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Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß. Finanzier, Freidenker, Justizopfer
 
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Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß. Finanzier, Freidenker, Justizopfer [Gebundene Ausgabe]

Hellmut G. Haasis
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 477 Seiten
  • Verlag: Rowohlt, Reinbek (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498029177
  • ISBN-13: 978-3498029173
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 4,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 53.913 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hellmut G. Haasis
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Prozeß gegen ihn war eine Farce. Es ging nie darum, die Beschuldigungen aufzuklären und rechtlich zu würdigen. Schon Mitte Mai 1737 stand das Urteil fest, vor der Eröffnung des geheimen Kriminalprozesses: Der Jud soll hängen. Büßen soll er für den toten Herzog Carl Alexander, seinen Dienstherrn, an den sich die Württemberger nie herangetraut hatten. Hellmut G. Haasis erzählt als erster die wirkliche Lebensgeschichte des Joseph Süß Oppenheimer aus den Gerichtsakten - gegen Legenden und Verzerrungen.

Autorenportrait

Hellmut G. Haasis, geboren 1942 in Mülacker, studierte Theologie, Geschichte, Soziologie und Politik. Nach dem theologischen Examen politischer Publizist, Verleger und Rundfunkautor. Ausgezeichnet mit dem Thaddäus-Troll-Preis, dem Schubart-Preis und dem Civis-Preis der ARD. Er lebt in Reutlingen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Duchamp
Format:Gebundene Ausgabe
Im Stuttgarter Staatsarchiv stehen sie, die gesamten Prozeßakten gegen Oppenheimer, meterweise "Büschel", also lose Blättersammlungen. In heute kaum mehr zu entziffernder, schneller Handschrift der Protokollanten. Wer hat sie bisher gelesen? Kaum jemand, das zeigen die Leselisten des Archivs. Haasis hat sich durchgearbeitet und erstaunliche Details zutage gefördert. Und er vermag sie einzuflechten in einen nachvollziehbaren Fluss damaliger Ereignisse und Umstände. Natürlich sind die Verwicklungen der Zeit teilweise wie dichtes Gestrüpp. Münzprägung, Lotteriewesen, Position der württembergischen Landstände - Haasis bemüht sich, Licht ins Dunkel zu bringen, dennoch bleibt das Ganze streckenweise schwer zu lesen. Na und? Schließlich besser, als alles soweit zu vereinfachen, dass es sachlich falsch wird.
Wen das Thema interessiert, der (oder sie) kommt an diesem Buch nicht vorbei. Es ist tatsächlich das erste und bislang einzige Buch (und ich habe lange in Bibliotheken gewühlt!), das vermag, einen Blick auf den Menschen Oppenheimer zu werfen sowie die ganze Ungeheuerlichkeit - und nichts anderes war der Prozeß - aufzudecken und darzulegen. Dass dem politischen Historiker Haasis dabei die ein oder andere Polemik unerläuft, ist nur allzu verständlich. Auch ein historisches Buch ist ein Produkt seiner Zeit. Sehr positiv die exakten Quellenangaben, die in vielen populärwissenschaftlichen Werken heutzutage fehlen.
Alles in allem ein unentbehrliches Buch für alle an Oppeneheimer oder Deutscher Geschichte Interessierten!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Hellmut G. Haasis: "Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß - Finanzier, Freidenker, Justizopfer"
Rowohlt Verlag GmbH, 1. Auflage 1998

Bereits im ersten Kapitel "Ursprünge im Nebel" beschränkt Hellmut G. Haasis seine Biografie auf "Zeitabschnitte, Tätigkeiten und Orte" im Leben des Joseph Süß Oppenheimer, zu denen "sichere und ausreichende Quellen" vorliegen.

Die Quellennachweise werden ab Seite 453ff für die einzelnen Kapitel genannt und lassen nur vermuten, wie a r b e i t s i n t e n s i v die Recherche zu diesem Buch gewesen sein muss. Die Zitate aus den Quellen im Text verleihen dem Buch Authenzität.

Hellmut G. Haasis hat Joseph Süß Oppenheimer als intelligenten, kreativen und äußerst pragmatischen Menschen der Finanzbranche (18. Jahrhundert) beschrieben. Als jemanden, der politische Kontakte suchte und zu nutzen wusste. Der Niederlagen und Herausforderungen annehmen konnte. Und als assimilierten Juden, für den die Religion in der Gefangenschaft lebenswichtig wurde. Ein wenig befremdlich wirken - aus heutiger Sicht - Joseph Süß Oppenheimers Kontakte zu Frauen...
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der antisemitische Hetzfilm „Jud Süß" von Veit Harlan (1940) bildet wohl den unrühmlichen Höhepunkt der fast unüberschaubaren Zahl von verzerrten Berichten über Joseph Süß Oppenheimer, die seit dessen Hinrichtung 1738 veröffentlicht wurden. Gegen die Legenbildung, die sofort nach dessen Tode begann, setzt Hellmut G. Haasis nun eine detaillierte und spannende Biographie des - so im Untertitel der Studie - Finanziers, Freidenkers und Justizopfers. Der Autor zitiert aus seinen Quellenbeständen, vornehmlich Prozeßakten, sehr ausgiebig. So entsteht ein facettenreiches Bild des 1698 in Heidelberg geborenen Joseph Süß und seines Aufstiegs zum Finanzier und Berater des württembergischen Herzogs Karl Alexander. Vor allem aber zeichnet Haasis sehr genau den Verlauf des geheimen Prozesses dar, der schließlich zum Todesurteil führte, und entlarvt dieses dabei als Justizskandal, als bewußt kalkulierten Mord, keineswegs als Justizirrtum. Joseph Süß Oppenheimer befand sich im Spannungsfeld der Konflikte zwischen dem katholischen Herzog und den evangelischen Landständen. Er war letzteren vor allem als die treibende Kraft der den traditionellen württembergischen Eliten so verhaßten, vom Herzog durchgesetzten, Modernisierung des Finanzwesens ein Dorn im Auge. Dies gepaart mit antijüdischen Vorurteilen erzeugte jene Stimmung, die schließlich zur Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung des „Jud Süß" - so wurde er erstmals während seiner Haft genannt - führte. Am Todestag von Carl Alexander, dem 12. März 1737, wurde Oppenheimer ohne Haftbefehl festgenommen; einer der unzähligen Rechtsbrüche, die Haasis nachweisen kann. Es folgten rechtswillkürliche Akte wie die verfrühte Beschlagnahmung seines Vermögens, die Verweigerung der freien Verteidigerwahl, die Zusammensetzung des keineswegs neutralen Gerichts, usw. Insgesamt fällt der Autor ein vernichtendes Urteil über den Prozeß: „Der ganze Prozeß war eine Farce. Es ging nie darum, die Sachverhalte aufzuklären und sie rechtlich zu würdigen. Schon Mitte 1737 stand das Todesurteil fest." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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