Nachdem sich Biffy Clyro 2007 mit "Puzzles" weg von den progressiven Spielereien, Gewagtheiten und Experimenten hin zum Eingängigen und Schnörkellossen bewegt hatten, war der Kontrast zum damaligen Vorgänger "Infinity Land" äußerst extrem und erwischte so manchen Fan auf dem falschen Fuß.
Machen wir uns nichts vor, schon der Vorbote "Mountains" wies uns im letzten Jahr die Richtung, die die Schotten nun eingeschlagen haben und so ist der Sound von "Only Revolution" so wie man ihn sich die letzten Monate vorstellen konnte.
Mit den Alben vor 2007 haben Biffy Clyro nur noch wenig gemein. Die Songs sind zwar überwiegend kurz,knackig und fast frei von Reibungspunkten, aber natürlich wieder einmal gespickt mit großartigen Melodien, Mitgröhlrefrains, begeisternden Hooklines und gelungenen Lyrics.
Über "The Captain" als Opener lässt sich sicherlich streiten. Zwar haben die hier anwesenden Blasinstrumente seit 2005 schon fast Tradition, dennoch wurde derart schwach noch kein Album der Schotten eröffnet.
"That Golden Rule" walzt dann den ersten Eindruck gnadenlos platt und stellt den härtesten Song de Albums dar.
Das folgende "Bubbles" beinhaltet dann wieder alle Qualitäten der Band und ist der heimliche Übersong auf "Only Revolutions". Hier spielt Josh Homme (Ex-Kyuss, Queens Of The Stone Age) mit, was man jedoch ohne vorherige Aufklärung nicht bemerkt hätte.
Im Übrigen hat er das Album nicht produziert, sondern wie schon beim Vorgänger legte Garth Richardson Hand an. Daher fällt das Album ähnlich glatt aus, klingt sonst aber auch genauso druckvoll.
Die bekannten Balladen haben Biffy Clyro ebenso im Gepäck ("God And Satan", "Many Of Horror") wie weitere Uptempostücke ("Booooom, Blast & Ruin","Cloud Of Stink") und das abschließende "Whorses" beinhaltet auch so ziemlich alle Markenzeichen der Band.
Wenn man das schwache "The Captain" außen vorlässt, kann man den Jungs eigentlich nichts vorwerfen. Auch wenn sie berechenbarer geworden sind, haben sie es diesmal fast alles richtig gemacht und das Songmaterial wirkt insgesamt runder und homogener als auf dem vorangegangenen "Puzzle", wenn auch ohne dieses Album das neueste nicht so klingen würde wie es klingt.
Die DVD beinhaltet dann ca. 45 Minuten lang Einblicke ins Bandleben, Blödeleien und die Arbeit rund um "Only Revolutions". Fans werden die paar Euro mehr wohl sicher investieren und nicht bereuen, dennoch stellt die DVD kein Must-Have dar.
Mit "Only Revolutions" zeigen Biffy Clyro die konsequente Weiterentwicklung ihrer Musik. Zwar mögen ein paar Stücke in den Ohren vieler nicht mehr als hymnischer Stadionrock und kurzweiliger Power Pop sein, jedoch muß man dem Trio attestieren, daß sie das auf hohem Niveau, frei von Schmalz und mit gehörigem Ohrwurmpotential tun.