Das zeitlose und originelle Schelmenstück aus dem Jahr 1948 wurde gekonnt ins Deutsche übersetzt. Der Humor ist ein sehr feiner Wortwitz - die Anhänger grobschlächtiger Schenkelklopfer kommen hier nicht auf ihre Kosten - und erinnert an die Texte, die der Reiseführer in Douglas Adams "Anhalter" von sich gibt.
Während in Deutschland in vielen literarischen Werken vom moralischen, oft sogar politisch gefärbten Zeigefinger rege Gebrauch gemacht wird, verzichtet P.G. Wodehouse völlig auf solche besserwisserischen Versuche, die Leser bzw. Hörer zu "besseren Menschen" zu erziehen - und das tut gut. Statt in hochnäsige Belehrungen zu verfallen, erzählt der Autor auf verschmitzte und warmherzige Weise seine Geschichte.
Auch in der deutschen Übersetzung erweist er sich als wahrer Sprachkünstler, der stets um die passende Ausdrucksweise zu ringen scheint und sie mit spielerischer Leichtigkeit auch erreicht.
In England zählt Wodehouse zu den bekanntesten Autoren; 1975 wurde er für sein literarisches Schaffen sogar geadelt. In Deutschland ist er weitgehend unbekannt - zu unrecht, wie ich finde, denn auch die Übersetzungen ins Deutsche sind äußerst gelungen.
Mit der Wahl von Felix von Manteuffel als Sprecher, der übrigens in den deutschsprachigen Anhalter-Hörspielen die Stimme des Reiseführers spricht, hat der Verlag bei der Hörbuchproduktion von "Onkel Dynamit" genau ins Schwarze getroffen: Er schafft es, den feinen Wortwitz des Stückes einzufangen und zum Hörer zu transportieren.
Wer den feinen Humor von Douglas Adams und Terry Pratchett mag, wird wahrscheinlich auch an diesem Hörbuch von P.G. Wodehouse seine Freude haben.