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Totgeglaubte leben länger: 1982 erschien
Vs., das erste Studioalbum der Mission Of Burma, begründete eine Legende und verkörpert sie seither. Heute erscheint mit
ONoffON, das zweite. Dass Mission Of Burma, obwohl sie vielen als eine der wichtigsten Post-Punk-Bands und darüber hinaus gelten, trotzdem nie den gleichen Bekanntheitsgrad wie
SonicYouth,
Pere Ubu oder
Black Flag erreichten, war gewissermaßen programmatisches Pech: Ihre als Stilmittel nicht unwesentliche, immense Lautstärke auf der Bühne war dem Tinnitus von Sänger und Gitarrsist Roger Miller fatal förderlich und zwang die Band frühzeitig, aufzuhören.
ONoffON nun (vor dem Hintergrund der Bandgeschichte der perfekte Plattentitel) ist mehr als bloß ein schwacher Trost. In drei Vierteln der Originalbesetzung -- Produzent Bob Weston (Shellac-Bassist) übernimmt den Laptop -- tut das Bostoner Quartett sich keinen Zwang an, setzt genau da an, wo es vor Dekaden am Ende war und macht damit den zeitlosen Wert ihrer Musik eindrucksvoll deutlich. Künstlerisch und unprätentiös verschmelzen Mission Of Burma Krach und Melodien, dunkle, zupackende Songs, eigenwillige Metrik, deklamatorischen Gesang mit harten Riffs und Feedbacks (die Zutaten der Post-Punk-Ursuppe) zu einer gerade in ihrer Widersprüchlichkeit vollkommen homogenen Musikmasse. Raw power mit Hüsker Düs-Sentiment, unversöhnlich und präzise wie NoMeansNo, genau in der Ausgestaltung wie Fugazi und dabei transparent wie Nick Drake: Das, ungefähr, sind Mission Of Burma. Gut, sie wieder bei uns zu wissen. --Rolf Jäger
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