So meine lieben Anhänger gutklassiger Rock/Hardrock/Metal/Progressive/Alternative oder wie auch immer -Musik, die geniale Band Queensryche in eine bestimmte Schublade zu stecken war schon immer schwer und deren neuestes Werk Operation Mindcrime II veranlasst mich nun, meine erste on-line Rezension überhaupt zu verfassen. Nach 2 Wochen intensiven Hörgenuß der neuen Scheibe und dem Studium der veröffentlichten Rezensionen hierzu komme ich nicht umhin, auch noch meine Meinung preiszugeben. Da ich selbst kein Musiker bin (lack of talent) kann ich hier auch nur als Hörer und Fan von Gitarrenmusik sprechen und daran sollen sich meine Ausführungen auch orientieren.
Wer gedacht hat, Queensryche würden mit Operation Mindcrime II den musikalischen Weg ihrer Erstlings-Operation konsequent fortsetzen, wird seine Erwartungen sicherlich enttäuscht sehen. Doch nur äußerst naive Zeitgenossen konnten wirklich daran glauben, haben sich Queensryche doch von Album zu Album stetig verändert und weiterentwickelt und selbst die in fast allen Rezensionen miserabel bewerteten Veröffentlichungen wie Hear in the now frontier oder Q2K waren und sind für mich erstklassige Werke und ihrer Zeit meilenweit voraus und genauso verhält es sich auch mit dem OM II- Opus. Ich gebe vielen Rezensenten Recht, welche die Platte als beste Veröffentlichung seit Promised Land ansehen. Ebenso teile ich die Ansicht, daß Queensryche mit dieser Scheibe wieder mehr traditionellere Elemente ihrer enormen musikalischen Bandbreite einfließen ließen und den Alternative-Weg zum Großteil wieder verlassen haben. Unüberhörbar sind nun wieder mehr Stilismen eingeflossen, welche Queensryche in den 80er Jahren großgemacht haben, ohne jedoch das meiner Meinung nach absolut zeitgemäße Songwriting altbacken klingen zu lassen. Und ein Organ wie jenes des Herren Tate sucht heutzutage ebenso noch seinesgleichen wie vor 20 Jahren. Phantastisch wie dieser großartige Sänger die verschiedensten Stimmungen von Aggressivität bis Melancholie absolut authentisch anbringt und so jedem Song eine zusätzliche persönliche Atmosphäre verschafft. Zeit muß man sich aber schon nehmen, um dieses erstklassige Output wirklich erschließen zu können, denn zu vielschichtig und komplex sind die Songstrukturen, um sich gleich beim ersten Durchgang in den Gehörgängen festzusetzen. Doch genauso habe ich es auch gewollt und erwartet, sind doch jene Tonträger immer noch die besten, welche sich dem Käufer erst nach mehrmaligem intensiven Hören wirklich öffnen, aber dafür für die Ewigkeit gemacht wurden. Der ausschweifenden Worte nun genug: Ich möchte diese Scheibe jedem Queensryche-Fan und auch solchen die es gerne werden wollen herzlich empfehlen, wobei ich nicht glaube daß jeder wirkliche Liebhaber dieser Band Zweifel an der musikalischen Klasse dieser CD anmelden kann. Man stelle sich nur vor, eine Newcomer-Band hätte diese Scheibe veröffentlich -die selbsternannten Experten und Zeitgeistfetischischten hätten sich vor Freude in die Hosen gepinkelt - garantiert. Ebenso wie viele meiner Vor-Rezensenten möchte ich keinen Song herausheben und empfehlen, da man das Album als Gesamtwerk hören muß
Einziger Schwachpunkt und Grund für einen ganzen Stern Abzug ist die meiner bescheidenen Meinung nach etwas zu kraftlose und Garagensound-mäßige Produktion. Aber vielleicht war dies ja auch ein gewolltes Stilmittel um die düstere Grundstimmung dieser Scheibe zu unterstreichen. Wer kann dies bei der Genialität dieser Musiker schon wirklich beurteilen?