Danke für diesen berührenden Einblick in das Sportlerleben eines der größten Spieler, die dieser Sport gesehen hat.
Heute schaue ich im TV kein Match mehr, aber die 80er und 90er Jahre, das waren "meine" Jahrzehnte.
Mit diesem Buch erhält man die Gelegenheit, diese spannende Tennisperiode erneut durch andere Augen zu durchleben. Ich konnte mich an viele der beschriebenen Momente in den Matches noch genau erinnern. Und es ist fast, als ob man sie nun von der "anderen Seite des Bildschirms" erlebt.
Obwohl ich diese Zeit sehr genau verfolge und dachte, quasi ein Experte für den Tenniszirkus dieser Zeit zu sein, straft mich Andre Lügen :)
Ich hatte keine Ahnung, dass er Tennis eigentlich hasste, dass ihn nur sein Vater dazu getrieben hatte. Dass das, was man auf dem Platz und im TV sah oder glaubte zu sehen, eigentlich 80% ein von den Medien "gepushtes" Image und dass der Mensch Andre Agassi ganz anders war. Nämlich verletzlich, eher schüchtern und oft verloren - speziell in den jungen Jahren.
Die Angst vor dem Aufhören, die Unsicherheit über die Zukunft (was soll ich sonst tun, ausser Tennis-spielen, ich kann doch nichts anderes) trieb ihn immer weiter und führte dazu, dass er nicht nur gegen Legenden, wie Lendl, Connors, McEnroe, sondern auch gegen "aktuelle" Größen, wie Roger Federer oder Rafael Nadal antrat.
Das Buch beginnt mit einigen kurzen aktuellen Begebenheiten und versetzt den Leser danach in Andres Zeit als Kind mit seinem Vater in Las Vegas. Man lernt das berühmt/berüchtigte Tennis-Camp von Nick Bolletieri mit seinen "Insassen" genauer kennen und erfährt über Andres schulische Probleme und Abneigungen, seine Beziehungen und auch viele Anekdoten und Informationen über seine Tenniskollegen und Konkurrenten, sowie seine Coaches Brad Gilbert und Darren Cahill und nicht zu vergessen Gil :)
Man liest über die, zum Scheitern verurteilte Ehe mit Brooke Shields, und das "Happy End" mit Steffi Graf.
Mit der Andre Agassi College Preparatory Academy, sowie vielen Charity Aktionen, versuchte er auch immer wieder benachteiligten Kindern zu helfen - auch nach dem Tennis.
Ich habe die englische gebundene Ausgabe gelesen.
Der Schreibstil ist widererwarten sehr gut und fesselnd. Als Fan dieser Tenniszeit habe ich das Buch natürlich verschlungen.
Die Papierqualität ist leider, wie bei vielen amerikanischen Büchern, eher niedrig. Das Druckbild aber viel besser als bei anderen.
Das Buch ist für Fans von Andre Agassi natürlich ein Muss, ist aber auch für Fans der Tennisszene zur aktiven Zeit von Agassi sehr zu empfehlen.
Denn auch ich, als Kenner dieser Zeit, habe noch sehr viel Neues und Interessantes erfahren.
Obwohl Tennis einen großen Teil des Buches einnimmt, steht der Mensch Andre Agassi mit all seinen Gefühlen, Stärken und Schwächen im Vordergrund.