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Onkel J.: Heimatkunde
 
 
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Onkel J.: Heimatkunde [Gebundene Ausgabe]

Andreas Maier
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 131 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (15. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518421344
  • ISBN-13: 978-3518421345
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 134.893 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Diese Texte fügen sich zu einem geschlossenen Bild: Statt des Stimmenwirrwarrs seiner Romane zeigt Maier, wo die erfundene Welt dieser Bücher herkommt, aus der viel erwähnten hessischen Wetterau und den Erfahrungen, die das erzählende Ich dort gemacht hat und noch macht… Maier ist seit dem Debüt vor zehn Jahren einer der aufregendsten Schriftsteller der Gegenwart geblieben; mit Onkel J. hat er … sein zugänglichstes Buch geliefert.«

(Sven Hanuschek Frankfurter Rundschau )

» Wie Dante den Höllenkreis betritt Maier in seiner Wetterauer Komödie die Panoptiken einer Vergangenheit, die stets mehr ist als nur seine eigene. Wo immer es hingeht, nach Berlin oder ins Gasthaus, auf den Friedhof oder als Stipendiat in die Villa Massimo, jeder Ort befeuert eine Reflexions- und Erinnerungssuada, die im Kern um die Frage kreist, warum die Veränderung des Unerträglichen oft noch viel unerträglicher ist als das Unerträgliche selbst. Maier ist vordergründig ein Modernitätsverweigerer voller Selbstironie, ein hochkomischer Übertreibungskünstler, der sich auf den zweiten Blick als metaphysisch aufgeladener Empiriker einer Gegenwart entpuppt (...)
Nein, dieses Buch ist mehr als eine Heimatkunde. Es ist auch eine Gegenwarts- und Menschenkunde, in deren Zentrum mit Maiers Onkel J. eine Figur von bizarrem Reiz steht: „Zangengeburt, dürres Kind, geistig zurückgeblieben“. Kneipengeher, ungewaschen, stinkend, lebenslang lebensuntüchtig, also durch und durch modernisierungsresistent. Diese Kolumnen leuchten, allerdings rabenschwarz, und sie perlen, allerdings wie Apfelwein. Aber sie halten länger.«

(Hubert Spiegel )

»Mit dem Band Onkel J. hat Maier im März sein bisher wohl eigenwilligstes und skurrilstes Buch vorgelegt. Es ist eine wild-anarchische Abrechnung mit seiner hessischen Heimat und seinem Onkel – voll von schwarzem Humor.«

(Welt online )

»Er hat von Thomas Bernhard gelernt, sie (die Brandreden) mit sicherer Hand auf der Grenze zwischen Komik und Tragik anzusiedeln.«

(Uwe Wittstock Die Welt )

Kurzbeschreibung

Seit seinem Debüterfolg mit dem Roman Wäldchestag im Jahr 2000 ist Andreas Maier häufig unterwegs, um aus seinen Romanen zu lesen. Nur daß er in den letzten ein, zwei Jahren meist, wenn er eingeladen war, auch immer wieder schon aus dem kommenden Onkel J. las. Jedesmal hatte er damit das Publikum im Handumdrehen auf seiner Seite. Umstandslos fand man sich angeschlossen an Maiers Welt aus Wetterau, Familie, Fußball, Apfelwein, aus Thomas Bernhard und dem Evangelium nach Matthäus, aus Ängsten, Kneipenfreuden und -nöten, eingepackt in absurde Vorkommnisse und komische Erlebnisse. Jede Kolumne beginnt mit einem »Neulich«-Satz, die erste so: »Neulich war ich in Berlin. Das wird jetzt niemand weiter ungewöhnlich finden, aber ich bin Hesse, und mir ging in Berlin ein Wunsch in Erfüllung.« Dennoch handelt es sich um alles andere als ein Kolumnenbuch. Vielmehr nimmt Onkel J. – im Übergang von den ersten vier Romanen zu Maiers Projekt »Ortsumgehung« – eine zentrale Stelle ein. »Alles gehört zusammen, und für alles ist das Kolumnenbuch der Kern.«

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Larmoyant! 6. Mai 2012
Von Heinrich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Zuerst einmal: Ich habe dieses Buch versehentlich als Hardcover bestellt. Okay, das war mein Fehler, aber 17,80 Euro für ein Buch von gerade mal 132 Seiten? Mit Texten zudem, die bereits anderwertig veröffentlicht wurden? Das ist schon etwas dreist!

Aber wenn der Inhalt wenigstens sein Geld wert wäre ... Wenn nicht auf dem Bucheinband stände, dass der Autor Jahrgang '67 ist, und wenn er im Text nicht mehrfach auf sein Alter anspielen würde, so hätte ich ihn auf 60, eher 70 oder mehr geschätzt. Jedenfalls scheint er sich so alt zu fühlen! Dieses wehleidige Gejammer über die Veränderungen in seiner engeren Heimat (die Wetterau) wirkt ziemlich jämmerlich bei einem Mann um die 40. Fehlt nur noch der Satz "Früher war alles besser!" Diese Botschaft vermittelt jedenfalls ein Großteil der Texte; Klagen über das Schließen einstiger Stammkneipen, über die Errichtung von Umgehungsstraßen - und auf der nächsten Seite über den Verkehr auf den Durchgangsstraßen!

Andererseits ist das auch wieder irgendwie konsequent; schließlich bezeichnet sich der Autor (offenbar ernsthaft?) als Verfasser von Heimatliteratur (aus der Wetterau, versteht sich). Natürlich hat sich diese Gegend über die Jahrhunderte immer verändert, und sie wird das auch weiter tun; das ist eigentlich banal, doch offenbar nicht allen klar.

Manchmal allerdings habe ich den Verdacht, dies ist alles nur Mache, nur Selbststilisierung, und Maier mimt den etwas bornierten Provinz-Autor nur, weil er halt eine Marktlücke entdeckt hat. Sein erster Roman (also mutmaßlich Wäldchestag: Roman (suhrkamp taschenbuch)) sei mehr oder weniger eins zu eins aus den Monolgen seiner Tante entstanden; ansonsten sei er damit ausgelastet, die (verbliebenen) Kneipen der Wetterau zu frequentieren und reichlich Äppelwoi und andere Spirituosen zu konsumieren. Glaubhaft? Ich weiß nicht ... Bekommt man so diverse Stipendien? (Die werden einem nicht nachgeworfen! Oder doch?) Landet man so als Autor bei Suhrkamp? (Andererseits: Die Wetterau liegt ja unweit von Frankfurt, und dort sitzt Suhrkamp.)

Wie auch immer: In seiner Larmoyanz werden mir diese Kolumnen selbst über die wenigen Seiten der Texte rasch über. Einige Highlights gibt es dennoch, etwa wenn Maier bei seiner Lektüre von "Mein Kampf" sich an Thomas Bernhard erinnert fühlt; dann kommt bei mir der Verdacht auf, dass Maier intelligenter und belesener ist, als er tut.

Trotzdem muss ich mich schon wundern, was inzwischen so alles bei Suhrkamp verlegt wird. Steht es um das Haus von Peter Suhrkamp und Siegfried Unseld wirklich so schlecht? Peter Handke, einer der letzten renommierten Autoren des Hauses, liegt längst in literarischer Agonie, und sonst ...?
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In seinen Frankfurter Poetikvorlesungen 2006 , die bei Suhrkamp unter dem Titel "Ich" veröffentlicht wurden hatte der hessische Schriftsteller Andreas Maier schon einem breiteren Publikum Rechenschaft gegeben über die Hintergründe seines Schreibens:

"Ich bin nur ein Mensch auf der Suche nach Worten, die längst schon gefunden sind, die im Matthäusevangelium schon alle dastehen, in perfekten logischen Sequenzen, schärfer, als Wittgenstein es je gekonnt hätte, eine erschöpfende Analyse dessen, warum wir falsch sind und warum wir dadurch schuldig werden vor allem und vor jedem, nämlich bloß kraft unseres wahrheitsfernen Tuns. Eine literarische Form dafür zu finden ist sehr schwer, ich glaube, man kann keine Form dafür finden, daß wir falsch sind, keine ernste, denn eine Form, die sich vom Einverständnis des Lesers verabschiedet, ist keine Form, sondern für den Leser eine Zumutung, wie ja auch das Matthäusevangelium. Das größte philosophische Werk des Abendlandes. Das uns nichts sagt als bloß: Seid nicht. Das uns sagt: Wenn ihr aufhört, zu sein, dann seid ihr. Meine Damen und Herren ,wenn wir uns im Matthäusevangelium wieder finden, dann immer nur auf der Seite der Hohepriester, immer auf der Seite der Kleingläubigen, der Rechthaber, der Schriftgelehrten und Sophisten. Also auf Seiten derer, die sich verteidigen, die verteidigen, was sie haben, als sei das richtig, das ist unser tägliches Brot, die Selbstverteidigung, aber dieses Brot hat uns Gott nicht gegeben, und übrigens auch die Philosophie nicht, und die Literatur auch nicht. Und Sie begreifen vielleicht gar nicht , was das ist. Die Sie alles, was Sie haben und tun und wollen und erlangen, für natürlich und gut halten, und wenn Sie kurz nachdenken würden, aber im Ernst nachdenken, kehrten Sie um, aber das werden Sie nicht tun."

Die nun unter dem Titel "Onkel J. Heimatkunde" vorgelegten gesammelten Kolumnen von Andreas Maier sind ein treffendes Beispiel dafür. Obwohl sie fast ausschließlich von seinen hessischen Erfahrungen in der Wetterau, seiner Heimat und aus Frankfurt, wo er lebt, handeln, sind seine "Neulich"-Kolumnen von 2005 bis 2010 in der Wiener Zeitschrift "Volltext" erschienen. Man fragt sich beim Lesen des öfteren, warum es keine der beide große Frankfurter Zeitungen gewesen ist, die sich für seine Texte interessierte, sondern eine Wiener, deren Leser herzlich wenig anfangen können mit der Philosophie, wie sie in Sachsenhäuser Apfelweinkneipen getrieben wird.

Maier bezeichnet diese Kurztexte, die amüsant zu lesen sind, und dennoch voller hintergründigem Sinn stecken, als zentralen Text im Übergang von seinen ersten vier Romanen zu seinem neuen Projekt "Ortsumgehung" auf das ich schon sehr gespannt bin. "Alles gehört zusammen", sagt er, "und für alles ist das Kolumnenbuch der Kern".
Kommentar
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überall ist Wetterau 22. Januar 2012
Von bxa
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Kennt man Andreas Maier bereits als Romanautor, bekommt man hier im Kleinen (d.h. Kurzen, nicht Geringeren) das, was man kennt. Und gegebenfalls schätzt.

Kennt man ihn noch nicht, läßt man sich womöglich auf ein Wagnis ein. Ein Experiment im geistigen Bockspringen: So schnell, wie die Themen (scheinbar) wechseln und die Assoziation fließen, so schnell kann und mag vielleicht nicht jeder folgen. Wer den roten Faden jedoch trotz Verwirrung und auch so mancher Irrung zu verfolgen vermag, der hat sicherlich seine Freude an den kleinen gedanklich-semantischen Kabinettstückchen aus der Wetterau.

Denn schließlich ist die Wetterau ja nicht nur in Oberhessen zu finden; die Wetterau ist überall in der Republik (nur vielleicht nicht im Wendland, wo Maier natürlich auch "neulich" mal war...)
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