Wer dachte, der zurückgezogene Mann, der Pink Floyd Stimme, Songs und schließlich auch den Namen gab, wäre Ende der Achtziger Jahre wieder aus der Versenkung aufgetaucht, irrt gewaltig. "Opel" ist eine Sammlung aus in den Archiven verstaubtem Material der Jahre 1968 bis 1970. Ob man Syd Barrett nun für einen Scharlartan oder ein Genie hält - "Opel" ist eine ganz interessante Sammlung von unveröffentlichten Stücken, die dabei stets mehr spontane Momentaufnahmen darstellen als vollendet perfekte Musik. Wie das Eingangsstück "Opel" sind viele Stücke akustisch gehalten. Die Indianersaga "Swan Lee" trägt Barrett mit abgrundtiefer Bassstimme vor und setzt sie mit markanten Gitarrenakzenten und psychedelischer Orgel um. "Golden Hair" ist bereits von dem Debütalbum "Madcap Laughs" bekannt - hier ist es in einer sparsam instrumentierten Gesangsversion und alternativ als Instrumentalstück zu hören. "Lanky Part 2" vereint mantrische Trommelrituale mit Gitarre- und Vibrafonakzenten - und wirkt dabei so kindlich verspielt wie dieser seelisch zerissene Künstler selber war, von dem seit 1970 musikalisch nichts mehr zu hören war - und wohl auch nie wieder was zu hören sein wird...