Das hat man nun davon, wenn man den "persönlichen Empfehlungen" folgt und ungesehen eine CD bestellt, deren Outline sich recht interessant liest. Ein solcher Fall war "Open Season" von British Sea Power" für mich. Da ich immer auf der suche nach neuen Entdeckungen von der Insel bin, griff ich zu - und werde den Griff wohl auch schon bald wieder lockern. Musikalisch harmlos, ja fast schon schüchtern und verängstigt klingt das, was die Jungs da bieten - auf das erste Hinhören ein wenig wie der späte Bowie, doch nur die ersten Takte lang. Kaum ein Lied, das sich vom Vorgänger oder Nachfolgetrack wirklich abhebt, akzente setzt, aufhorchen lässt. Unterstrichen wird der lethargische Eindruck vom nöligen Gesang, der Erinnerungen an die Fußballjugend weckt: wer am schlechtesten kickt muss ins Tor, wer kein Instrument beherrscht muss singen. Man könnte den Eindruck gewinnen, als sei es dem Sänger peinlich, seine Stimme zu präsentieren, die in einem Umfang von maximal einer Oktave alles vermissen lässt, was einen guten Rocksong (und auch ein Fußballspiel, ürigens) ausmacht: Spannung, Tempo und Überraschungen - und - das im Unterschied zum Fußball - Wiedererkennungswert. Alles in allem: eine recht mäßige Scheibe, die einiges schuldig bleibt. Schade, werde demnächst wieder mehr auf den Instinkt, denn auf Empfehlungen hören.