Das ist säääärrrrr guuuttttes Platte, harrr, harrr!!! Lauter osteuropäische Nationalhymnen und hervorragende, entlarvende Coverversionen von Queen`s "Birth Of A Nation" und Opus` 85er Sommerhit "Life Is Life" (Opus war die Vorläuferband von PUR), die die bedenkliche, geistige Nähe vieler Werke der Popkultur zu autoritärem Gedankengut offenbaren. Seit den Frühwerken der Residents habe ich sowas nicht mehr so gelungen gehört, und tatsächlich hat sich meine gesamte Einstellung zum Pop mit dieser Platte ein Stück relativiert. Doch auch ohne diese gelungenen Attacken auf Popgrößen ist "Opus Dei" eine amüsante und ausgetüftelte Reise durch die Abgründe der Seele, die Anno 1986 alle Kriterien eines echten Kunstwerkes einlöste: provokant, neu, handwerklich gelungen und mit einer Aura des unfassbaren versehen. Zu Zeiten von Glasnost und Perestroika, als alle Welt wie berauscht mit Russenhemden und kyrillischen Schriftzeichen rumlief, platzte diese Platte wie eine Bombe ins Tagesgeschehen, weil sie auf verdrängte, düstere Aspekte verwies. Insgesamt ist "Opus Dei" sowas wie die unterhaltsamste und "poppigste" Laibachplatte aus den Achzigern, wer es noch eine Spur konsequenter und härter mag, dem sei "Nova Akropola" von 1985 wärmstens empfohlen.