Vietnam während des Krieges: Private Brian wird auf eine letzte Mission geschickt. Zusammen mit der lebenden Legende Jackson soll er die beiden Abtrünnigen Atlas und Zorc zur Strecke bringen. Allerdings ist diese Einleitung komplett unnötig, da Private Brian schon zwei Minuten später von einer vietnamesischen Dschungelfalle getötet wird. Jackson jedoch nimmt die Fährte auf, bringt Atlas in Gefängnis und verätzt Zorcs Gesichtshaut.
Zwanzig Jahre kreutzen sich die Wege der Drei erneut. Während der reiche Zorc Atlas, der nach Rache dürstet, aus dem Gefängnis holt, lebt Jackson als alleinerziehender Vater in einem Haus am in einem Dorf an der Grenze von Amerika und Irak. Sein Lebensunterhalt verdient er sich als Kopfgeldjäger und mit dem töten von Ninjas die ihm andauernd in seinem Garten auflauern (von denen man aber nie wirklich erfährt, welchen Sinn sie eigentlich erfüllen). In der Discothek "Dance Sensation" kommt es zum Showdown.
Operation Dance Sensation entstammt der deutschen Szene gehobener Amateurfilmer. Handwerklich gibt es weitestgehend nichts zu meckern. Die Schauspieler sind zwar keine Profis spielen aber nicht schlecht, sondern herrlich überzogen, so dass ihre Darstellungen perfekt zu der durchgeknallten Mischung aus Tanz und Kriegsfilm passen. Zudem gibt es originelle Gastauftritte von Jasmin Blümchen Wagner als Krankenschwester, Anke Engelke als Reporterin und Bela B. Felsenheimer als durchgeknallter Dozent, der Jackson mit Gewalt zu seinem Seminar "Kommunikation und Erleuchtung auf dem Weg zu Gott" (oder so ähnlich prügeln will).
Bei den Hauptdarstellern sind vor allem die Brüder Thilo (nebenbei Regisseur des Films) und Simon Goosejohann (ehemaliger VIVA 2 Moderator und mittlerweile durch Pro7 Comedy zu gewisser Popularität gekommen) zu erwähnen.
Thilo spielt Jackson als schlichtes Gemüt mit treudoofem Blick, der einfach nicht verstehen kann, dass andere Menschen es verwerfliche finden, dass man den ganzen Tag auf seinem Dach sitzt und Ninjas erschiesst.
Simon spielt Atlas, der zwar auf Rache sinnt, aber andererseits auch gerne von Jackson auf den Kindergeburstag von dessen Tochter eingeladen werden will. Unnötig zu sagen, dass auch er keine große Leuchte ist. Als er in der Disco versucht eine Frau anzugraben, beginnt er mit traurigen Stimme zu erzählen: "Ja, ich war auch im Krieg. Ich habe viele sterben sehen. Na ja, die meisten habe ich selbst umgebracht."
Optisch wartet der Film mit gnadenlos miesen Tanzeinlagen der Hauptdarsteller, spaßigen Fun-Splatter Szenen und dem lächerlichsten Kampfstil aller Zeiten auf.
Die größte Stärke des Filmes ist jedoch, dass er seine Story einerseits nie aus den Augen verliert, andererseits aber auch immer wieder Szenen bringt, die die Handlung nicht nur nicht vorantreiben, sondern auch konträr zu dem sind, was vorher erzählt wurde. So treffen sich Zorc, Atlas und Jackson nach zwanzig Jahren in der "Dance Sensation" wieder und giften sich sofort an. Eine Szene später sitzen sie aber friedlich an einem Tisch und lauschen den Ausführungen eines Wissenschaftlers.
Grandios auch die bereits erwähnte Szene, in der Atlas auf der Party von Jacksons Tochter Meike Jackson auftaucht ("Ich und der Ninja haben zusammengeschmissen für das Geschenk.") und Jackson statt sie umzulegen zu den Gästen seiner Tochter sagt: "Geht mal lieber rein, die Onkel hier sind nicht so nett. Und ihr, dar ihr jetzt schon mal hier seid, woll wir mal ein paar Spiele spielen oder so?" Dann spielt er mit ihnen Schokolade schneiden!
"Operation Dance Sensation" ist ein anarchischer, innovativer Film, ein Happening sondersgleichen, der beste deutsche Film seit "Schaffe, schaffe, Scheisse baue".