Oomph!

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Napster Fan Award: ok, wir sind derzeit auf Platz 9... das ist schon ganz ordentlich, aber das können wir doch... http://t.co/optlfWteZM


Biografie

Eine Idee stand am Anfang: Warum nicht völlig verschiedene Einflüsse fusionieren? Dieser Idee folgen Oomph! bis heute, mit dem Unterschied, dass die Zahl ihrer Einflüsse parallel zu ihren kreativen Fähigkeiten stetig gewachsen ist. Dero, Flux und Crap stehen für Aufbruch und Kontinuität. In über zwei Jahrzehnten hat das Trio seine Musik immer wieder erneuert, erweitert und vertieft. Der ständige Innovationsprozess hatte zur Folge, dass inzwischen Anhänger völlig verschiedener Lager Fans der Wahl-Braunschweiger sind.

Die Oomph!-Story reicht zurück ins Schicksalsjahr 1989 und begann in ihrer ... Lesen Sie mehr

Eine Idee stand am Anfang: Warum nicht völlig verschiedene Einflüsse fusionieren? Dieser Idee folgen Oomph! bis heute, mit dem Unterschied, dass die Zahl ihrer Einflüsse parallel zu ihren kreativen Fähigkeiten stetig gewachsen ist. Dero, Flux und Crap stehen für Aufbruch und Kontinuität. In über zwei Jahrzehnten hat das Trio seine Musik immer wieder erneuert, erweitert und vertieft. Der ständige Innovationsprozess hatte zur Folge, dass inzwischen Anhänger völlig verschiedener Lager Fans der Wahl-Braunschweiger sind.

Die Oomph!-Story reicht zurück ins Schicksalsjahr 1989 und begann in ihrer Heimatstadt Wolfsburg. Aus Einflüssen von EBM, Rock und New Wave schufen die drei Einsteiger einen neuen Sound. Brennpunkte der damaligen Elektro-Szene waren Berlin und Frankfurt. "Damals machten wir so Hauruck-Aktionen, dass wir Freitagabend ins Auto stiegen, um ins Berliner "Linientreu" oder Frankfurter "Dorian Gray" zu fahren. Dort haben wir die Nacht durchgemacht. Morgens wurde gefrühstückt und völlig übermüdet wieder zurück gefahren", berichtet Crap amüsiert. "Im "Linientreu" ist auch unsere erste Single "Ich bin du" zum ersten Mal aufgelegt worden - und die Leute tanzten", kann sich Flux entsinnen, "damals hatten wir dem DJ den Titel noch auf Kassette überreicht."

Die stilistische Offenheit spiegelt sich schon im Namen wieder. "Damals nannten Bands sich gerne wie Computer. Du hast einen Namen gesehen und wusstest, die Kapelle macht EBM", sagt Crap. "Darauf hatten wir keinen Bock, deswegen haben wir Oomph! gewählt. Wir wollten nicht zu einer Szene gehören!" Die obligatorische Frage, was denn Oomph bedeute, antwortet Sänger Dero so unzweideutig wie schlagfertig: "Marilyn Monroe hatte Oomph!" "Man kann uns nicht festlegen", fährt Dero fort, "wir haben Crossover gemacht, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Schon früh haben sowohl Metal- als auch Elektro-Magazine über uns geschrieben. Unsere zweite Single "Der neue Gott" ging in die amerikanischen College Radio Charts." Flux nennt ein paar Namen: "In jungen Jahren haben wir AC/DC gehört, aber auch Kraftwerk, DAF, Depeche Mode und The Cure." Für Crap waren es Bands wie "Laibach, Krupps, Nitzer Ebb und Front 242. Dazu hatten wir deutsche und englische Texte, das hat niemand außer uns gemacht."

In der Anfangszeit wurden Oomph!-Tonträger von einem Berliner Indie vertrieben. 1998 wechselte die Band zu einem Münchener Major, mit "Das weiße Licht" und "Fieber" (feat. Nina Hagen) gelangen erste Hits. Anfang 2004 wurde ein Traum wahr, die Single "Augen Auf!" erreichte Platz eins in Deutschland. Das zugehörige Album "Wahrheit oder Pflicht" kam auf Platz zwei der Media-Control-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet, besagte Single erhielt sogar Platin. Dazu bekamen die Niedersachsen auch noch die Eins Live Krone als "beste Band des Jahres" überreicht.

Auf Höhepunkte folgten Tiefschläge. So wurden Oomph! von der TV-Übertragung des Echo 2006 ausgeschlossen und durften ihren Song "Gott ist ein Popstar" nicht präsentieren. Es war die Zeit der Mohammed-Karrikaturen, den Fernsehmachern mangelte es an Zivilcourage, sich für Meinungs- und Glaubensfreiheit einzusetzen. 2007 gewannen Oomph! mit Sängerin Marta Jandová und der Single "Träumst Du" den Bundesvision Song Contest. Kurz darauf nahm die Band an der "Wok Weltmeisterschaft" in Innsbruck teil, wo sich Sänger Dero bei einem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Ein Jahr später kam wieder eine gute Nachricht, ihr Album "Monster" stieg in die Top Ten ein. Das Folgealbum "Truth Or Dare" (2010) verfassten Oomph! komplett in englischer Sprache. Im Zuge ihrer Karriere gastierten die Deutschen in aller Welt, das Trio gab Konzerte in Russland, den USA und nahezu allen Ländern Europas. Musiker zahlreicher Szenen und Regionen nennen Oomph! als Vorbild, darunter etwa die Berliner Rammstein.

Mit "Des Wahnsinns fette Beute" machen die drei Marathonmänner nun das Dutzend voll, zwölf Alben in 23 Jahren, das schaffen nur wenige Bands. Für das aktuelle Opus wurden neue Spielregeln aufgestellt. "Lasst uns alles zulassen, so als hätten wir eine neue Band gegründet. Lasst uns selbstironisch augenzwinkernd ans Werk gehen. Bevor andere über uns lachen, machen wir das lieber selbst", formuliert Dero ihren Vorsatz.

Zusätzlich holten sie sich befreundete Musiker ins bandeigene Studio, die ebenfalls Ideen beisteuerten. "Wir wollten uns neu entdecken. Raus aus Gothic und Melancholie, bunt statt dunkel!", bekräftigt Crap. So entstand das vielfältigste, eingängigste und witzigste Werk ihrer bisherigen Laufbahn. Frei nach dem Motto "anything goes" wurde es ein kunterbunter Reigen diverser Stile, ohne dabei die Wurzeln der Anfangszeit aus den Augen zu verlieren. So steht eine Gitarren-Nummer wie "Unzerstörbar" neben "Zwei Schritte vor", einem Song mit Sixties-Feeling und Bläsern. "Such mich find mich" ist purer Dancefloor, "Bis der Spiegel zerbricht" eine sehnsüchtige Synthi-Ballade, hinzu gesellt sich 80er-Pop wie "Kosmonaut", Voll-Auf-Die Zwölf-Rock wie "Komm zurück" und eine Variete-Nummer mit Reeperbahn-Flair wie "Seemannsrose".

Zum musikalischen Reichtum kommt jede Menge Komik mit Köpfchen in den Texten. "Unzerstörbar" etwa handelt von Größenwahn und Selbstbetrug, Dingen also, die man im Musikgeschäft öfter findet. In "Zwei Schritte vor" geht es um die Weltwirtschaftskrise und ihre Wölfe (Bänker), Lämmer (Otto-Normalanleger) und Hütehunde (Politiker). "Such mich find mich" dreht sich um die Liebe, während "Bis der Spiegel bricht" sich mit Casting Shows und Wegwerf-Kultur befasst. "Aus meiner Haut" behandelt ein Lieblingsthema von Frontmann Dero: "Jeder Mensch ist bi, am-bi-valent und bi-polar. Ich finde, es sollte nicht nur Schwulen und Bi-Sexuellen vorbehalten sein, Lieder über Homo- oder Bisexualität zu schreiben. Weil ich das in Songtexten und auf der Bühne ausleben kann, bin relativ entspannt in dieser Hinsicht", sagt der Familienmensch und Vater zweier Kinder. Flux sieht den Text als "Metapher für alle anderen Bereiche, in denen man gerne aus seiner Haut möchte, aber sich nicht traut. Vielleicht sollte man sich einfach mal ein Kleidchen anziehen, nehmen wir z.b. Marilyn Manson. Der würde vielleicht mal gerne ein Schmusealbum machen, kommt aber aus dem fest geschnürten Korsett seines eigenen Klischees ganz offensichtlich nicht mehr heraus." Mit "Seemannsrose" bleiben Oomph! beim Thema und setzen noch einen drauf. In dieser schwülen Hafen-Spelunken-Nummer wird nahezu jedes Szene-Klischee bedient. (Auszug: "Komm mein schöner Leichtmatrose / lass uns bummeln gehen / lass herab die Seemanshose / alle soll´n uns fummeln sehen").

Ein weiterer Höhepunkt der Oomph!´schen Dichtkunst ist der Titel "Bonobos", bei dem man förmlich hören kann, welch Spaß die Drei gehabt haben müssen. (Auszug: "Die Bonobos sind vorbildlich / sie teilen alles brüderlich / zu zweit, zu dritt sogar zu viert / bei Stress wird einfach kopuliert"). "Irgendwann auf Tour haben wir eine Doku über Bonobos gesehen. Wir Menschen stammen von zwei Hauptadern der Primaten ab: Schimpansen und Bonobos. Das macht die Ambivalenz des Menschen aus, auf der einen Seite können wir rauben, morden, vergewaltigen - das sind wahrscheinlich unsere Schimpansengene; auf der anderen Seite sind wir relativ harmoniebedürftig und haben auch nichts gegen Stressbewältigung durch Sex", erklärt Dero. "Wir wollten uns band-intern nicht mehr so viel streiten, so wurden die Bonobos zu einem running gag bei uns."

Jedes Mitglied des Trios ist smart, eloquent und durchaus streitbar. Da fragt man sich: Wie haben es Oomph! über zwanzig Jahre zusammen ausgehalten? "In einer Dreier-Konstellation gibt es kein Unentschieden bei Abstimmungen", weiß Flux. "Wir sind nicht so nachtragend und versöhnen uns schnell, schließlich sind wir auch eine Interessengemeinschaft", antwortet Crap. "Methode Bonobo", lacht Dero, "inzwischen haben wir die richtige Mischung aus Nähe und Distanz."

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Eine Idee stand am Anfang: Warum nicht völlig verschiedene Einflüsse fusionieren? Dieser Idee folgen Oomph! bis heute, mit dem Unterschied, dass die Zahl ihrer Einflüsse parallel zu ihren kreativen Fähigkeiten stetig gewachsen ist. Dero, Flux und Crap stehen für Aufbruch und Kontinuität. In über zwei Jahrzehnten hat das Trio seine Musik immer wieder erneuert, erweitert und vertieft. Der ständige Innovationsprozess hatte zur Folge, dass inzwischen Anhänger völlig verschiedener Lager Fans der Wahl-Braunschweiger sind.

Die Oomph!-Story reicht zurück ins Schicksalsjahr 1989 und begann in ihrer Heimatstadt Wolfsburg. Aus Einflüssen von EBM, Rock und New Wave schufen die drei Einsteiger einen neuen Sound. Brennpunkte der damaligen Elektro-Szene waren Berlin und Frankfurt. "Damals machten wir so Hauruck-Aktionen, dass wir Freitagabend ins Auto stiegen, um ins Berliner "Linientreu" oder Frankfurter "Dorian Gray" zu fahren. Dort haben wir die Nacht durchgemacht. Morgens wurde gefrühstückt und völlig übermüdet wieder zurück gefahren", berichtet Crap amüsiert. "Im "Linientreu" ist auch unsere erste Single "Ich bin du" zum ersten Mal aufgelegt worden - und die Leute tanzten", kann sich Flux entsinnen, "damals hatten wir dem DJ den Titel noch auf Kassette überreicht."

Die stilistische Offenheit spiegelt sich schon im Namen wieder. "Damals nannten Bands sich gerne wie Computer. Du hast einen Namen gesehen und wusstest, die Kapelle macht EBM", sagt Crap. "Darauf hatten wir keinen Bock, deswegen haben wir Oomph! gewählt. Wir wollten nicht zu einer Szene gehören!" Die obligatorische Frage, was denn Oomph bedeute, antwortet Sänger Dero so unzweideutig wie schlagfertig: "Marilyn Monroe hatte Oomph!" "Man kann uns nicht festlegen", fährt Dero fort, "wir haben Crossover gemacht, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Schon früh haben sowohl Metal- als auch Elektro-Magazine über uns geschrieben. Unsere zweite Single "Der neue Gott" ging in die amerikanischen College Radio Charts." Flux nennt ein paar Namen: "In jungen Jahren haben wir AC/DC gehört, aber auch Kraftwerk, DAF, Depeche Mode und The Cure." Für Crap waren es Bands wie "Laibach, Krupps, Nitzer Ebb und Front 242. Dazu hatten wir deutsche und englische Texte, das hat niemand außer uns gemacht."

In der Anfangszeit wurden Oomph!-Tonträger von einem Berliner Indie vertrieben. 1998 wechselte die Band zu einem Münchener Major, mit "Das weiße Licht" und "Fieber" (feat. Nina Hagen) gelangen erste Hits. Anfang 2004 wurde ein Traum wahr, die Single "Augen Auf!" erreichte Platz eins in Deutschland. Das zugehörige Album "Wahrheit oder Pflicht" kam auf Platz zwei der Media-Control-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet, besagte Single erhielt sogar Platin. Dazu bekamen die Niedersachsen auch noch die Eins Live Krone als "beste Band des Jahres" überreicht.

Auf Höhepunkte folgten Tiefschläge. So wurden Oomph! von der TV-Übertragung des Echo 2006 ausgeschlossen und durften ihren Song "Gott ist ein Popstar" nicht präsentieren. Es war die Zeit der Mohammed-Karrikaturen, den Fernsehmachern mangelte es an Zivilcourage, sich für Meinungs- und Glaubensfreiheit einzusetzen. 2007 gewannen Oomph! mit Sängerin Marta Jandová und der Single "Träumst Du" den Bundesvision Song Contest. Kurz darauf nahm die Band an der "Wok Weltmeisterschaft" in Innsbruck teil, wo sich Sänger Dero bei einem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Ein Jahr später kam wieder eine gute Nachricht, ihr Album "Monster" stieg in die Top Ten ein. Das Folgealbum "Truth Or Dare" (2010) verfassten Oomph! komplett in englischer Sprache. Im Zuge ihrer Karriere gastierten die Deutschen in aller Welt, das Trio gab Konzerte in Russland, den USA und nahezu allen Ländern Europas. Musiker zahlreicher Szenen und Regionen nennen Oomph! als Vorbild, darunter etwa die Berliner Rammstein.

Mit "Des Wahnsinns fette Beute" machen die drei Marathonmänner nun das Dutzend voll, zwölf Alben in 23 Jahren, das schaffen nur wenige Bands. Für das aktuelle Opus wurden neue Spielregeln aufgestellt. "Lasst uns alles zulassen, so als hätten wir eine neue Band gegründet. Lasst uns selbstironisch augenzwinkernd ans Werk gehen. Bevor andere über uns lachen, machen wir das lieber selbst", formuliert Dero ihren Vorsatz.

Zusätzlich holten sie sich befreundete Musiker ins bandeigene Studio, die ebenfalls Ideen beisteuerten. "Wir wollten uns neu entdecken. Raus aus Gothic und Melancholie, bunt statt dunkel!", bekräftigt Crap. So entstand das vielfältigste, eingängigste und witzigste Werk ihrer bisherigen Laufbahn. Frei nach dem Motto "anything goes" wurde es ein kunterbunter Reigen diverser Stile, ohne dabei die Wurzeln der Anfangszeit aus den Augen zu verlieren. So steht eine Gitarren-Nummer wie "Unzerstörbar" neben "Zwei Schritte vor", einem Song mit Sixties-Feeling und Bläsern. "Such mich find mich" ist purer Dancefloor, "Bis der Spiegel zerbricht" eine sehnsüchtige Synthi-Ballade, hinzu gesellt sich 80er-Pop wie "Kosmonaut", Voll-Auf-Die Zwölf-Rock wie "Komm zurück" und eine Variete-Nummer mit Reeperbahn-Flair wie "Seemannsrose".

Zum musikalischen Reichtum kommt jede Menge Komik mit Köpfchen in den Texten. "Unzerstörbar" etwa handelt von Größenwahn und Selbstbetrug, Dingen also, die man im Musikgeschäft öfter findet. In "Zwei Schritte vor" geht es um die Weltwirtschaftskrise und ihre Wölfe (Bänker), Lämmer (Otto-Normalanleger) und Hütehunde (Politiker). "Such mich find mich" dreht sich um die Liebe, während "Bis der Spiegel bricht" sich mit Casting Shows und Wegwerf-Kultur befasst. "Aus meiner Haut" behandelt ein Lieblingsthema von Frontmann Dero: "Jeder Mensch ist bi, am-bi-valent und bi-polar. Ich finde, es sollte nicht nur Schwulen und Bi-Sexuellen vorbehalten sein, Lieder über Homo- oder Bisexualität zu schreiben. Weil ich das in Songtexten und auf der Bühne ausleben kann, bin relativ entspannt in dieser Hinsicht", sagt der Familienmensch und Vater zweier Kinder. Flux sieht den Text als "Metapher für alle anderen Bereiche, in denen man gerne aus seiner Haut möchte, aber sich nicht traut. Vielleicht sollte man sich einfach mal ein Kleidchen anziehen, nehmen wir z.b. Marilyn Manson. Der würde vielleicht mal gerne ein Schmusealbum machen, kommt aber aus dem fest geschnürten Korsett seines eigenen Klischees ganz offensichtlich nicht mehr heraus." Mit "Seemannsrose" bleiben Oomph! beim Thema und setzen noch einen drauf. In dieser schwülen Hafen-Spelunken-Nummer wird nahezu jedes Szene-Klischee bedient. (Auszug: "Komm mein schöner Leichtmatrose / lass uns bummeln gehen / lass herab die Seemanshose / alle soll´n uns fummeln sehen").

Ein weiterer Höhepunkt der Oomph!´schen Dichtkunst ist der Titel "Bonobos", bei dem man förmlich hören kann, welch Spaß die Drei gehabt haben müssen. (Auszug: "Die Bonobos sind vorbildlich / sie teilen alles brüderlich / zu zweit, zu dritt sogar zu viert / bei Stress wird einfach kopuliert"). "Irgendwann auf Tour haben wir eine Doku über Bonobos gesehen. Wir Menschen stammen von zwei Hauptadern der Primaten ab: Schimpansen und Bonobos. Das macht die Ambivalenz des Menschen aus, auf der einen Seite können wir rauben, morden, vergewaltigen - das sind wahrscheinlich unsere Schimpansengene; auf der anderen Seite sind wir relativ harmoniebedürftig und haben auch nichts gegen Stressbewältigung durch Sex", erklärt Dero. "Wir wollten uns band-intern nicht mehr so viel streiten, so wurden die Bonobos zu einem running gag bei uns."

Jedes Mitglied des Trios ist smart, eloquent und durchaus streitbar. Da fragt man sich: Wie haben es Oomph! über zwanzig Jahre zusammen ausgehalten? "In einer Dreier-Konstellation gibt es kein Unentschieden bei Abstimmungen", weiß Flux. "Wir sind nicht so nachtragend und versöhnen uns schnell, schließlich sind wir auch eine Interessengemeinschaft", antwortet Crap. "Methode Bonobo", lacht Dero, "inzwischen haben wir die richtige Mischung aus Nähe und Distanz."

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Eine Idee stand am Anfang: Warum nicht völlig verschiedene Einflüsse fusionieren? Dieser Idee folgen Oomph! bis heute, mit dem Unterschied, dass die Zahl ihrer Einflüsse parallel zu ihren kreativen Fähigkeiten stetig gewachsen ist. Dero, Flux und Crap stehen für Aufbruch und Kontinuität. In über zwei Jahrzehnten hat das Trio seine Musik immer wieder erneuert, erweitert und vertieft. Der ständige Innovationsprozess hatte zur Folge, dass inzwischen Anhänger völlig verschiedener Lager Fans der Wahl-Braunschweiger sind.

Die Oomph!-Story reicht zurück ins Schicksalsjahr 1989 und begann in ihrer Heimatstadt Wolfsburg. Aus Einflüssen von EBM, Rock und New Wave schufen die drei Einsteiger einen neuen Sound. Brennpunkte der damaligen Elektro-Szene waren Berlin und Frankfurt. "Damals machten wir so Hauruck-Aktionen, dass wir Freitagabend ins Auto stiegen, um ins Berliner "Linientreu" oder Frankfurter "Dorian Gray" zu fahren. Dort haben wir die Nacht durchgemacht. Morgens wurde gefrühstückt und völlig übermüdet wieder zurück gefahren", berichtet Crap amüsiert. "Im "Linientreu" ist auch unsere erste Single "Ich bin du" zum ersten Mal aufgelegt worden - und die Leute tanzten", kann sich Flux entsinnen, "damals hatten wir dem DJ den Titel noch auf Kassette überreicht."

Die stilistische Offenheit spiegelt sich schon im Namen wieder. "Damals nannten Bands sich gerne wie Computer. Du hast einen Namen gesehen und wusstest, die Kapelle macht EBM", sagt Crap. "Darauf hatten wir keinen Bock, deswegen haben wir Oomph! gewählt. Wir wollten nicht zu einer Szene gehören!" Die obligatorische Frage, was denn Oomph bedeute, antwortet Sänger Dero so unzweideutig wie schlagfertig: "Marilyn Monroe hatte Oomph!" "Man kann uns nicht festlegen", fährt Dero fort, "wir haben Crossover gemacht, als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Schon früh haben sowohl Metal- als auch Elektro-Magazine über uns geschrieben. Unsere zweite Single "Der neue Gott" ging in die amerikanischen College Radio Charts." Flux nennt ein paar Namen: "In jungen Jahren haben wir AC/DC gehört, aber auch Kraftwerk, DAF, Depeche Mode und The Cure." Für Crap waren es Bands wie "Laibach, Krupps, Nitzer Ebb und Front 242. Dazu hatten wir deutsche und englische Texte, das hat niemand außer uns gemacht."

In der Anfangszeit wurden Oomph!-Tonträger von einem Berliner Indie vertrieben. 1998 wechselte die Band zu einem Münchener Major, mit "Das weiße Licht" und "Fieber" (feat. Nina Hagen) gelangen erste Hits. Anfang 2004 wurde ein Traum wahr, die Single "Augen Auf!" erreichte Platz eins in Deutschland. Das zugehörige Album "Wahrheit oder Pflicht" kam auf Platz zwei der Media-Control-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet, besagte Single erhielt sogar Platin. Dazu bekamen die Niedersachsen auch noch die Eins Live Krone als "beste Band des Jahres" überreicht.

Auf Höhepunkte folgten Tiefschläge. So wurden Oomph! von der TV-Übertragung des Echo 2006 ausgeschlossen und durften ihren Song "Gott ist ein Popstar" nicht präsentieren. Es war die Zeit der Mohammed-Karrikaturen, den Fernsehmachern mangelte es an Zivilcourage, sich für Meinungs- und Glaubensfreiheit einzusetzen. 2007 gewannen Oomph! mit Sängerin Marta Jandová und der Single "Träumst Du" den Bundesvision Song Contest. Kurz darauf nahm die Band an der "Wok Weltmeisterschaft" in Innsbruck teil, wo sich Sänger Dero bei einem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung zuzog. Ein Jahr später kam wieder eine gute Nachricht, ihr Album "Monster" stieg in die Top Ten ein. Das Folgealbum "Truth Or Dare" (2010) verfassten Oomph! komplett in englischer Sprache. Im Zuge ihrer Karriere gastierten die Deutschen in aller Welt, das Trio gab Konzerte in Russland, den USA und nahezu allen Ländern Europas. Musiker zahlreicher Szenen und Regionen nennen Oomph! als Vorbild, darunter etwa die Berliner Rammstein.

Mit "Des Wahnsinns fette Beute" machen die drei Marathonmänner nun das Dutzend voll, zwölf Alben in 23 Jahren, das schaffen nur wenige Bands. Für das aktuelle Opus wurden neue Spielregeln aufgestellt. "Lasst uns alles zulassen, so als hätten wir eine neue Band gegründet. Lasst uns selbstironisch augenzwinkernd ans Werk gehen. Bevor andere über uns lachen, machen wir das lieber selbst", formuliert Dero ihren Vorsatz.

Zusätzlich holten sie sich befreundete Musiker ins bandeigene Studio, die ebenfalls Ideen beisteuerten. "Wir wollten uns neu entdecken. Raus aus Gothic und Melancholie, bunt statt dunkel!", bekräftigt Crap. So entstand das vielfältigste, eingängigste und witzigste Werk ihrer bisherigen Laufbahn. Frei nach dem Motto "anything goes" wurde es ein kunterbunter Reigen diverser Stile, ohne dabei die Wurzeln der Anfangszeit aus den Augen zu verlieren. So steht eine Gitarren-Nummer wie "Unzerstörbar" neben "Zwei Schritte vor", einem Song mit Sixties-Feeling und Bläsern. "Such mich find mich" ist purer Dancefloor, "Bis der Spiegel zerbricht" eine sehnsüchtige Synthi-Ballade, hinzu gesellt sich 80er-Pop wie "Kosmonaut", Voll-Auf-Die Zwölf-Rock wie "Komm zurück" und eine Variete-Nummer mit Reeperbahn-Flair wie "Seemannsrose".

Zum musikalischen Reichtum kommt jede Menge Komik mit Köpfchen in den Texten. "Unzerstörbar" etwa handelt von Größenwahn und Selbstbetrug, Dingen also, die man im Musikgeschäft öfter findet. In "Zwei Schritte vor" geht es um die Weltwirtschaftskrise und ihre Wölfe (Bänker), Lämmer (Otto-Normalanleger) und Hütehunde (Politiker). "Such mich find mich" dreht sich um die Liebe, während "Bis der Spiegel bricht" sich mit Casting Shows und Wegwerf-Kultur befasst. "Aus meiner Haut" behandelt ein Lieblingsthema von Frontmann Dero: "Jeder Mensch ist bi, am-bi-valent und bi-polar. Ich finde, es sollte nicht nur Schwulen und Bi-Sexuellen vorbehalten sein, Lieder über Homo- oder Bisexualität zu schreiben. Weil ich das in Songtexten und auf der Bühne ausleben kann, bin relativ entspannt in dieser Hinsicht", sagt der Familienmensch und Vater zweier Kinder. Flux sieht den Text als "Metapher für alle anderen Bereiche, in denen man gerne aus seiner Haut möchte, aber sich nicht traut. Vielleicht sollte man sich einfach mal ein Kleidchen anziehen, nehmen wir z.b. Marilyn Manson. Der würde vielleicht mal gerne ein Schmusealbum machen, kommt aber aus dem fest geschnürten Korsett seines eigenen Klischees ganz offensichtlich nicht mehr heraus." Mit "Seemannsrose" bleiben Oomph! beim Thema und setzen noch einen drauf. In dieser schwülen Hafen-Spelunken-Nummer wird nahezu jedes Szene-Klischee bedient. (Auszug: "Komm mein schöner Leichtmatrose / lass uns bummeln gehen / lass herab die Seemanshose / alle soll´n uns fummeln sehen").

Ein weiterer Höhepunkt der Oomph!´schen Dichtkunst ist der Titel "Bonobos", bei dem man förmlich hören kann, welch Spaß die Drei gehabt haben müssen. (Auszug: "Die Bonobos sind vorbildlich / sie teilen alles brüderlich / zu zweit, zu dritt sogar zu viert / bei Stress wird einfach kopuliert"). "Irgendwann auf Tour haben wir eine Doku über Bonobos gesehen. Wir Menschen stammen von zwei Hauptadern der Primaten ab: Schimpansen und Bonobos. Das macht die Ambivalenz des Menschen aus, auf der einen Seite können wir rauben, morden, vergewaltigen - das sind wahrscheinlich unsere Schimpansengene; auf der anderen Seite sind wir relativ harmoniebedürftig und haben auch nichts gegen Stressbewältigung durch Sex", erklärt Dero. "Wir wollten uns band-intern nicht mehr so viel streiten, so wurden die Bonobos zu einem running gag bei uns."

Jedes Mitglied des Trios ist smart, eloquent und durchaus streitbar. Da fragt man sich: Wie haben es Oomph! über zwanzig Jahre zusammen ausgehalten? "In einer Dreier-Konstellation gibt es kein Unentschieden bei Abstimmungen", weiß Flux. "Wir sind nicht so nachtragend und versöhnen uns schnell, schließlich sind wir auch eine Interessengemeinschaft", antwortet Crap. "Methode Bonobo", lacht Dero, "inzwischen haben wir die richtige Mischung aus Nähe und Distanz."

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