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Produktinformation
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Starker Tobak, wenn einer der größten Stars des Tennis am Ende seiner Karriere, kurz vor seinen letzten US Open 2006 feststellt, dass er nur noch ein Schmerzbündel ist, ein gefühlter Greis, der seinen Sport schon immer verabscheut hat, ihn „mit dunkler, heimlicher Leidenschaft hass[t]“. Quälend genau lässt Agassi den Leser teilhaben an den schmerzhaften Kortison-Injektionen, die die schwer lädierte Wirbelsäule besänftigen sollen. Präzise wie ein Chronist und im herben Ton einer Abrechnung lässt Andre Agassi seinen Zuchtmeister noch einmal aufmarschieren. Den hochaggressiven gewalttätigen Vater, der seinen Jungen mit tausenden von Bällen aus der Ballmaschine beschießen ließ und zur weiteren Stählung ins berüchtigte Camp des Nick Bollettieri nach Florida zwang. Ein „besseres Gefangenenlager“, wie Agassi rückblickend urteilt. Schließlich war es auch der von Ehrgeiz zerfressene Vater, der den eigenen Sohn vor Turnieren mit Exedrin und Speed auf Trab brachte.
Eine Leidensprosa auf hohem Niveau. Womöglich ist es dem Pulitzer-Preisträger und Co-Autor J.R. Moehringer zu verdanken, dass diese Sportlergeschichte in ihrer Intensität andere meilenweit überragt. Wir lernen einen entwurzelten, seiner Kindheit beraubten Aufsässigen kennen, der sich zur Kompensation und dem Spott seiner Kollegen mit einer edlen Entourage umgibt, im Weißen Haus nächtigt und die Droge Crystal Meth als zeitweiliges Überlebensmittel schätzen lernt. Einen, der jeden Spielverlauf exakt im Kopf hat und spannend nachzuerzählen weiß. Und auch schnödes Klatschbedürfnis PR-gemäß befriedigt. Das rutschende Toupet, die Jeans-Shorts auf dem Centercourt, die ihn zur Stil-Ikone werden ließen, das gefälschte Punker-Image (tatsächlich schätzt Agassi Kuschelballaden von Barry Manilow). Die gescheiterte Ehe mit Brooke Shields, die Freundschaft mit Barbra Streisand – schließlich jene Frau, die ihn endlich zu sich selbst kommen ließ. Unsere Steffi. Beweis: Ein wunderschönes Familienfoto mit Kids, das in seiner Innigkeit wahre Bände spricht. Andre Agassi ist ein großer Befreiungsschlag gelungen. Mögen andere meckern, den entscheidenden Punkt hat ER gemacht.–Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
78 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr beeindruckend!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Open: Das Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht darf ich damit beginnen, dass ich selbst nicht Tennis spiele, mir seit dem Abschied von Graf und Becker kein Tennis ansehe und André Agassi immer nur am Rande als eine Art Sonnyboy mit herausragender Technik wahrgenommen habe. Und dennoch hat mich diese Autobiographie wie keine zweite in letzter Zeit gepackt. Und dafür gibt es drei triftige Gründe:Zunächst ist das Buch (ich habe es im englischen Orginal gelesen) auch gemessen an anspruchsvolleren Maßstäben sehr gut geschrieben. Den Leser interessieren nicht einmal so sehr die Herausforderungen bei irgendwelchen Grand Slam-Turnieren, sondern packende Alltagszenen aus Kindheit und Jugend. In einer lakonischen, sofort auf den Punkt kommenden Sprache werden Charaktere, Situationen, Ängste und Freuden der Alltagswelt so nahe gehend beschrieben, das man sich für Agassi selbst, seine Geschwister, seinen problematischen Vater usw. sofort interessiert. Mich würde wirklich interessieren, ob A. diesen Text selbst verfasst hat. Denn die kurzen Schlaglichter, die an die Schnitttechnik eines Filmes erinnern und wie aus unterschiedlicher Perspektive das zentrale Thema des Buches (dazu sogleich) immer wieder beleuchten, zeigen einen echten Könner. Zweitens wirkt die Darstellung auf den Leser ungeschminkt ehrlich. Hier wird gerade nicht die ewig verlogene Mähr vom amerikanischen Traum erzählt, sondern z.T. auf fast schmerzliche Weise schonungslos gezeigt, worum es bei diesem Sport geht. Die Gegner hassen einander, eine Niederlage lässt A. am Boden zerstört zurück. Er trainiert wie ein Wilder, um dieses Gefühl nicht noch einmal erleben zu müssen, obwohl Erlebnisse dieser Art unvermeidlich sind. Sein Vater - ein schrecklicher Höhepunkt in der ersten Hälfte des Buches - zerschmettert einen Fairness-Pokal den Agassi als Viertplatzierter in einem Jugendturnier gewonnen hat, vor den Augen des Sohnes, weil solche "Trostpreise" nicht zählen. Der jugendliche A. wagt nicht aufzubegehren, weil er diese Weltsicht selbst verinnerlicht hat. Drittens: Das Werk ist nicht einfach ein beliebiger Bilderbogen unter dem Motto "per aspera ad astra", sondern steht unter einem einheitlichen Thema: der Ambivalenz des Haupthelden, der seinen Vater, das Tennis und sich selbst hasst und zugleich liebt. Der Hass resultiert aus den Existenzängsten, Rechtfertigungsbedürfnissen und Selbstzweifeln, die sich mit Vater und Tennis verbinden, dem ständigen Kampf um das seelische Überleben. Die andere Seite wird jedoch ebenfalls nicht geleugnet: Zumindest äußere Bedeutung hat dieses Leben vor allem auch den Sport erlangt: Wer würde sich für dieses Werk interessieren, wenn A. liebevoll erzogen worden wäre und seinen Wünschen entsprechend in einer Amateurfußballmannschaft glücklich geworden wäre. Die Antwort lautet: Niemand! Und dieser innere, niemals aufzulösende Widerspruch trägt das Buch über weite Strecken und macht es für jeden interessant, der sich einfach nur für Menschen und Lebensperspektiven interessiert. Wenn auch am Ende sich manches Dunkel lichtet und vieles in versöhnlicherem Licht erscheint: Die innerliche Zerrissenheit bleibt und der Leser hat nach dieser meisterhaften und brillanten Darstellung nicht das Gefühl, seine Zeit mit einer der üblichen Promi-Biographien verschwendet zu haben! Lesen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
37 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine total positive Überraschung,
Rezension bezieht sich auf: Open: Das Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein absoluter Hammer! Ich dachte, ich kriege eine dieser üblichen Sportlerautobiographien, geschrieben eher im Hausfrauenstil. Aber ich fand den Sportler Andre Agassi immer spannend und kaufte dieses Buch trotz meiner Bedenken. Und was halte ich in den Händen? Eines der erstaunlichsten Bücher des Jahres! Die Zusammenarbeit mit "Tender Bar"-Autor J.R. Moehringer gibt dieser Autobiographie eine erstaunliche Tiefe: Der Leser erlebt die Höhen und die Tiefen dieses Sportlerlebens sozusagen hautnah mit und die Beschreibungen der entscheidenden Tennismatche gehört bestimmt zum Besten, was die Sportliteratur zu bieten hat. Aber was das Buch so herausragend macht: Eigentlich geht es nicht um die Siege und Niederlagen, eigentlich geht es um die Suche eines jungen Mannes nach seinem Leben, das ihm von seinem erfolgsbesessenen Vater genommen wurde. Es gibt dazu eine Reihe von Szenen in diesem Buch, die man auch nach Jahren nicht vergessen können wird.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Selbst für Tennishasser spannend,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Open: Das Selbstporträt (Gebundene Ausgabe)
Ob Andre Agassi Tennis nun wirklich hasst, wie er in seiner Autobiographie immer wieder sagt, ist mir auch nach der Lektüre von 590 Seiten nicht klar. Aber ich weiß, dass ich eine der spannendsten Lebensgeschichten eines Spitzensportlers gelesen habe. Nicht weil er gesteht, ebenfalls in den Drogentopf gefallen zu sein oder die Öffentlichkeit jahrelang mit einem Haar-Toupet genarrt zu haben. Auch sein Geständnis, in Boris Becker den hässlichen Deutschen und in Steffi Graf das Fräuleinwunder gefunden zu haben, wäre die Lesezeit nicht wert gewesen. Außergewöhnlich ist diese Biographie ganz einfach, weil Andre Agassi nicht auf der Grundlinie bleibt, wenn er von seinem Leben spricht. Auch wenn die Abwehr gegnerischer Angriffe beim Preisgeben von Geschichten schwieriger ist, wenn man nahe ans Netz persönlicher Verstrickungen geht. Und weil Andre Agassi offenbar davon überzeugt ist, dass es keine guten Heldengeschichten ohne Helfer gibt, ließ er sich beim Verfassen seiner Autobiographie von einem Schriftsteller unterstützen, der ebenfalls zu Besten seines Fachs gehört. Nach allem, was ich durch dieses Buch über Andre Agassi erfahren habe, glaube ihm auch, dass er seinen Freund J. R. Moehringer mehrmals darum gebeten hat, dieses Buch unter dem Namen zu veröffentlichen. Wer Moehringers Roman "The Tender Bar" kennt, weiß also, dass ihn keine der üblichen Sportlerbiographien erwartet, in denen mehr oder weniger interessante Fakten durch holprige Sätze miteinander verbunden werden. Schön wäre es, wenn Ghostwriting auch im deutschen Sprachraum aus der Tabuzone käme und nicht mehr als Makel angesehen würde.Klar, dass es in der Lebensgeschichte eines Tennisstars viele Beschreibungen von Tennispartien gibt. Aber die Matchberichte sind sprachlich so gekonnt in Szene gesetzt, dass sie langweiligen Sportreportern als Weiterbildungsmaterial dienen könnten. Zudem geht es ja weniger darum, Erinnerungen von Tennisfans aufzufrischen, sondern vor allem um verschiedene Varianten der Geschichte vom Helden, der auszog, um den Drachen zu besiegen und die Prinzessin zu erobern. Da dieser Plot Mustercharakter hat, steht jedes Abenteuer für menschliche Verhaltensweisen, die vorwiegend von Gefühlen gesteuert werden, auf die das Bewusstsein herzlich wenig Einfluss hat. Nun weiß J. R. Moehringer selbstverständlich, dass er dem Publikum Anhaltspunkte liefern muss, warum sich die Personen einer Geschichte gerade so und nicht anders verhalten. Daher räumt er den Szenen von Andre Agassis Kindheit und Jugend viel Platz ein, gibt den prägenden Figuren genügend Sprechzeit und richtet den Scheinwerferkegel auf vermeintliche Details. So kann man als Leser eingermassen nachvollziehen, woher die Wut von Andre Agassi kommt und wie stark der Vater seinen Sohn beeinflusste. An die wichtige Rolle von Helden und Helfer zu glauben oder nicht, steht natürlich jedem Leser frei. Aber zumindest bei diesem Buch braucht es komplizierte intellektuelle Verrenkungen, um dem Inhalt entnehmen zu können, die Zeit der Helden sei vorbei. Die Geschichte von Andre Agassi hätte kaum ein Happyend, wäre er in seinem Leben nicht zwei, drei Menschen begegnet, denen er folgte und ihnen bis zum heutigen Tag die Treue hält. Denn wie andere Lebensberichte zeigen, können Vaterfiguren und Erziehungsmuster, wie Agassi sie erlebte, auch in den Abgrund führen. Wer sich nicht vom Glauben abbringen lässt, dass jeder der Schmied seines Glücks ist und alles nur am eigenen Willen liegt, wird viele Passagen dieses Buches überlesen oder krampfhaft umdeuten müssen. Wäre sein Onkel nicht im richtigen Moment aufgetaucht, hätte das Leben von Agassi wohl einen anderen Weg genommen. Wäre diese oder jene Partie anders ausgegangen, hätten wir andere Fortsetzungen gelesen. Der Leser erfährt aber nicht nur, welche Zufälle eine Karriere beeinflussen können, sondern wird auch mit gesellschaftlichen und ökonomischen Mustervorlagen bekanntgemacht, die auf individuelles Verhalten wirken. Die Medien haben ebenso ihre eigenen Gesetze wie die Werbe- oder Finanzwirtschaft. Und der Spielraum, sich diesen Gesetzen als Einzelner entziehen zu können, ist oft weniger groß, als Außenstehende meinen. Wenn Andre Agassi seine wichtigsten Freundschaften vor seinem Eintritt in die Welt der Reichen und Schönen gefunden hat, mag dies vielleicht einige trösten, die mit dem Schicksal hadern und einer glorreichen Karriere nachtrauern. Auch wenn die eindrücklichste Liebesgeschichte in diesem Buch die Verbindung von Andre Agassi mit Steffi Graf ist. Mein Fazit: Da die Lebensgeschichte von Andre Agassi alle Elemente enthält, die wir von einem spannenden Roman erwarten, ist es ein Glücksfall, dass er sich beim Aufschreiben von einem bekannten Schriftsteller unterstützen ließ. Selbst wenn es ohne Talent niemand zum Meister seines Fachs schaffen wird, braucht es im Leben auch Begegnungen mit Menschen, die zugeschüttete Kanäle freilegen und als Vorbilder wirken. Auch davon erzählt diese Biographie. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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