Als ich hörte, dass es aus Hollywood eine Verfilmung der Geschichte des Attentats vom 20. Juli auf Hitler geben sollte, war ich zunächst, gelinde gesagt, etwas entsetzt. Bryan Singer als Regisseur und Tom Cruise als Hauptdarsteller? Oh mein Gott, das ließ schon schlimmes erwarten - ist der Regisseur doch eher für Actionfilme, der Hauptdarsteller eher für weltanschauliche Verirrungen zuständig. Aber um ehrlich zu sein - der Film ist gar nicht mal schlecht.
Erzählt wird die Geschichte des Attentats vom 20. Juli aus der Perspektive der Attentäter. Im Mittelpunkt stehen ihre Planungen und Geheimkonferenzen, aber auch ihre persönlichen Vorbehalte, ihre inneren Zerwürnisse und Gewissenskonflikte. Die Handlung dreht sich vor allem um Stauffenberg selber, seine Frau und Familie sowie um einen Mann, der dem deutschen Widerstand durch seine unermüdliche Tätigkeit Ideen und Inspirationen verschaffte: Henning von Tresckow, als Generalmajor lange Zeit der Chef des Stabes bei der Heeresgruppe Mitte (Russland).
Wie die Sache ausging, ist ja bekannt - und auch beim Ansehen dieses Films ist der Zuschauer entsetzt und schockiert darüber, was mit den Verschwörern geschah: Die einen standrechtlich erschossen, die anderen an Klaviersaiten (!) aufgehängt und langsam erdrosselt. Hitler, das Schwein, hatte sogar noch befohlen, die Exekutionen zu filmen; die Aufnahmen schaute er sich dann im Führerbunker genüsslich an. Auch das Filmen der Hinrichtungen wird im Film "Operation Walküre" gezeigt: Wenn man genau hinsieht, sieht man in einer der letzten Szenen einen Kameramann im Hinrichtungsraum filmen.
Gut fand ich auch, dass Roland Freisler, notorischer Opportunist und Verbrecher, seines Zeichens Richter am sogenannten Volksgerichtshof, sein Fett wegkriegt. Auf seine rhetorische Frage an Erwin von Witzleben, ob er denn geglaubt habe, die Politik besser machen zu können als der Führer, antwortet der ehemalige General nur: "Sie werden uns jetzt hinrichten. Aber nicht viel später, da wird das Volk sich an Ihnen rächen." Nun, im Fall Freislers brauchte es das gar nicht: Freisler fiel einem Bombenangriff zum Opfer und verblutete auf offener Straße. Besser hatte er es nicht verdient.
Also: Trotz so mancher historischen Unkorrektheit - der Film ist gut! Ansehen lohnt auf jeden Fall, auch die DVD hat einiges zu bieten.