Inhalt
"Operation Walküre" hieß ein offizieller Alarmplan während des Zweiten Weltkrieges. Mit Hilfe dieses Plans wollten die Verschwörer rund um Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 den Umsturz in Deutschland herbeiführen. Die Ereignisse sind bekannt: Stauffenbergs Attentat missglückte, Adolf Hitler blieb am Leben. Dieser zweiteilige, dokumentarisch aufgebaute Film setzt sich neben der rein szenischen Rekonstruktion aus eingeblendeten Interviews und Berichten mit unmittelbar beteiligten Augenzeugen und Überlebenden zusammen. Es wird alles, was an authentischen Zeugnissen über den 20. Juli 1944 vorhanden ist, durchleuchtet und mit höchstem Realitätsbezug dokumentiert.
Teil 1: "Initialzündung", Laufzeit: 100 Min.
Teil 2: "Tote Stunden", Laufzeit: 110 Min.
Bildbewertung:
Mit der Veröffentlichung dieses 2-teiligen Doku-Dramas bringt "EUROVIDEO" ein Stück beachtenswerter Fernsehgeschichte auf den Markt. Als am 18. und 20. Juli 1971 die beiden Teile in der ARD gezeigt wurden, waren selbst der Autor Helmut Pigge und Regisseur Franz Peter Wirth sich nicht sicher, ob es ihnen gelungen war, diesen schwierigen Stoff in gebührender Form verarbeitet und dargestellt zu haben.Dabei hatten sie es sich wahrlich nicht leicht gemacht. Allein in die Recherche und Vorbereitung dieser Produktion flossen über drei Jahre Arbeit und Entwicklung. Die Produktion und der Dreh der Außenaufnahmen selber, erfolgten höchst aufwendig an Originalschauplätzen in Deutschland, Frankreich und Österreich.Drehorte mit zum Teil szenisch dargestellten Rekonstruktionen waren unter anderem das ehemalige Führerhauptquartier Wolfsschanze oder "Schloß La Roche Guyon", das damalige Hauptquartier von General Rommel. Der dokumentarisch aufgebaute Film besticht durch seine authentische Darstellung vom Ablauf des 20. Juli 1944.
Neben der als durchaus positiv zu sehenden, akribischen und sachlichen Aufarbeitung der Geschehnisse jenes Tages, besticht die Dokumentation mit den Interviews und Berichten von 25 unmittelbar beteiligten Augenzeugen und Überlebenden. Diese Interviews wurden durch den damals sehr bekannten deutschen Zeithistoriker Joachim C. Fest (1926-2006) geführt. Durch diese Dokumentation und die nun erfolgte Veröffentlichung auf DVD wurden einmalige Zeitzeugnisse mit höchstem Realitätsbezug für die Nachwelt erhalten.
Mit dieser Dokumentation und der Form des Dialogs in seiner Darstellung zwischen Dokumentation und Spielhandlung, zeigt diese Produktion sich als einzigartige, ehrliche und für die damalige Zeit schon fast revolutionäre Form einer Dokumentation. Mit ihr wurde der Weg für viele weitere folgende Projekte, ähnlich gelagerter Produktionen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, geebnet. Vollkommen zu Recht und verdient, erhielt dieser Zweiteiler "Die goldene Kamera" und den
"Adolf-Grimme-Preis".
Von der technischen Seite betrachtet, ist es gelungen, die doch recht betagten Filme, durch eine aufwendige und komplette Restauration des Bildmaterials, wieder in eine akzeptable bildliche Qualität zu versetzen. So kann das Bild auf seiner gesamten Laufzeit von ca. 210 Minuten im 4:3 Vollbild (1.33:1), durchaus überzeugen und bietet keinen Grund zu größerer Kritik. Dass Aufnahmen von vor über 30 Jahren, nicht mehr mit heutigen üblichen Standards mithalten können, dürfte sicher jeder verstehen und nachvollziehen können. Die beiden Teile dieser Dokumentation machen die leichten Schwächen, die eher selten im Bild auftreten, mit ihrer Einzigartigkeit und historischen Bedeutung der Inhalte dieser Veröffentlichung schnell vergessen.
Tonbewertung:
In Angesicht der Produktionszeit dieses Zweiteilers wirkt der Ton in seiner Kraft und Natürlichkeit unwahrscheinlich frisch und kommt in überzeugender und gelungener Qualität zu Gehör. Als Dolby Digital 1.0 auf der DVD fallen kaum Rauschen oder andere störend wirkende Mängel im Ton auf. Stets ist die gute Verständlichkeit der Dialoge gewährleistet. Untertitel fehlen auf dieser Veröffentlichung leider.
Gesamteindruck:
Mit dieser Veröffentlichung durch "EUROVIDEO" kommt ein wahres Schmuckstück von großer filmhistorischer Bedeutung für die deutsche Fernsehlandschaft auf den Markt. Bestechend in seiner Detailgenauigkeit und sachlich, objektiven Aufarbeitung der Geschehnisse um das "Hitler Attentat" war und ist diese Dokumentation ein Meilenstein und einzigartig in seiner Wirkung auf den interessierten Zuschauer.
Autor: Torsten
www.Fernseh-Serien-Auf-DVD.de