Kurzbeschreibung
Operation 1653 erzählt eine authentische Geschichte. Angewiesen durch Briefe einer ominösen Organisation, mittels Führungsoffizieren und Dossiers, wird Bernd Langer auf eine Reise mit unbekanntem Ziel geschickt: von Göttingen über Hamburg nach Amsterdam und Köln, den Rhein entlang, wo er sich einige Tage in einem Nonnenkloster aufhält, um schließlich in New York zu landen. Während dessen sind rätselhafte Aufgaben zu lösen. Die Reise führt den Autor in eine Auseinandersetzung mit seiner eigenen Geschichte, die eng mit der autonomen Bewegung verbunden ist. Es entsteht die persönliche Schilderung eines Menschen, der ab Ende der siebziger Jahre an Brennpunkten der politischen Auseinandersetzungen mit der Staatsmacht in der BRD beteiligt ist. Auf unterhaltsame Weise wird nachvollziehbar, wie man zum Autonomen wird und welche Werte und politischen Vorstellungen dabei wichtig sind und wie die autonome antifaschistische Bewegung entsteht und sich organisiert. Hell lodern die Flammen der Straßenschlachten, Anschläge und illegalen Aktionen. Auch die Unerbittlichkeit des Kampfes wird gezeigt, die Toten und die Verfolgung durch die Polizei und Justiz beschrieben. Interessant wird die Schilderung, weil sie auch von den Zweifeln auf diesem Weg spricht und das Scheitern vieler Vorstellungen vor Augen führt. Der krimiähnliche Reiseverlauf bildet den Leitfaden der tiefgreifenden, amüsanten und zuweilen bizarr geschilderten Erinnerungen.
Über den Autor
Bernd Langer, geboren 1960 in Bad Lauterberg im Harz, seit 1977 mit der autonomen Szene verbunden. Aktivist bei militanten Auseinandersetzungen und an der Organisierung der autonomen Antifa-Bewegung beteiligt. Seit Mitte der 80er Jahre Mitinitiator der Initiative KuK (Kunst und Kampf), die einen neuen Kunstbegriff propagiert, und in deren Rahmen zahlreiche Plakate und Ãlgemälde entstehen und Agitpropaktionen stattfinden. Darüberhinaus viele Publikationen zum Thema antifaschistischer Widerstand. Seit 1990 beteiligt an der Wanderausstellung Kunst als Widerstand. Ende der 80er Jahre maßgeblich beteiligt an der Entwicklung autonomer Bündnispolitik bis hin zu etablierten politischen Organisationen wie Gewerkschaften, den Grünen etc. in Göttingen. In den 90er Jahren bekanntes Mitglied der Autonomen Antifa (M) in Göttingen und des bundesweiten Antifa-Organisationsversuches Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO). 1995 Angeklagter im Verfahren gegen die Autonome Antifa (M) wegen § 129/129a (Bildung einer kriminellen Vereinigung/Werbung für eine terroristische Vereinigung), dem mit insgesamt 17 Angeklagten und weiteren 15 Beschuldigten bislang größten Verfahren gegen Antifaschisten in der Bundesrepublik. Bei den Ermittlungen und späteren Anklagen spielte ein Plakat von KuK (Weiterstadt-Plakat) eine wesentliche Rolle. Das Motiv stellte in den Augen der Staatsschutzbehörden den Bestand der Werbung für eine terroristische Vereinigung (§129a) dar. Die Anklagen wurden nach einem Vergleich mit der Staatsanwaltschaft 1996 eingestellt. Weiterführung der Ausstellung Kunst als Widerstand nach den Hausdurchsuchungen 1994 gegen die Autonome Antifa (M) unter dem Titel Verbotene Kunst, die nun die juristische Verfolgung von KuK-Plakaten und Aktionen sowie darüber hinaus die Kriminalisierung vieler Plakate aus dem linken Widerstand in der BRD dokumentiert und inzwischen über 35 mal im In-und Ausland gezeigt wurde. 1997 erscheint Langers Buch Kunst als Widerstand, 1998 Herausgabe einer überarbeiteten und aktualisierten Fassung in englischer Sprache unter dem Titel Art as Resistance". 2004 erscheint sein autobiographischer Roman Operation 1653 - stay rude, stay rebel.
Bernd Langer lebt und arbeitet heute in Berlin.