Wie so viele andere bin ich durch ihre brillante Coverversion von "Life is Life" auf Laibach aufmerksam geworden; dieses Lied fand ich bereits aussergewöhnlich; als ich dann das Album kaufte, merkte ich schon beim Eingangstrack, dass dieses noch relativ harmlose Lied, erst die Spitze des Eisbergs war.
Zuallererst fällt auf, dass die Band niemals aus der Rolle fällt, man kann Aussenstehenden keinen Vorwurf machen, wenn sie Laibach als Nazi-Band bezeichnen, da man an keiner Stelle des Booklets eine Stellungnahme findet, sondern vielmehr nur auf faschistoide Kriegskunst und maskuline Posen stößt. Allerdings gehört dieses Image, wie ich später erfahren habe, zu einer offiziellen slowenischen Kunstrichtung, die sich auf die Ästhetik totalitärer Regime spezialisiert hat.
Auch musikalisch bietet "Opus Dei" schwer verdaulichen Stoff: mit stampfenden Technorythmen, rollenden Militärmärschen und einer Prise wagnerhaftem Opern-Bombast baut sich eine bedrohliche Soundkulisse auf, die durch die extrem Tiefe Stimme des Sängers noch gesteigert wird. Dabei ist erstaunlich wie ähnlich "Rammstein" dieser Band klingt: Wenn man ihre Musik, ihr Auftreten und nicht zuletzt den Gesang nebeneinanderstellt, kann man nicht mehr von "Einfluss", sondern vielmehr von geistigem Diebstahl reden.
Wer auf der Suche nach einer vollkommen neuen musikalischen Erfahrung ist, sollte bei Laibach unbedingt zugreifen, allerdings sollte man sich mit dieser CD von schwangeren Frauen fernhalten, denn eventuelle Geburtsschäden durch die Vibrationen der Bässe halte ich für nicht auszuschliessen.