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Produktinformation
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Sacks hatte nur eine große Liebe in seiner Kindheit, die er beim Schreiben des Buches wiedergefunden und darüber so manches Autobiografische vergessen hat: die Naturwissenschaften - insbesondere die Chemie. Er begeistert(e) sich für Mineralien, Fotografie, Reibungselektrizität, Spektroskopie, Radioaktivität und Meeresbiologie. In seinem Buch erklärt er uns Phänomene und berichtet detailliert vom "Stinken und Knallen" im haus-eigenen Labor. Zwischendrin gibt es immer wieder eine Portion Chemie-geschichte, etwa wenn er von Daltons Atommodell, Mendelejews Periodensystem der Elemente und der Entdeckung der Radioaktivität erzählt.
Insgesamt ist dies sicherlich ein gutes Buch, das durch die enorme Sachkenntnis und den mitreißenden Erzählstil des Autors besticht. Aber Sacks hat sich nicht entschieden, wo-rüber er schreiben wollte, die Chemie oder seine Kindheit. Sein Buch ist eine eigenartige Mixtur aus beidem. Ein von der Chemie begeisterter Leser kommt dabei bestimmt auf seine Kosten. Wer sich allerdings mehr für den Menschen Sacks interessiert, wird zwar spannende, aber nur spärliche Informationen finden. Mir jedenfalls hätte weniger Chemie und mehr von Sacks besser gefallen.
Rezensent: Imke Ortmann -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Es ist eine Biographie, auch wenn es nicht so aussieht!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Onkel Wolfram: Erinnerungen (Taschenbuch)
Ich gebe zu, ich bin voreingenommen. Ich selbst liebe Oliver Sacks wie einen fernen Onkel in Amerika, den ich zu gerne kennen lernen würde, weil er so eine wunderbare Mischung aus Genialität, Kauzigkeit und Menschlichkeit ist. Ja, es stimmt, ich habe nicht so viel über seine Kindheit erfahren, wie ich erhoffte, und ich hätte schon gerne gewusst, was aus dem armen psychotischen Bruder Michael wurde. Und dennoch gibt es so viele eindrucksvolle, schlaglichtartig eingefangene Erinnerungsbilder über ein einsames, furchtsames und sehr kluges Kind, dem ich mich oft sehr nahe fühlte - und das als Frau...! (siehe Rezension "Männerbuch"!) Auch wenn ich nicht jede chemische Verästelung nachvollziehen konnte oder wollte: die geradezu spirituelle Faszination und Wissbegierde des kleinen Oliver für die Chemie und ihre Geschichte haben mich tief berührt und manchmal auch angesteckt. Wunderbar die Stelle, wo er erstmals und voller Ehrfurcht das Periodensystem der Elemente erblickt. Ich wollte, wir alle hätten solche Lehrer wie Onkel Wolfram oder "Onkel" Oliver gehabt, die uns eine solche Faszination für die und Liebe zur Wissenschaft hätten vermitteln können!Oliver Sacks war nie geschwätzig, wenn es um sein Privatleben ging, er hat sich diesbezüglich auch in diesem Buch zurückgehalten, und den größten Raum seiner geliebten Chemie überlassen, dabei aber dennoch ungeheuer viel über den hochsensiblen, empfindsamen, scheuen und ungeheuer begeisterungsfähigen kleinen Jungen namens Oliver mitgeteilt. In einer Welt der Ichverliebten und intellektuell unterbelichteten Dieter Bohlens und Stefan Effenbergs ist Oliver Sacks jemand, den man geradezu unter Naturschutz stellen sollte. Wer Augen hat zu lesen, der lese.... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einblicke in eine faszinierende Kindheit und Jugend,
Rezension bezieht sich auf: Onkel Wolfram. Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Onkel Wolfram. Erinnerungen" von Oliver Sacks wurde während eines Vortrags der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) an meiner Uni empfohlen. Ich studiere Chemie und bin eine begeistrte Leserin, also kaufte ich mir das Buch. Und ich wurde sicherlich nicht enttäuscht! Jeder, der sich für Naturwissenschaften, insbesondere natürlich die Chemie, interessiert, sollte unbedingt dieses wundervolle Buch lesen! Es macht einfach ungeheueren Spaß, den jungen Oliver Sacks auf seiner Entdeckungsreise in die Welt der Chemie zu begleiten. Mitzuerleben, wie er die Entdeckung der Elemente verfolgt, Mendelejews Periodensystem voller Begeisterung auswendig lernt und natürlich wie er, angeleitet durch seine Onkel oder auch aus eigenem Antrieb, selbst chemische Experimente durchführt. Dabei staunt man nicht schlecht, was man früher einfach alles an Chemikalien kaufen konnte und man ist mindestens ebenso erstaunt, dass der Autor noch alle seine Gliedmaßen und Finger besitzt, stellte er doch unter anderem Stickstofftrijodid her und brachte es durch Berührung mit einem (langen) Stock zur Explosion. Das Buch stellt eine Reise von der Alchemie bis zur Quantentheorie dar. Und während man der Begeisterung des jungen Oliver Sacks für die Chemie folgt, ihm beim lernen und staunen quasi über die Schulter sieht, hat man beinahe das Gefühl, selbst dabeigewesen zu sein. Fast sieht man sich neben Madame Curie, Boyle oder Mendelejew stehen und selbst all die wunderbaren Erkenntnisse gewinnen. Außerdem erfährt man natürlich eine Menge über den meiner Meinung nach hochbegabten Oliver Sacks und seine zahlreiche Familie. Man erhält Einblick in das Leben diese aussergewöhnlichen Menschen - fast alle mit einer außergewöhnlichen Intelligenz und einem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Interesse ausgestattet. Oliver Sacks erzählt auch über die Zeit des Zweiten Weltkrieges, die er in einem schrecklichen Internat zubringen musste. Währenddessen rettete er sich in den "Garten der Zahlen", fand Zuflucht in der Logik und Beständigkeit von Naturwissenschaft und Mathematik und bei seiner Tante Len. Ein großer Pluspunkt sind auch die beigefügten Bilder von Oliver Sacks, seinen Eltern, Brüdern und einigen anderen Familienmitgliedern (darunter natürlich auch Onkel Dave alias "Onkel Wolfram"). Weiterhin erfährt man auch ein wenig über jüdische Traditionen und Lebensweise.Ich kann das Buch wirklich von Herzen weiterempfehlen. Es ist flüssig und interessant geschrieben, dabei aber zusätzlich noch sehr informativ. Der chemisch nicht vorbelastete Leser könnte allerdings seine Probleme mit diesem Buch haben, denn erstens ist ein wenig Vorwissen schon nötig, um Sacks Ausführungen und Erläuterungen der chemischen Entdeckungen zu verstehen und zweitens überwiegt der chemische Teil deutliche den (eindeutig) biographischen. Wer lediglich ein Buch über die Kindheit und Jugend von Oliver Sacks, ohne großen chemischen Hintergrund sucht, wird enttäuscht sein. Allerdings ist es auch kaum möglich eine Biographie des Autors zu schreiben, ohne auf diesen sehr wichtigen Aspekt seines Lebens einzugehen. Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass das Buch für Leseratten wie mich ziemlich gefährlich ist. Zum einen kann man sich kaum von Oliver Sacks fesselndem Schreibstil losreissen und zum anderen führt der Autor viele von ihm geschäzte Bücher an. Bücher, die ihn schon als Kind und Jugendlichen inspirierten und der Chemie näher brachten. Viele dieser Titel befinden sich nun auf meinem Wunschzettel. Also Achtung: Suchtgefahr! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der zweifache Zerfall,
Von
Rezension bezieht sich auf: Onkel Wolfram. Erinnerungen (Gebundene Ausgabe)
Im Krieg hat Geborgenheit eine kurze Halbwertszeit; der Autor dieser "Erinnerungen" beschreibt Verluste und ihre FolgenLiebe im Museum: „Mein erster Blick galt den Metallen, Dutzenden davon, in jeder erdenklichen Form: Barren, Klumpen, Würfel, Draht, Folie, Scheiben, Kristalle. Die meisten waren grau oder silber, manche rosa oder bläulich getönt. Einige hatten glänzende Oberflächen..." Der betörte Knabe im Museum heißt Oliver Sacks, und ist heute der Welt berühmtester Neurologe („Zeit des Erwachens", „Der Mann, der seine Frau mit seinem Hut verwechselte"). Sein neues Buch handelt von zwei Dingen: den ersten vierzehn Lebensjahren des Autors und den ersten dreihundertfünfzig Jahren der Chemie als Wissenschaft. Geschickt montiert er die Ebenen, indem er den unbedarften Leser einläd, die faszinierende Entwicklung der Chemie durch die Augen des jungen Oliver zu verfolgen. Oliver verbrachte seine ersten Jahre in London; er war sechs, als der zweite Weltkrieg ausbrach. Um ihn vor deutschen Bomben zu schützen, schickten ihn seine Eltern in ein ländliches Internat, nicht ahnend, dass der Schulleiter besser zwischen den Deckeln eines Dickens-Romanes geblieben wäre: „Einmal, als er einen Rohrstock an meinem achtjährigen Hintern zerbrochen hatte, brüllte er: `Verdammt, Sacks, schau, wozu du mich getrieben hast`, und setzte die Kosten für den Rohrstock auf meine Rechnung." In einer Welt, in der man aus dem bürgerlichen Paradies einer jüdischen Großfamilie unvermittelt in eine Hölle von Sadismus und Gewalt fallen konnte, ging der Glaube an einen freundlichen Gott früh verloren. Trost bot etwas anderes: „Meine erste Zuflucht waren die Zahlen... Besonders liebte ich die Primzahlen, die Tatsache, dass sie unteilbar waren, nicht zerkleinert werden konnten, unveränderlich sie selbst waren." Einsame Gase Lichter aus dem Feenreich Mit zwölf Jahren erlebt er die Zäsur: im Radio läuft eine Reportage über die Zerstörung Hiroshimas. „Zuvor waren Chemie und Physik für mich eine Quelle reinen Entzückens und Erstaunens..." Plötzlich erkennt er, in welcher Nachbarschaft er sein Ersatzparadies gebaut hat. Die Hölle riecht nach Schwefel. Ein hübsches Mädchenbein Erotik des Begreifens Dennoch eines der Bücher, die leisten, wofür ich den Autor bezahle: den Blick zu weiten. Chemie ist für viele Menschen ein assoziatives Konglomerat aus Fast food, Gestank und toten Fischen. Sacks schafft neue Verknüpfungen: mit Genialität, Ästhetik, Freiheit. Seine Sprache, lyrisch und präzise, vermittelt etwas schwer zu Vermittelndes: die subtile Erotik des Begreifens. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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