Buch der 1000 Bücher
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Onkel Toms Hütte
OT Uncle Toms Cabin, or, Life among the LowlyOA 1852 DE 1852Form Roman Epoche Amerikanische Renaissance
Mit ihrem 1852 erschienenen Roman Onkel Toms Hütte schuf Harriet Beecher Stowe das erfolgreichste amerikanische Erzählwerk des 19. Jahrhunderts. Obwohl kontrovers diskutiert, gilt der als zeitgenössische Polemik gegen das Unrechtssystem der Sklaverei angelegte Roman noch heute als ein Klassiker der sozialkritischen Weltliteratur.
Inhalt: Schauplatz des Romans ist zunächst die in Kentucky gelegene Plantage Arthur Shelbys. Dieser ist durch leichtsinnige Spekulationsgeschäfte in finanzielle Not geraten und erklärt sich daher bereit, seinen Sklaven Tom und den kleinen Sohn seiner Hausdienerin Elisa Harris an den skrupellosen Sklavenhändler Dan Haley zu verkaufen. Als Shelby seiner Frau Emily von dem Verkauf erzählt, wird Elisa zufällig Zeugin ihrer Unterredung. Von Panik ergriffen beschließt sie, mit ihrem Sohn Harry in die Nordstaaten zu fliehen. Auch ihr Mann Georg, der als Sklave auf einer benachbarten Farm arbeitet, hat sich inzwischen zur Flucht Richtung Kanada entschlossen.
Mit der Unterstützung zweier Helfer gelingt es Elisa und Harry, ihrem Verfolger Haley zu entkommen. Bis zu ihrer sicheren Unterbringung in einer Quäkersiedlung, in der später auch Georg wohlbehalten eintrifft, finden Elisa und Harry im Haus des Senators John Bird und seiner Frau Mary Unterschlupf.
In einem parallelen Handlungsstrang wird die Geschichte Onkel Toms erzählt. Tom, der Arthur Shelby schon seit dessen Kindheit als ergebener Diener zur Seite steht, erfährt, dass dieser ihn an Haley verkauft hat. Er soll in den Süden überführt werden, wo ihm als Sklaven, wie er weiß, schwerste körperliche Misshandlungen drohen. Dennoch entscheidet er sich aus Sorge um die Folgen, die Shelby zu tragen hätte, gegen eine Flucht.
Während seines Transports über den Mississippi lernt er Eva (Evangeline) kennen, die Tochter des wohlhabenden Augustin St. Clare aus New Orleans. Als sie bei einem Unfall über Bord geht, stürzt sich Tom beherzt in den Fluss und rettet sie vor dem Ertrinken. Augustin St. Clare gibt daraufhin den Bitten seiner kleinen Tochter nach und kauft Tom dem stets auf Profit bedachten Haley ab. Gemeinsam mit Augustin, Eva und ihrer Tante Ophelia trifft Tom in New Orleans ein, wo er mit der Betreuung Evas beauftragt wird.
Etwa zwei Jahre später erkrankt das Mädchen schwer und stirbt. Von ihrem Tod zutiefst erschüttert, entschließt sich St. Clare zur Freilassung seiner Sklaven. Doch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, wird er bei der Schlichtung eines Streits erstochen. Seine Frau Marie verkauft daraufhin den Familienbesitz und die Sklaven. Tom gelangt in die Hände des grobschlächtigen und tyrannischen Plantagenbesitzers Simon Legree. Unter dessen Sklaven befindet sich auch Cassy, die Legree seit Jahren als Liebesdienerin unterworfen ist. Als Tom sich nach der geglückten Flucht Cassys und ihrer Freundin Emmeline weigert, das Versteck der beiden preiszugeben, schlägt ihn Legree blindwütig nieder. Tom erliegt seinen Verletzungen an demselben Tag, an dem Arthur Shelbys Sohn George auf Legrees Plantage erscheint, um ihn freizukaufen.
Wirkung: Der Roman Onkel Toms Hütte wurde unmittelbar nach seinem Erscheinen zu einem internationalen Bestseller und machte Beecher Stowe zu einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Bei allem Engagement der Autorin für die Abschaffung der Sklaverei bleibt der Vorwurf einer eindeutig rassistischen Darstellung gerechtfertigt. Diese äußert sich vor allem in der pauschalen Charakterisierung des »Negers« als kindlich, harmlos und einfältig. Kritisch zu betrachten ist auch die idealisierte Duldsamkeit Toms, der zweimal die Gelegenheit zur Flucht verstreichen lässt und sich stets gottergeben in sein vermeintliches Schicksal fügt. B. S.
Onkel Toms Hütte
OT Uncle Toms Cabin, or, Life among the LowlyOA 1852 DE 1852Form Roman Epoche Amerikanische Renaissance
Mit ihrem 1852 erschienenen Roman Onkel Toms Hütte schuf Harriet Beecher Stowe das erfolgreichste amerikanische Erzählwerk des 19. Jahrhunderts. Obwohl kontrovers diskutiert, gilt der als zeitgenössische Polemik gegen das Unrechtssystem der Sklaverei angelegte Roman noch heute als ein Klassiker der sozialkritischen Weltliteratur.
Inhalt: Schauplatz des Romans ist zunächst die in Kentucky gelegene Plantage Arthur Shelbys. Dieser ist durch leichtsinnige Spekulationsgeschäfte in finanzielle Not geraten und erklärt sich daher bereit, seinen Sklaven Tom und den kleinen Sohn seiner Hausdienerin Elisa Harris an den skrupellosen Sklavenhändler Dan Haley zu verkaufen. Als Shelby seiner Frau Emily von dem Verkauf erzählt, wird Elisa zufällig Zeugin ihrer Unterredung. Von Panik ergriffen beschließt sie, mit ihrem Sohn Harry in die Nordstaaten zu fliehen. Auch ihr Mann Georg, der als Sklave auf einer benachbarten Farm arbeitet, hat sich inzwischen zur Flucht Richtung Kanada entschlossen.
Mit der Unterstützung zweier Helfer gelingt es Elisa und Harry, ihrem Verfolger Haley zu entkommen. Bis zu ihrer sicheren Unterbringung in einer Quäkersiedlung, in der später auch Georg wohlbehalten eintrifft, finden Elisa und Harry im Haus des Senators John Bird und seiner Frau Mary Unterschlupf.
In einem parallelen Handlungsstrang wird die Geschichte Onkel Toms erzählt. Tom, der Arthur Shelby schon seit dessen Kindheit als ergebener Diener zur Seite steht, erfährt, dass dieser ihn an Haley verkauft hat. Er soll in den Süden überführt werden, wo ihm als Sklaven, wie er weiß, schwerste körperliche Misshandlungen drohen. Dennoch entscheidet er sich aus Sorge um die Folgen, die Shelby zu tragen hätte, gegen eine Flucht.
Während seines Transports über den Mississippi lernt er Eva (Evangeline) kennen, die Tochter des wohlhabenden Augustin St. Clare aus New Orleans. Als sie bei einem Unfall über Bord geht, stürzt sich Tom beherzt in den Fluss und rettet sie vor dem Ertrinken. Augustin St. Clare gibt daraufhin den Bitten seiner kleinen Tochter nach und kauft Tom dem stets auf Profit bedachten Haley ab. Gemeinsam mit Augustin, Eva und ihrer Tante Ophelia trifft Tom in New Orleans ein, wo er mit der Betreuung Evas beauftragt wird.
Etwa zwei Jahre später erkrankt das Mädchen schwer und stirbt. Von ihrem Tod zutiefst erschüttert, entschließt sich St. Clare zur Freilassung seiner Sklaven. Doch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen kann, wird er bei der Schlichtung eines Streits erstochen. Seine Frau Marie verkauft daraufhin den Familienbesitz und die Sklaven. Tom gelangt in die Hände des grobschlächtigen und tyrannischen Plantagenbesitzers Simon Legree. Unter dessen Sklaven befindet sich auch Cassy, die Legree seit Jahren als Liebesdienerin unterworfen ist. Als Tom sich nach der geglückten Flucht Cassys und ihrer Freundin Emmeline weigert, das Versteck der beiden preiszugeben, schlägt ihn Legree blindwütig nieder. Tom erliegt seinen Verletzungen an demselben Tag, an dem Arthur Shelbys Sohn George auf Legrees Plantage erscheint, um ihn freizukaufen.
Wirkung: Der Roman Onkel Toms Hütte wurde unmittelbar nach seinem Erscheinen zu einem internationalen Bestseller und machte Beecher Stowe zu einer der erfolgreichsten und zugleich umstrittensten Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Bei allem Engagement der Autorin für die Abschaffung der Sklaverei bleibt der Vorwurf einer eindeutig rassistischen Darstellung gerechtfertigt. Diese äußert sich vor allem in der pauschalen Charakterisierung des »Negers« als kindlich, harmlos und einfältig. Kritisch zu betrachten ist auch die idealisierte Duldsamkeit Toms, der zweimal die Gelegenheit zur Flucht verstreichen lässt und sich stets gottergeben in sein vermeintliches Schicksal fügt. B. S.
Kurzbeschreibung
Tom lebt auf einer Baumwollplantage im Süden Amerikas. Er wird als Sklave gehalten und hat keinerlei Rechte. Als er eines Tages von seinem Herrn verkauft wird, wird seine Familie auseinandergerissen und für Tom beginnt eine schwere Zeit. Die kleine Tochter Eva seines neuen Herrn unterscheidet nicht zwischen Schwarzen und Weißen, doch für Onkel Tom wird es nur eine kurze Zeit sein, in der er wie ein Mensch behandelt wird.
Klappentext
Der schwarze Sklave Onkel Tom wird von seinem geliebten Herrn in einer Notlage verkauft und nun von einem niederträchtigen Sklavenhändler zum andern gestoßen. Als Mensch ist er seinen Unterdrückern weit überlegen, aber für sie bleibt er ein "Nigger".
Onkel Toms erschütterndes Schicksal zwang die Menschen in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, sich mit dem Recht jedes Menschen auf Freiheit und Würde auseinanderzusetzen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Onkel Toms erschütterndes Schicksal zwang die Menschen in der Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs, sich mit dem Recht jedes Menschen auf Freiheit und Würde auseinanderzusetzen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Autorenporträt
Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Beecher Stowe, Harriet US-amerikan. Schriftstellerin *14.6.1811 Litchfield (Connecticut) 1.7. 1896 Hartford (Connecticut) Onkel Toms Hütte, 1852 Harriet Beecher Stowe, die sich in ihren Werken für die Aufhebung der Sklaverei in den Südstaaten und für die Rechte der Frauen engagierte, gehört zu den berühmtesten Schriftstellerinnen der amerikanischen Literaturgeschichte. Beecher Stowe wuchs als Tochter des angesehenen Theologen Lyman Beecher in einem gut situierten, politisch aktiven Haushalt auf. Sie war Schülerin und später Lehrerin in der von ihrer älteren Schwester in Boston gegründeten Mädchenschule. 1832 siedelte sie mit ihrer Familie nach Cincinnati (Ohio) über, wo ihr Vater als Präsident des theologischen Lane-Seminars beschäftigt war. 1836 heiratete sie den Theologie-Professor Calvin E. Stowe. In Cincinnati kam Beecher Stowe erstmals direkt mit entflohenen Sklaven in Kontakt, da im angrenzenden Staat Kentucky die Haltung von Sklaven gestattet war. Nachdem sie sich schon vorher als Autorin von Erzählungen und Zeitschriftenartikeln betätigt hatte, begann sie 1850 mit der Abfassung ihres in der ganzen Welt berühmt gewordenen Romans Onkel Toms Hütte (1852). 1850-53 lebte Beecher Stowe mit ihrer Familie in Brunswick (Maine), später in Andover (Massachusetts) und ab 1864 in Hartford (Connecticut), in Nachbarschaft zu R Mark Twain. Ihre letzten Lebensjahre lebte sie in geistiger Umnachtung. Biografie: N. Johnston, The Life and World of Harriet Beecher Stowe, 1994.
Beecher Stowe, Harriet US-amerikan. Schriftstellerin *14.6.1811 Litchfield (Connecticut) 1.7. 1896 Hartford (Connecticut) Onkel Toms Hütte, 1852 Harriet Beecher Stowe, die sich in ihren Werken für die Aufhebung der Sklaverei in den Südstaaten und für die Rechte der Frauen engagierte, gehört zu den berühmtesten Schriftstellerinnen der amerikanischen Literaturgeschichte. Beecher Stowe wuchs als Tochter des angesehenen Theologen Lyman Beecher in einem gut situierten, politisch aktiven Haushalt auf. Sie war Schülerin und später Lehrerin in der von ihrer älteren Schwester in Boston gegründeten Mädchenschule. 1832 siedelte sie mit ihrer Familie nach Cincinnati (Ohio) über, wo ihr Vater als Präsident des theologischen Lane-Seminars beschäftigt war. 1836 heiratete sie den Theologie-Professor Calvin E. Stowe. In Cincinnati kam Beecher Stowe erstmals direkt mit entflohenen Sklaven in Kontakt, da im angrenzenden Staat Kentucky die Haltung von Sklaven gestattet war. Nachdem sie sich schon vorher als Autorin von Erzählungen und Zeitschriftenartikeln betätigt hatte, begann sie 1850 mit der Abfassung ihres in der ganzen Welt berühmt gewordenen Romans Onkel Toms Hütte (1852). 1850-53 lebte Beecher Stowe mit ihrer Familie in Brunswick (Maine), später in Andover (Massachusetts) und ab 1864 in Hartford (Connecticut), in Nachbarschaft zu R Mark Twain. Ihre letzten Lebensjahre lebte sie in geistiger Umnachtung. Biografie: N. Johnston, The Life and World of Harriet Beecher Stowe, 1994.