Die OpenGL Superbible ist DIE ALTERNATIVE zum bekannten "Redbook" (The Official Guide to Learning OpenGL), jedenfalls für Windows Programmierer... Als ich anfing mit OpenGL zu programmieren war ich auf der Suche nach einem Buch, das sowohl angenehm zu lesen ist als auch eine solide Grundlage für weiteres bildet, aber nicht bei dem Basics aufhört... wie sich jeder wohl denken kann hab ich genau dies in der Superbible gefunden (ansonst wär diese Rezension ja auch beim Redbook :p ). Die ersten zwei Kapitel beschreiben kurz erstmal, was 3D und wie OpenGL aufgebaut ist. Das ganze ist mehr als Motivation zu verstehen (ca. 30 Seiten) und definiert erstmal ein paar grundlegende Begriffe, die eigentlich jeder schonmal gehört hat. Doch dann geht's los. Kapitel 3 schafft erstmal das Grundgerüst für die späteren Kapitel, indem die GLUT erklärt wird. Die GLUT stellt in wenigen befehlen ein Fenster zur verfügen, so das man relativ schnell was auf dem Bildschirm sehen kann. Wer schonmal Win32 programmiert hat weiß, wie demotivierend die nicht gerade verächtliche Durststrecke ist, bis man erstmal überhaupt nur ein Fenster sieht, geschweige denn darin schon was darstellen kann. Kapitel 4-6 behandeln dann, wie man ein object in OpenGL erschafft, beleuchtet, Farben zuordnet und das ganze darstellt. Bis hierhin werden eigentlich nur Grundlagen besprochen, der richtige Spaß fängt ab Kapitel 7 an: Text und Bitmaps in OpenGL darstellen, Texture mapping, Object modelling, Nebel und Transparenz, NURBS, mouse abfrage, Bitmaps erstellen mit OpenGL, Extensions (zur Beschleunigung des Programms) ... Auch wer nicht mit allen Begriffen was anfangen kann, dem sei versichert, dass hier das "Erlebnis OpenGL" anfängt. Durch nur ein paar dieser Kniffe sieht direkt alles viel realistischer aus. Doch der "Knüller" kommt natürlich im letzten Teil des Buches: OpenGL + Win32 ... die GLUT ist 'ne feine Sache um schnell erfolge zu haben, aber wenn man anspruchsvolle Programme schreiben will ist sie meist zu langsam. Deshalb erklären die Autoren hier eine komplette Windows-Umgebung für OpenGL Programme und gehen sogar auf Optimierungen und Multi-threading ein... Fazit: Obwohl OpenGL eine Betriebssystem übergreifende Sprache ist, sollte man schon Windows-Benutzer sein (und natürlich eine OpenGL Grafikkarte haben). Die Quelltexte sind komplett in C, wobei die Autoren sich an dem Microsoft Visual c++ Compiler orientieren. Weiterhin sei klargestellt, dass dies ein Buch über OpenGL ist (sprich, wie stelle ich 3D-Objekte so dar, daß sie realisitisch aussehen) und nicht ein "wie-schreib-ich-ein-3D-Spiel"-Buch. Falls man ein Spiel oder eine sonstige Anwendung schreiben will, dann sollte man auch a) am besten Objekt-Daten haben, die man darstellen will und b) Ahnung haben, wie man ein entsprechendes Programm mit "normaler" Graphik schreibt. Wer in diese Zielgruppe gehört, der bekommt mit der "OpenGL Superbible" einen (fast) kompletten Überblick von OpenGL unter Windows, auf den man wunderbar mit Tech-files aus dem Internet aufbauen kann... (P.S.: Auf der CD fehlen ein paar Texturen, die man auf der Webpage des Autors runterladen sollte)