen Folgen eines Sieges Hitlers im Zweiten Weltkrieg beschäftigen. Jedoch legt der Autor hier eher Wert auf die individuelle Welt der Hauptcharaktere als auf die globale politische Lage.
So bricht zum Beispiel für Robert Chandler, einem in San Francisco -- unter japanischer Jurisdiktion stehend wie auch die übrige Westküste -- lebenden Antiquitätenhändler, gleich zu Beginn eine Welt zusammen: Die bei den japanischen Besatzern so beliebten authentischen amerikanischen Kunstgegenstände, Haupteinnahmequelle Chandlers, stellen sich teilweise als Fälschungen in beinahe schon industriellem Ausmaß heraus; öffentlich bekannt, würde das seinen Ruin bedeuten.
Wie viele seiner Landsleute hat sich auch Chandler den Umständen nach dem Krieg angepaßt, und so gehören sowohl die japanischen Wertevorstellungen als auch das I Ching (eine Art Orakel mit jahrtausendealter Tradition) untrennbar zu seinem Leben. Und ebenso wie die Masse der Amerikaner hat er den Glauben an sich selbst verloren, buckelt vor den Japanern und sieht sich, verglichen mit ihnen, nur als Barbar. So verwundert es nicht, daß ein Buch, das sich mit einem Sieg der Allierten und seinen Folgen auseinandersetzt, zum allgemeinen Gesprächsstoff wird.

Dieses Buch benutzt Dick als Mittel, um eine weitere alternative Geschichte zu entwickeln -- denn die Geschichte des Buches ist keineswegs die unsere. Chandler bildet zwar einen Knotenpunkt, auf den die meisten der zahlreichen Handlungsstränge früher oder später treffen, jedoch steht er keineswegs im Mittelpunkt. So beschäftigt sich Dick auch mit Mr. Togomi, einem hohen japanischen Beamten, der unfreiwillig in eine politisch überaus prekäre Lage gerät und für den schließlich auch eine Welt zusammenbricht.

In all dies eingebunden ist noch die verworrene Situation im Nazi-Deutschland nach dem Tod des Führers sowie innenpolitische Kämpfe, die das Schicksal der ganzen Welt beeinflussen können. Und wie so oft in Dicks Büchern lautet die Frage am Ende: Was ist Illusion und was Realität?

Urteil: Selten fiel mir die Bewertung eines Buches so schwer wie im vorliegenden Fall, denn obwohl der literarische Anspruch über jeden Zweifel erhaben ist, mangelt es Dick an der Fähigkeit, den Leser zu fesseln -- jedenfalls in meinem Fall.

Das immer wiederkehrende Motiv der in Frage gestellten Wirklichkeit sowie die teils seitenlangen philosophischen Passagen erschweren das Lesen, und auch die zeitweise recht künstlich wirkenden Dialoge tragen nicht gerade zum Lesefluß bei.

Auf der anderen Seite jedoch kann man dem Buch eine gewisse Faszination nicht abstreiten, zu plastisch und glaubwürdig schildert Dick die Zustände im unter japanischem Einfluß stehenden San Francisco, und zu geschickt verknüpft er die einzelnen Handlungsstränge. Sein Kunstgriff mit dem Buch im Buch, aber auch die Einbindung des I Ching verleihen dem Orakel vom Berge ein ganz besonderes Flair. Liebhaber der seichten Unterhaltung werden nicht auf ihre Kosten kommen -- allen anderen sei es aber ans Herz gelegt. --Oliver Faulhaber -- carpe.com


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von callisto TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Was wäre, wenn Roosevelt 1933 nicht erschossen worden wäre? Hätte der Zweite Weltkrieg dann vor 1947 geendet und hätten vielleicht die Achsenmächte und nicht Deutschland und Japan den Krieg gewonnen und die Welt unter sich aufgeteilt? Diese Frage stellt sich der Autor Hawthorne Abendsen in seinem Roman "Schwer liegt die Heuschrecke", der in Festung Europa natürlich verboten ist, in den japanisch besetzten Gebieten und in der neutralen, kleinen, amerikanischen Pufferzone zwischen dem deutschen und japanischen Besatzungsgebiet jedoch ein Bestseller ist.

Großteils ist dieser Roman von Philipp K. Dick ein klassischer alternate history Roman, der natürlich das, besonders in den 1960er Jahren noch heiße Thema Nazideutschland behandelt. Dabei werden leider sämtliche damals herrschende Vorurteile und Klischees über Deutsche bedient: Zyniker, Perfektionisten, seelenlos, überheblich, blond '

Nebenbei scheint Philipp K. Dick auch ein Fan von James Joyce gewesen zu sein und versucht verzweifelt, seinen Ulysses zu imitieren. Er beschreibt wenige Tage in dieser Welt aus verschiedenen Blickwinkeln an verschiedenen Orten. Ihre Handlungen beeinflussen einander, auch wenn sie sich nie begegnen. Die Handlungen sind dabei teilweise einfach nur trivial.
Mr. Frink, Jude, geschieden, verliert seinen Job und macht mit einem ehemaligen Kollegen ein Schmuckatelier auf.
Frinks Ex-Frau Juliana Frink, Judolehrerin in der Pufferzone, lernt einen attraktiven Italiener kennen und geht mit ihm auf Reisen
Rudolf Wegener, deutscher Agent, nimmt Kontakt zur japanischen Seite auf.
Robert Childan, 38 Jahre alt, Kunsthändler echter amerikanischer Vorkriegskunst, entdeckt in seinem Sortiment Fälschungen.
Mr. Tagomi und seine Frau, Kunden von Robert Childan.

Dafür bedient sich der Autor umso mehr des inneren Monologs und schreibt zum Großteil auch den Text in dieser Sprunghaften, abgehackten Weise.

Warum nur, ist dieses Buch dann ein visionärer Klassiker der Science Fiction? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Die Grundidee dieses Romans: Das I Ging.
Es geht nicht nur um einen alternativen Geschichtsverlauf. Es geht darum, dass Philipp K. Dick in diese Roman das Prinzip, die Idee der Parallelwelten entwirft, lange bevor Quantenphysiker auf diese Idee kommen sollten und sie wissenschaftlich untermauern würden. Mittels des I Ging kann der Prophet vom Berg Hawthorne Abendsen Informationen aus diesem parallelen Universum herausfinden und sie als Roman veröffentlichen, diese Welt existiert irgendwo. Philipp K. Dick selber schrieb diesen Roman auch mit Hilfe des I Ging und lässt auch seine Protagonisten regelmäßig das Orakel befragen, Philipp K. Dick selbst ist also der Abendsen Hawthorne, unserer Welt.
Die Macher von Matrix setzten daher Philipp K. Dick mit der Figur ihres Orakels in der Matrix Trilogie ein Denkmal, denn auch dort vermittelt das Oracle zwischen den beiden Realitäten, der Welt da draußen und der Matrix.

So gesehen legt die Grundidee des Romans einen wichtigen Science Fiction Grundstein, entwirft eine visionäre Grundidee. Die Umsetzung jedoch kann nicht überzeugen.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer von Dicks besten Romanen 5. Januar 2000
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Dick ist mit Sicherheit einer der einflußreichsten und wichtigsten Autoren der amerikanischen Science Fiction. Auch wenn jedoch sein Gesamtwerk einzig- und großartig ist, sind die meisten Einzelromane nur von mittelprächtiger Qualität. Mit "Das Orakel vom Berge" jedoch ist Dick ein großer Wurf gelungen. Es handelt sich hierbei um einen Alternativwelt-Roman, der auch heute, fast vierzig Jahre nach seiner Entstehung, aus dem Genre herausragt: Dicks Roman schildert eine Welt, in der nicht Deutschland und Japan den Zweiten Weltkrieg verloren haben, sondern die Amerikaner. Die Siegermächte haben die USA unter sich aufgeteilt, in Europa herrscht der nationalsozialistische Staatsterror. Erlösung verspricht nur ein merkwürdiges Buch, Hawthorne Abendsens "Schwer liegt die Heuschrecke", das von einer anderen Welt erzählt, einer Welt, in der Amerika den Krieg gewonnen hat. Der Protagonist des Buchs, der Antiquitätenfälscher Frank Frink, macht sich auf, um mit Abendsen zu sprechen.

Dicks Roman erzählt meisterlich von vorgetäuschten Identitäten und gefälschten Fälschungen. Alles ist gleichzeitig sein eigenes Gegenteil und bleibt doch es selbst, da die Negation der Negation wieder die Identität ergibt. So liegt Dicks großartigem Buch eine taoistische Weltsicht zugrunde. Konstruiert wurde die Handlung übrigens mithilfe des I-Gings, des Buchs der Wandlungen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was wäre wenn... 30. Mai 1999
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Japan beherrscht die Westen der USA, Deutschland herrscht über Europa und Ost-USA. Inmitten dieses Alptraum-Szenarios taucht ein Buch von einem mysteriösen Schriftsteller auf der von einer Welt berichtet in der die USA siegreich waren. Wieder einmal gelinkt es Philip K. Dick eine Story zu erzählen die zum nachdenken anregt und zugleich spannend und unterhaltend ist. Eindeutig eines der besten Dick-Bücher.
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