oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,60 eintauschen?
Onkel Wolfram: Erinnerungen
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Onkel Wolfram: Erinnerungen [Taschenbuch]

Oliver Sacks , Hainer Kober
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,95 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 10 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Donnerstag, 16. Februar: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe EUR 24,90  
Taschenbuch EUR 9,95  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Onkel Wolfram: Erinnerungen gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,60 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Wird oft zusammen gekauft

Onkel Wolfram: Erinnerungen + Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte + Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn
Preis für alle drei: EUR 29,93

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
  • Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte EUR 9,99

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Der einarmige Pianist: Über Musik und das Gehirn EUR 9,99

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details



Produktinformation

  • Taschenbuch: 384 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. Juli 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499615347
  • ISBN-13: 978-3499615344
  • Originaltitel: Uncle Tungsten. Memories of a Chemical Boyhood
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 121.331 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Oliver W. Sacks
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Oliver W. Sacks auf Amazon

Produktbeschreibungen

Spektrum der Wissenschaft

Der Titel führt gleich mehrfach in die Irre: Der Name "Wolfram", den Oliver Sacks seinem Onkel wegen dessen Fabrik für Glühbirnen mit Wolframdrähten gab, meint das Metall (im Original tungsten) und nicht den deutschen Vornamen. Außerdem ist es mit den "Erinnerungen" nicht weit her, denn Geschichten aus Sacks’ Kindheit und Details über ihn und seine Familie gibt es nur am Rande. So erfährt man auch fast nichts darüber, wie er zu dem berühmten Neurologen, Bestsellerautor ("Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte") und Helden des Films "Zeit des Erwachens" (mit Robin Williams) wurde.

Sacks hatte nur eine große Liebe in seiner Kindheit, die er beim Schreiben des Buches wiedergefunden und darüber so manches Autobiografische vergessen hat: die Naturwissenschaften - insbesondere die Chemie. Er begeistert(e) sich für Mineralien, Fotografie, Reibungselektrizität, Spektroskopie, Radioaktivität und Meeresbiologie. In seinem Buch erklärt er uns Phänomene und berichtet detailliert vom "Stinken und Knallen" im haus-eigenen Labor. Zwischendrin gibt es immer wieder eine Portion Chemie-geschichte, etwa wenn er von Daltons Atommodell, Mendelejews Periodensystem der Elemente und der Entdeckung der Radioaktivität erzählt.

Insgesamt ist dies sicherlich ein gutes Buch, das durch die enorme Sachkenntnis und den mitreißenden Erzählstil des Autors besticht. Aber Sacks hat sich nicht entschieden, wo-rüber er schreiben wollte, die Chemie oder seine Kindheit. Sein Buch ist eine eigenartige Mixtur aus beidem. Ein von der Chemie begeisterter Leser kommt dabei bestimmt auf seine Kosten. Wer sich allerdings mehr für den Menschen Sacks interessiert, wird zwar spannende, aber nur spärliche Informationen finden. Mir jedenfalls hätte weniger Chemie und mehr von Sacks besser gefallen.

Rezensent: Imke Ortmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Sacks läßt seine Vergangenheit so detailliert aufleben, dass man sich wünscht, dabei gewesen zu sein... Im Grunde zeigt dieses Buch, dass ein "sozialer Uterus" mehr lehren kann, als das ganze Internet. Dass sich alles Wissen dieses Universums aufsaugen lässt, wenn man es lebendig erfährt. Und dass Kinderhirne in der Lage sind, die Natur in ihren Grundmustern zu verstehen und daraus Weltbilder zu formen." (Reiner Klingholz, Die Zeit) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

 

Kundenrezensionen

16 Rezensionen
5 Sterne:
 (11)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
4.3 von 5 Sternen (16 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Es ist eine Biographie, auch wenn es nicht so aussieht!, 5. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Onkel Wolfram: Erinnerungen (Taschenbuch)
Ich gebe zu, ich bin voreingenommen. Ich selbst liebe Oliver Sacks wie einen fernen Onkel in Amerika, den ich zu gerne kennen lernen würde, weil er so eine wunderbare Mischung aus Genialität, Kauzigkeit und Menschlichkeit ist. Ja, es stimmt, ich habe nicht so viel über seine Kindheit erfahren, wie ich erhoffte, und ich hätte schon gerne gewusst, was aus dem armen psychotischen Bruder Michael wurde. Und dennoch gibt es so viele eindrucksvolle, schlaglichtartig eingefangene Erinnerungsbilder über ein einsames, furchtsames und sehr kluges Kind, dem ich mich oft sehr nahe fühlte - und das als Frau...! (siehe Rezension "Männerbuch"!) Auch wenn ich nicht jede chemische Verästelung nachvollziehen konnte oder wollte: die geradezu spirituelle Faszination und Wissbegierde des kleinen Oliver für die Chemie und ihre Geschichte haben mich tief berührt und manchmal auch angesteckt. Wunderbar die Stelle, wo er erstmals und voller Ehrfurcht das Periodensystem der Elemente erblickt. Ich wollte, wir alle hätten solche Lehrer wie Onkel Wolfram oder "Onkel" Oliver gehabt, die uns eine solche Faszination für die und Liebe zur Wissenschaft hätten vermitteln können!
Oliver Sacks war nie geschwätzig, wenn es um sein Privatleben ging, er hat sich diesbezüglich auch in diesem Buch zurückgehalten, und den größten Raum seiner geliebten Chemie überlassen, dabei aber dennoch ungeheuer viel über den hochsensiblen, empfindsamen, scheuen und ungeheuer begeisterungsfähigen kleinen Jungen namens Oliver mitgeteilt. In einer Welt der Ichverliebten und intellektuell unterbelichteten Dieter Bohlens und Stefan Effenbergs ist Oliver Sacks jemand, den man geradezu unter Naturschutz stellen sollte. Wer Augen hat zu lesen, der lese....
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Einblicke in eine faszinierende Kindheit und Jugend, 16. Mai 2004
Das Buch "Onkel Wolfram. Erinnerungen" von Oliver Sacks wurde während eines Vortrags der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an meiner Uni empfohlen. Ich studiere Chemie und bin eine begeistrte Leserin, also kaufte ich mir das Buch. Und ich wurde sicherlich nicht enttäuscht! Jeder, der sich für Naturwissenschaften, insbesondere natürlich die Chemie, interessiert, sollte unbedingt dieses wundervolle Buch lesen! Es macht einfach ungeheueren Spaß, den jungen Oliver Sacks auf seiner Entdeckungsreise in die Welt der Chemie zu begleiten. Mitzuerleben, wie er die Entdeckung der Elemente verfolgt, Mendelejews Periodensystem voller Begeisterung auswendig lernt und natürlich wie er, angeleitet durch seine Onkel oder auch aus eigenem Antrieb, selbst chemische Experimente durchführt. Dabei staunt man nicht schlecht, was man früher einfach alles an Chemikalien kaufen konnte und man ist mindestens ebenso erstaunt, dass der Autor noch alle seine Gliedmaßen und Finger besitzt, stellte er doch unter anderem Stickstofftrijodid her und brachte es durch Berührung mit einem (langen) Stock zur Explosion. Das Buch stellt eine Reise von der Alchemie bis zur Quantentheorie dar. Und während man der Begeisterung des jungen Oliver Sacks für die Chemie folgt, ihm beim lernen und staunen quasi über die Schulter sieht, hat man beinahe das Gefühl, selbst dabeigewesen zu sein. Fast sieht man sich neben Madame Curie, Boyle oder Mendelejew stehen und selbst all die wunderbaren Erkenntnisse gewinnen. Außerdem erfährt man natürlich eine Menge über den meiner Meinung nach hochbegabten Oliver Sacks und seine zahlreiche Familie. Man erhält Einblick in das Leben diese aussergewöhnlichen Menschen - fast alle mit einer außergewöhnlichen Intelligenz und einem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Interesse ausgestattet. Oliver Sacks erzählt auch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges, die er in einem schrecklichen Internat zubringen musste. Währenddessen rettete er sich in den "Garten der Zahlen", fand Zuflucht in der Logik und Beständigkeit von Naturwissenschaft und Mathematik und bei seiner Tante Len. Ein großer Pluspunkt sind auch die beigefügten Bilder von Oliver Sacks, seinen Eltern, Brüdern und einigen anderen Familienmitgliedern (darunter natürlich auch Onkel Dave alias "Onkel Wolfram"). Weiterhin erfährt man auch ein wenig über jüdische Traditionen und Lebensweise.

Ich kann das Buch wirklich von Herzen weiterempfehlen. Es ist flüssig und interessant geschrieben, dabei aber zusätzlich noch sehr informativ. Der chemisch nicht vorbelastete Leser könnte allerdings seine Probleme mit diesem Buch haben, denn erstens ist ein wenig Vorwissen schon nötig, um Sacks Ausführungen und Erläuterungen der chemischen Entdeckungen zu verstehen und zweitens überwiegt der chemische Teil deutliche den (eindeutig) biographischen. Wer lediglich ein Buch über die Kindheit und Jugend von Oliver Sacks, ohne großen chemischen Hintergrund sucht, wird enttäuscht sein. Allerdings ist es auch kaum möglich eine Biographie des Autors zu schreiben, ohne auf diesen sehr wichtigen Aspekt seines Lebens einzugehen.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass das Buch für Leseratten wie mich ziemlich gefährlich ist. Zum einen kann man sich kaum von Oliver Sacks fesselndem Schreibstil losreissen und zum anderen führt der Autor viele von ihm geschäzte Bücher an. Bücher, die ihn schon als Kind und Jugendlichen inspirierten und der Chemie näher brachten. Viele dieser Titel befinden sich nun auf meinem Wunschzettel. Also Achtung: Suchtgefahr!

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Der zweifache Zerfall, 22. Februar 2003
Im Krieg hat Geborgenheit eine kurze Halbwertszeit; der Autor dieser "Erinnerungen" beschreibt Verluste und ihre Folgen

Liebe im Museum: „Mein erster Blick galt den Metallen, Dutzenden davon, in jeder erdenklichen Form: Barren, Klumpen, Würfel, Draht, Folie, Scheiben, Kristalle. Die meisten waren grau oder silber, manche rosa oder bläulich getönt. Einige hatten glänzende Oberflächen..." Der betörte Knabe im Museum heißt Oliver Sacks, und ist heute der Welt berühmtester Neurologe („Zeit des Erwachens", „Der Mann, der seine Frau mit seinem Hut verwechselte"). Sein neues Buch handelt von zwei Dingen: den ersten vierzehn Lebensjahren des Autors und den ersten dreihundertfünfzig Jahren der Chemie als Wissenschaft. Geschickt montiert er die Ebenen, indem er den unbedarften Leser einläd, die faszinierende Entwicklung der Chemie durch die Augen des jungen Oliver zu verfolgen.

Oliver verbrachte seine ersten Jahre in London; er war sechs, als der zweite Weltkrieg ausbrach. Um ihn vor deutschen Bomben zu schützen, schickten ihn seine Eltern in ein ländliches Internat, nicht ahnend, dass der Schulleiter besser zwischen den Deckeln eines Dickens-Romanes geblieben wäre: „Einmal, als er einen Rohrstock an meinem achtjährigen Hintern zerbrochen hatte, brüllte er: `Verdammt, Sacks, schau, wozu du mich getrieben hast`, und setzte die Kosten für den Rohrstock auf meine Rechnung." In einer Welt, in der man aus dem bürgerlichen Paradies einer jüdischen Großfamilie unvermittelt in eine Hölle von Sadismus und Gewalt fallen konnte, ging der Glaube an einen freundlichen Gott früh verloren. Trost bot etwas anderes: „Meine erste Zuflucht waren die Zahlen... Besonders liebte ich die Primzahlen, die Tatsache, dass sie unteilbar waren, nicht zerkleinert werden konnten, unveränderlich sie selbst waren."

Einsame Gase
Der zehnjährige Knabe, der nach London zurückkehrt, ist verändert: scheu, verstört, wenig erpicht auf den Kontakt mit Gleichaltrigen. Wie er die Pfadfinder dazu treibt, ihn hinauszuwerfen- das gehört zu den komischen Höhepunkten des Buches. Er zieht die Gesellschaft vernünftiger Erwachsener vor, allen voran die seines Onkels David, dessen Spitzname- Onkel Wolfram- dem Buch seinen Titel gibt. Diesem Onkel gehört eine Fabrik, die Glühbirnen herstellt, Birnen mit einem Glühdraht aus Wolfram. Er liebt „sein Metall", sein Leben ist der Chemie gewidmet und er tut alles, um diese Leidenschaft auch in seinem Neffen anzufachen: er schenkt ihm Bücher, Geräte, Chemikalien- und vor allem ein offenes Ohr für die tausend Fragen des Jüngeren. Mit Duldung der Eltern richtet sich Oliver sein eigenes Labor ein, mit direktem Zugang zum Garten, damit stinkende und explosive Mischungen rasch entsorgt werden können. Er entdeckt Wahlverwandtschaften: „Ich glaube, manchmal identifizierte ich mich mit den Edelgasen und manchmal vermenschlichte ich sie, stellte sie mir einsam vor, abgeschnitten, in tiefer Sehnsucht nach Bindung." Im letzten Absatz des Buches schildert der mittlerweile fünfundsechzigjährige Sacks seinen Lieblingstraum, in dem er seinen „alten und geschätzten Freunden", den Schwermetallen, in einer Opernloge wiederbegegnet.

Lichter aus dem Feenreich
Seine Vorbilder, deren Bücher er verschlingt, waren durchdrungen von einem romantischen Glauben an das Erlösungspotential der Wissenschaft. Für Marie Curie war das Radium die blaue Blume: „Eine unserer Freuden war es, nachts in unser Labor zu gehen: sanft leuchtend erschienen uns die Umrisse der Flaschen und Kapseln, die unsere Substanzen enthielten... Es war tatsächlich ein bezaubernder Anblick und immer wieder neu für uns. Die glimmenden Röhren sahen aus wie zarte Lichter aus dem Feenreich." Sie starb später an Krebs, wie viele der Pioniere.

Mit zwölf Jahren erlebt er die Zäsur: im Radio läuft eine Reportage über die Zerstörung Hiroshimas. „Zuvor waren Chemie und Physik für mich eine Quelle reinen Entzückens und Erstaunens..." Plötzlich erkennt er, in welcher Nachbarschaft er sein Ersatzparadies gebaut hat. Die Hölle riecht nach Schwefel.

Ein hübsches Mädchenbein
Für seine Eltern, beide Ärzte, ist es selbstverständlich, dass ihre vier Söhne, was immer sie sonst noch interessieren mag, am Ende in ihre Fußstapfen treten werden. Die Mutter, für die Oliver etwas wie Hassliebe empfindet, hat ihre eigenen Erziehungsmethoden. „Als ich vierzehn war, vereinbarte meine Mutter mit einer Kollegin, einer Anatomieprofessorin, dass ich in die menschliche Anatomie eingeführt werden sollte... Professor G. sagte, sie habe einen Körper für mich ausgewählt, den Körper eines vierzehnjährigen Mädchens. Ein Teil des Mädchens war schon seziert, aber es gab noch ein hübsches unberührtes Bein, an dem ich loslegen konnte." Oliver gehorcht: trotz größtem Abscheu präpariert er das Bein. Und schließlich wurde er Arzt, wenn auch nicht Chirurg, wie seine Mutter gehofft hatte. Wie es zu dieser Entscheidung kam, erfährt der Leser nicht mehr; der Bericht erstreckt sich bis zum Beginn der Pubertät, dem Ende der "chemischen Kindheit". „Andere Interessen drängten sich auf, erregend, verführerisch, und zogen mich auf verschiedene Bahnen."

Erotik des Begreifens
Im Nachwort erläutert Sacks, wie das Buch entstand: eine geplante Skizze über „Onkel Wolfram" schwoll zu einem Erinnerungsmeer von 2 Millionen Wörtern; die eingedampfte Fassung enthält gut den 20. Teil. Kürzen schafft Klasse, die mutigeren Kürzer sind die besseren Autoren; Sacks, scheint mir, hat es bisweilen übertrieben. Ein Beispiel: Olivers älterer Bruder Michael, der mit ihm das Martyrium des Internats geteilt hatte, wurde mit 15 psychotisch: er hielt sich für den „Liebling eines peitschwütigen Gottes", er „schrie und halluzinierte." Was ist aus Michael geworden? Sacks beschreibt in wenigen Zeilen, warum er auf Distanz gehen musste (um nicht selbst im Chaos zu versinken); von Michael hören wir nichts mehr.

Dennoch eines der Bücher, die leisten, wofür ich den Autor bezahle: den Blick zu weiten. Chemie ist für viele Menschen ein assoziatives Konglomerat aus Fast food, Gestank und toten Fischen. Sacks schafft neue Verknüpfungen: mit Genialität, Ästhetik, Freiheit. Seine Sprache, lyrisch und präzise, vermittelt etwas schwer zu Vermittelndes: die subtile Erotik des Begreifens.

Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen











Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de