... für immer und ewig das Zeitalter der großen Operndiven, nachdem Elisabeth Schwarzkopf, eine der größten Opernsängerinnen des 20. Jahrhunderts, gestern im Alter von 90 Jahren gestorben ist. Ich möchte die Gelegenheit zum Anlaß nehmen, vorliegende CD zu empfehlen, die einige ihrer bedeutendsten Aufnahmen enthält, sämtlich von einem ihrer Lieblingskomponisten, Wolfgang Amadeus Mozart. Sie entstanden 1952 in London, mit dem dortigen Philharmonia Orchestra, unter Leitung von John Pritchard. Sie sind in ihrer Vollkommenheit, in ihrer Schönheit, in ihrer Beseeltheit bis heute nicht überboten worden. Die Künstlerin selbst hat in späteren Jahren, vornehmlich im Zusammenhang mit Operngesamtaufnahmen, die eine oder andere Arie nochmals auf Platte gesungen, aber auch diese Remakes haben am Glanz der alten, jugendfrischen Einspielungen von 1952 nicht kratzen können. Elisabeth Schwarzkopf verleiht jedem einzelnen Stück eine ganz besondere, unverwechselbare Note. Manche der Rollen, die sie übernimmt, hat sie auf der Bühne nie gesungen (Cherubino und Susanna aus "Le Nozze di Figaro", Zerlina und Donna Anna aus "Don Giovanni"). So sind diese ganz besondere Kostbarkeiten. Man ist traurig und beglückt zugleich beim Anhören der Arien, traurig, weil diese große Sängerin nun für immer verstummt ist, beglückt, weil wir diese einzigartige Hinterlassenschaft besitzen. Auch die Arien aus der "Entführung", aufgenommen in Wien 1946 mit den dortigen Philharmonikern, unter Josef Krips und Herbert von Karajan, halten Momente fest, die Bestand haben werden, so lange es Tonaufzeichnungen gibt.