Ich habe das Buch gestern in einem Schwung durchgelesen. Da ich selbst schon lange das Gefühl habe, mein Internetverhalten nicht mehr kontrollieren zu können, habe ich es aus Sicht einer Betroffenen gelesen und hoffte auf umsetzbare Ratschläge, die einem helfen, von der Kiste loszukommen. Ein paar Tipps waren auch dabei, aber im Grunde genommen, nichts, was nicht schon bekannt war. Kindersicherung, Tagespläne erstellen, etc. Kindersicherungen können umgangen werden, Tagespläne zerrissen. Und das man schlussendlich zum Therapeuten gehen soll, wenn es gar nicht mehr geht, ist auch nichts Neues. Meine Erwartung an ein Selbsthilfebuch war also nicht erfüllt worden.
Dennoch bemüht sich Farke dem Leser die Beweggründe der Onlinesucht zu beschreiben. Man kann es positiv oder negativ sehen, aber Farke bedient sich hierzu vielerlei Forumsbeiträge aus einem Selbsthilfeforum. Dort schreiben die Betroffenen selbst (oder deren Angehörige), wie die Internetsucht in ihrer Familie platziert ist und wie gut oder schlecht sie damit umgehen können.
Insgesamt ein eher schwaches Buch, das grad mal zwei Sterne bekommt. Den zweiten Stern auch nur deshalb, weil es einem Außenstehenden vielleicht helfen kann, die Seele eines Onlinesüchtigen zu verstehen. Mehr aber auch nicht.