Man kann ja über Oomph! Leicht meckern: Viele Singles, dick in Teeniemagazinen, singen auf einmal fast nur noch deutsch.... Aber: Oomph! Machen all das irgendwie gut und bis auf das furchtbare "Gott ist ein Popstar" finde ich auf der clever betitelten ersten DVD der Band, "Rohstoff" jede Menge Hits. Erst hat man ein Konzert in Berlin für diese DVD mitgeschnitten. Dort ballern die drei Oomphies und ihre Gast- Rhythmusfraktion der gut aufgelegten Meute gleich 21 Songs um die Ohren. Dabei fällt direkt auf, dass die teils massiven Keyboardsound eingespielt werden, was ich etwas schade finde. Bis auf Frontsau Dero gibt sich der Rest der in Priesterrobe auftretenden Herren recht bedeckt. Da nickt der Kopf, man wippt vor und zurück. Bewegung ist hier leider wenig. Dero in weißer Zwangsjacke und die gute Lightshow sind der Hingucker. Die Schnitte sind glücklicherweise nicht zu hektisch, der Sound ist prall aber klingt beim Gesang recht natürlich. Irgendwie ist Oomph! live die bravere Version von Rammstein, weniger Feuer, weniger Provokation. Rammstein wurden ja von den fast 20 Jahren existierenden Oomph! beeinflusst und stehen auch dazu.
Wem das nun nicht reicht, der bekommt alle(!) 15 Videoclips der Band, wo Gaststars wie Apocalyptica, Marta Jandova (Die Happy), L'ame Immortelle und Nina Hagen dabei sind. Wer schon mal einen Oomph! Clip gesehen hat, weiß das diese richtig gut gemachte kleine Kunstwerke sind. Meine Favoriten sind immer noch "Das weiße Licht" und "Supernova"! Klasse Sache. Sicher sind fast alle Songs quasi doppelt, da sie auch beim Konzert in der Setlist vorkamen. Wer dann noch nicht genug hat, bekommt satte neun Making Ofs zu verschiedenen Clips, wo Oomph! Recht lustig sind und viele Faxen machen. Schließlich gibt es dann noch 23 Minuten lang ein Interview mit der Band! Dort geben sich die drei sehr natürlich und sympathisch. Was sie erzählen ist interessant und hat Hand und Fuß.
Diese DVD ist wirklich "Value For Money" und ein Muss für alle Fans der Band! Von dieser ultrafetten Spielzeit können sich viele Veröffentlichungen der letzten Zeit eine Scheibe abschneiden.