Dies ist meine Rezension zu Hanna Winters Neuerscheinung Opfertod". Die Autorin lebt in Berlin und konnte bereits mit ihrem ersten Buch Die Spur der Kinder" einen Erfolg landen.
In diesem Buch, welches als komplett neue Krimireihe angelegt ist, geht um die Kriminalpsychologin Lena Peters, die ihre erste Ermittlung führen muss. Hierbei gerät sie direkt an einen psychopathischen Serienkiller, der ein grausames Spiel spielt und sich selbst als Künstler sieht.
Während des ganzen Buches habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Die Handlung selbst ist sehr gruselig und bedrückend, da es um einen Frauenmörder geht, der bereits ein Duzend Frauen ermordet hat. In einer U-Bahn Station wird dann eine weitere verstümmelte Frau gefunden, Christine Wagenbach, der die Hand abgetrennt wurde und die als erste den Überfall des Verbrechers überlebt hat. Wird er unvorsichtig oder will er nur mit seinem Opfer spielen? Sehr spannend und flüssig geschrieben, so dass man die Seiten in einem Rutsch sehr gut durchlesen kann. Auch gefällt mir gut, dass vorab die einzelnen Seiten - Ermittlerteam und der Killer - kurz vorgestellt werden. Hier wird auch direkt zum ersten mal auf Lenas dunkle Vergangenheit hingewiesen. Ich war gespannt, was sich dahinter verbirgt und dem Leser wird nach und nach die Auflösung präsentiert, die durch das Verhältnis zu Ihrer Schwester noch dramatischer Ausmaße annimmt als ich dachte. Vielleicht für manche störend, gefielen mir sehr gut die vielen, sehr kurzen Kapitel, da sich dadurch die Geschichte sehr kurzweilig gestaltete. Einziger Kritikpunkt von mir ist, dass die Aufklärung am Schluss und die Beweggründe des Killers etwas schnell abgehandelt wurden - hier hätte man eventuell bei den gut 320 Seiten noch etwas genauer drauf eingehen können. Das Cover mit der Taube ist sehr gelungen, zwar beklemmend, da sie (zu Tode?) zu stürzen scheint, aber auf den ersten Blick nimmt man es erst gar nicht war und es sieht aus wie ein künstlerisches Foto. Auch haptisch ist das Buch ein tolles Erlebnis, da die Taube auf Vorder- und Rückseite sich anders anfühlt als der Rest des Buchumschlags. Sehr gut fand ich, dass man durch die Handlung eine Verbindung zu dem Coverbild und dem Inhalt herstellen kann - dies ist ja nicht immer so. Ein insgesamt zu empfehlendes Buch und wie alle Hanna Winter Werk toll für spannende Abende.