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Es ist nichts verloren gegangen von der Spannung, ob es Harriet und ihrem Sohn gelingen wird, zu entkommen und die Freiheit zu finden oder ob Onkel Tom, dieser ideal dargestellte schwarze Arbeiter mit der Seelengröße eines Dulders es ebenfalls schafft.
Dazu die Schilderung der einzelnen Gestalten der damaligen Zeit und das behutsame Vorgehen der Autorin, Situationen im Amerika der damaligen Zeit durchaus so zu malen, daß man ein Bild des 19. Jahrhunderts von dort bekommt und sich eben auch die erreichte (und noch nicht erreichte!) Entwicklung von heute vor Augen halten kann.
Ja, es ist ein eigen Ding mit den USA und es wird uns lange noch umtreiben, dieses Idealisieren und das Einhalten dessen, was als (frommes!) Ideal immer mal vorschwebt. Aber so ist es nun einmal.
Hier mit "Onkel Toms Hütte" bekommt allerdings auch der unbedarfte junge Mensch (aber wer ist das heute schon?) einen Eindruck von amerikanischem Denken, Fühlen und Handeln.
Trotz der Tatsache, dass das Buch eine bereits abgeschlossene Zeitspanne beschreibt, ist und bleibt es spannend informativ und meiner Meinung nach auch in der heutigen Zeit unverzichtbar.
Das Buch zeigt die unterschiedlichen Facetten der damaligen Sklavenhalter und -händler. Es wird deutlich, dass obwohl nicht alle Halter/Händler unmenschlich und profitorientiert waren, gerade diese unmenschlichsten und unvorstellbarsten Behandlungen von Farbigen erst durch die Toleranz der liberalen und sanftmütigen Sklavenhalter möglich war.
Durch die Verknüpfung mit Onkel Toms Schicksal erhält die Erzählung einen emotional tiefgreifenden Aspekt, der es dem Leser ermöglicht mitzufühlen.
Da die mir vorliegende Version eine bereits vergriffene, für die Jugend überarbeitete Version ist, mag ich nicht beurteilen, ob es noch andere, vollständigere Fassungen gibt. In gewisser Weise, fand ich die mir vorliegende Ausgabe etwas gekürzt. Und zwar an den Stellen, wo von Mishandlungen (Auspeitschung, etc) der Sklaven erzählt wurde. Gerade diese harten Aspekte des Sklavenlebens hätte ich allerdings in einer vollständigen Erzählung erwartet, da gerade hierdurch die Unmenschlichkeit und Perversität des Sklavenhandels begreifbar gemacht werden kann.
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