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am 27. November 2007
Gelungene, werkgetreue Verfilmung des Romans von Puschkin in opulenter Ausstattung, großartigen Bildern, manch skurril-kultiger Szene, guter Besetzung, einem absolut überzeugenden Ralph Fiennes.

Inhalt: Der Petersburger Dandy Onegin (Ralph Fiennes) ist sichtlich gelangweilt und angeödet, seines Lebens zwischen Vergnügungen, Lust und Alkohol und seiner Dandy-Clique überdrüssig. Doch statt sein Leben zu ändern, lässt er sich weiterhin treiben und verschließt sich hinter einer Mauer aus Unverbindlichkeit, Verantwortungslosigkeit, kaltem Zynismus und blasierter, selbstgerechter Herabwürdigung seiner Umgebung. Er erwartet nichts mehr vom Leben. Lustlos und angewidert, nur um des erwarteten Erbes willen, reist er aufs Land an das Totenbett seines Onkels. Dort befreundet er sich mit dem schwärmerischen, von Idealen der Romantik begeisterten Möchtegern-Poeten Lensky (Toby Stephens), von dem er gleichwohl wenig hält. Lensky führt ihn in das Haus seiner naiv-dümmlichen, lebensfrohen Verlobten Olga (Lena Headey) ein, deren Schwester Tatjana (Liv Tyler) sich in Onegin verliebt. Doch als sie ihm in einem Brief ihre Gefühle offenbart, weist Onegin sie kalt und verletzend zurück und flirtet fortan respektlos mit Olga, um Lensky öffentlich vorzuführen, wie leicht Olga für jeden zu haben sei. Lensky reagiert mit heftiger Eifersucht, Wut und Enttäuschung auf den Mann, den er für seinen Freund gehalten hat und fordert ihn zum Duell, das er nicht überlebt.Erst nach Jahren des Abgetauchtseins ist Onegin wieder in Petersburg und trifft dort auf Tatjana, die inzwischen in den höheren Adel aufgestiegen und mit Onegins Cousin verheiratet ist. Onegin, der inzwischen anscheinend mehr denn je an seinem Leben verzweifelt und den einzigen Lebenssinn darin sieht, Tatjana zu besitzen und dies mit Liebe verwechselt, stellt ihr fortan nach wie ein Stalker, bis es sich Tatjana in einer Aussprache ausdrücklich verbittet. Onegin erzwingt ihre Tränen und ein Liebesgeständnis, aber sie weist ihn endgültig ab, es sei zu spät. Von nun an vegetiert er stumpf und teilnahmslos, doch auch selbstmitleidig vor sich hin und erwartet sein Ende.

Bewertung: Auch ohne Worte spiegelt sich in Ralph Fiennes` Gesicht, in seiner Körperhaltung und in seinen Bewegungen der Charakter Onegins, und er lässt unter dessen Panzer die tiefe Einsamkeit und das Leiden an seiner Beziehungsunfähigkeit und seiner Teilnahmslosigkeit und Kälte gegenüber den Dingen des Lebens erspüren, spielt überzeugend und nuancenreich dessen destruktive Haltung, mit der er sich alles verdirbt, seine Unfähigkeit zu reifen und seinem inneren Gefängnis zu entkommen. Ralph Fiennes' Vermögen, unterhalb des Vordergründigen Onegins Innenseite durchscheinen zu lassen, lässt den Zuschauer mitgehen mit einer ansonsten durch und durch unsympathischen Figur. Auch die übrigen Figuren Puschkins taugen wenig zu Sympathieträgern oder gar Helden. Das Ensemble ist vorzüglich gecastet, lediglich Liv Tyler, die die meiste Zeit stumm und mit einem unbewegten, maskenhaften Gesicht durch die Gegend schaut überzeugt nicht recht. Als Zuschauer fragt man sich, was an ihr faszinieren oder interessieren könnte, weshalb ihr Mann oder Onegin sie begehren. Dennoch, unbedingt sehenswert für Literaturliebhaber und für Cineasten, die Freude an Dramen über innere Konflikte haben, die schöne Bilder mögen, intelligente Ausstattungs- und Liebesfilme lieben, jenseits aller Hollywood-Klischees.
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"Wann kommt mich der Teufel holen?" In einer Kutsche, eingewickelt in warme Decken, das bleiche, kalte Antlitz fast verbergend, stellt sich der Reisende der durch eine tief verschneite Landschaft gefahren wird, diese zynische Frage. In kleinen Rückblenden wird sein dekadentes, gesellschaftliches Leben als Adliger in St. Petersburg gezeigt. Ein Brief seines kranken Erbonkels lässt ihn gegen seinen Willen die Fahrt aufs Land antreten. Dann steht Eugene Onegin vor dem Anwesen, dass einmal sein Eigentum sein wird. Eine schwarze Gestalt im weißen Schnee. So beginnt die Tragödie des Einblicks in das Leben einer eiskalten Seele, die das Geschenk der Liebe mutwillig ablehnen und der Schönheit des Lebens die schreckliche Maske der Zerstörung aufzwingen wird.

500 Seelen wurden Eugene Onegin (Ralph Fiennes, "Der englische Patient") von seinem Onkel hinterlassen. Dazu ein prächtiges Anwesen mit einer vorzüglichen Bibliothek. Onegin selbst vermag mit seinem Erbe nicht viel anzufangen, aber es gibt eine Person, die wie magisch zu den Büchern des Verblichenen angezogen scheint. Es ist die zauberhafte Tatjana (Liv Tyler), die dem alten Herrn bis zu seinem Ende vorgelesen hat und eine besondere Schwäche für die Literatur hat. Allerdings weitet sie bald ihr Interesse auf den neuen Nachbar aus, den sie fasziniert beobachtet. Der vom Leben angeödete Onegin findet zu seiner eigenen Überraschung doch ein gewisses Interesse für das Landleben, und obwohl er sich dies nicht eingesteht, hat dies ebenfalls mit der Anziehungskraft zu tun. Vorgeblich hat er sich jedoch zunächst mit dem impulsiven Lensky (Toby Stephens, "Anne Bronte's "The Tenant of Wildfell Hall" (1996)") angefreundet, der ihn in die Familie seiner neuen Nachbarn und damit auch mit der scheuen Tatjana bekannt macht. Lensky versucht sich als Poet und ist in ewiger Liebe seiner Liebsten Olga verbunden. Mit seiner offenen, fast schon naiven Art bietet er eine riesige Angriffsfläche für den Zynismus seines neuen Freundes. Es kommt zu unvermeidlichen Spannungen zwischen den jungen Männern. Die süße Tatjana mit dem reinen Herzen, glaubt daran, die Kälte aus dem Herzen ihres neuen Bekannten schmelzen zu können. Ihr reines Herz diktiert ihr einen Liebesbrief, den sie voller Hoffnung an den Empfänger ihrer neu entdeckten Leidenschaft sendet. Doch die Antwort bleibt aus. Am Namenstag der zarten Tatjana kommt es schließlich zu tragischen Ereignissen, die durch die zerstörerischen Kräfte des eiskalten Onegin hervorgerufen werden.
Jahre später treffen Onegin und Tatjana in St. Petersburg wieder aufeinander. Erst jetzt erkennt der große Zyniker, was er wirklich getan hat. Die Entscheidungen Jahre zuvor mit ihren unheilvollen Auswirkungen treffen den einsamen Mann im Schnee mit voller Wucht.

Ein wenig erinnert dieser Film an Andersens Märchen von der Schneekönigin. Aber diesmal lässt sich der Eissplitter nicht aus dem Herzen entfernen. Im Gegenteil, der Held dieser Geschichte hat das besondere Talent, sich mit voller Willensgröße die Kälte im Herzen zu bewahren und auch seine Umwelt mit einem eisigen Hauch zu überziehen. Ralph Fiennes gibt den zynischen Müßiggänger, der gleichzeitig eine fast anrührende Melancholie auf dem Revers trägt, sehr überzeugend. Im ist das Kunststück gelungen, den Zuschauer an eine Person zu binden, die ausschließlich destruktiv agiert. Er ist der Verdammte, der sein Verderben selbst über sich gebracht hat und sein Weg scheint am Ende nur folgerichtig zu sein. Trotzdem gelingt es Fiennes auch Wehmut und ein wenig Bedauern für seine Figur zu erwecken. Onegin lässt einem so schnell nicht los.
So geht es auch der schönen Tatjana, die eine ungewöhnlich starke und charakterfeste Frauenperson ist, die von der elfenhaften Liv Tyler dargestellt wird. Die Kamera scheint eine besondere Zuneigung zu dem ausdruckstarken Gesicht der Schauspielerin zu haben. Der offene Blick, mit dem das junge Mädchen seine Umgebung wahrnimmt wird ebenso intensiv aufgenommen, wie auch der zarte, fast durchscheinende Teint, der die Unberührtheit der reinen Seele andeutet. Das Erwachen einer großen Leidenschaft wird von Liv Tyler fast ohne ein Wort dargestellt, tatsächlich erfährt der Zuschauer erst fast am Ende, was Tanja ihrem Liebsten geschrieben hat (was das Verbrechen Onegins an menschlichen Gefühlen um so plastischer heraustreten lässt). Das kurze und heftige Aufflattern der Sinnlichkeit wird von ihr mit derselben Anmut dargestellt, wie ihr späteres Auftreten als gewandte Dame der Gesellschaft. Als Onegin den wahren Charakter seiner verschmähten Liebe erkennt, ist es für ihn eine verspätete und ziemlich schmerzliche Offenbarung. Die Faszination der Entwicklung der jungen Frau ist fast ausschließlich dem Zuschauer vorbehalten, der tief beeindruckt wird.
Auch die übrigen Rollen wurden durchgehend überzeugend mit sehr guten Schauspielern besetzt und so manches Gesicht hat Wiedererkennungswert. Zum Beispiel die Mutter Tatjanas mit ihrem ernüchterten Realismus, dargestellt durch Harriet Walter ("Sinn und Sinnlichkeit", Emma").
Die perfekte Kameraführung und die herrlichen Kulissen und Kostüme sollen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Die Musik passt sich ebenfalls sehr gut an. Hier sei als Beispiel der Gang Tatjanas durch den Flur des Stadthauses ihrer reichen Tante erwähnt, in der jede Note einem Schritt der anmutigen Schauspielerin folgt.
Wer sich gerne von herrlich stimmungsvollen Bildern und einer poetisch-tragischen Geschichte unterhalten lässt, der kann ohne zu zögern, dieses Kleinod genießen!
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am 5. November 2007
Als Fan dieses Films (sowie der literarischen Vorlage) und der Darsteller musste ich lange auf die deutsche Dvd warten. Auf der englischen Dvd sind leider keine Untertitel drauf.
Es ist ein wundervoller Film, gerade richtig für die kalte Jahreszeit. Ich habe ihn damals im Kino auf deutsch gesehen, aber ich finde, im Original kommen die Emotionen viel besser rüber.
Es ist hinreißend, wie Liv Tyler sich vom romantisch verträumten, empfindsamen, vielleicht etwas naiven Mädchen vom Lande in eine kühle, beherrschte Dame der feinen Gesellschaft verwandelt. Auch Ralph Fiennes als Mann von Welt, der endlich erkennt, was ihm fehlt, ist völlig glaubwürdig. Besonders gut gemacht finde ich auch die Umsetzung des Zeitsprungs, denn der letzte Teil des Films spielt ein paar Jahre später als der Anfang.
Auch die Extras sind sehenwert. Man erfährt z.B., dass R. Fiennes Puschkins Versroman schon lange verfilmen wollte. Allerdings fand ich die Schauspieler von Olga und Lenskij in den Interviews ein bisschen seltsam ;-)
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am 12. Februar 2009
Dieser Film ist das Vorzeigeprojekt der Fiennes Familie. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht zu versuchen, ob man den großen Pushkin auf Film bannen kann. Ich habe den Versenroman von Alexander Pushkin gelesen und weiß was alles darin steckt und kann im Ansatz verstehen was es braucht um diesem Dichter gerecht zu werden. Der Film kann natürlich nicht komplett dem Buch gleichkommen, aber die Art wie dieser Film gemacht ist und wie er einen in den Bann zieht ist es mehr als Wert die DVD zu kaufen. Jeder kann ihn anders interpretieren aber jedem, der eine Ader für große Literatur hat, könnte dieser Film nicht nur gefallen sondern auch eine neue Perspektive und Ideen geben. Für mich hat es sich auf jeden Fall sehr gelohnt und ich kann diesen Film nur empfehlen.
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am 16. Februar 2015
Eigentlich ist sogar 1 Stern für diese herzlose und verständnislose Verfilmung des brillanten Romans in Versen von russischen Giganten Alexandr Pushkin zu viel. Schlecht ist in diesem Film einfach alles: Regie, Drehbuch, Schauspiel, Kostüme und Musik. Warum haben die Filmmacher einfach nicht die brillante Musik aus der Oper "Eugen Onegin" von Tschajkowskij genommen? Stattdessen haben sie am Anfang des Films irgendwelche Balkanische Musik, die zu Russland gar nicht passt, und dann russische Romanzen, die ungefähr 200 Jahre nach Pushkin und in ganz anderer sozialen Schicht entstanden sind in den Film gesteckt. Die Kostüme sind stellenweise völlige Anachronismen. Die Herrenhäuser des Mitteladels auf dem Lande in der tiefsten russischen Provinz sehen wie pompöse Paläste mit goldenen Säulen aus. Die Adeligen in der Hauptstadt benehmen sich dagegen wie Menschen aus viel niedrigerer Schicht und aus ganz anderer Epoche. Eine Szene am Anfang des Films, wo Onegin, die Zehen einer "Prinzessin" leckt hat mich einfach angeekelt mit ihrer Geschmacklosigkeit. Einfach lächerlich. Wenn ein Regisseur/-in es wagt, sich an den historischen Stoff zu wenden, muss er/sie wohl einen Berater einbinden, der sich in der Geschichte und in der Kultur auskennt. Die Charaktere des Romans sind absolut falsch verstanden und deswegen nicht entfaltet und deswegen schlecht gespielt. Die Handlungslinie ist zerrissen und für die Zuschauer, die den Roman nicht kennen, muss stellenweise unverständlich sein. Der Text und die Dialoge sind überwiegend nicht aus dem Roman genommen und passen auch nicht zu Sitten und zur Denkensweise der Romanhelden. Sie sind einfach nicht der Zeit des Romans gemäß. Wie bereits erwähnt ist der Roman in wunderbaren Versen geschrieben. Der Text des Films ist dagegen überwiegend - Prosa, bis auf die Briefe von Tatjana an Onegin und dann später von Onegin an Tatjana, die in Versen verfasst sind. Diese 2 Briefe sind eigentlich die Höhepunkte des Romans. Diese Mischung von verschiedenen Stillen bringt noch eine Dissonanz in den Film. Es soll völlig unverständlich für das unwissende Publikum sein, warum die Briefe in Versen und die ganze Handlung in Prosa verfasst sind. Dazu noch sehr schlechte Übersetzung der Versen, wenigstens in der deutschen Fassung. Was kann man noch dazu sagen? Der Film macht einen Eindruck von einer lieblosen zack-zack Arbeit. Er ist einfach langweilig und lässt den Zuschauer gleichgültig. Die Saiten der Seele bleiben unberührt. Die Familie Fiennes ist offensichtlich der Aufgabe nicht gewachsen. Früher war ich besserer Meinung von Ihnen. Für die Interessenten: John Neumeier hat in seinem neuen Ballett „Tatjana“ den brillanten Roman von Alexandr Pushkin „Evgenij Onegin“ viel talentierter und viel näher zum Original leben lassen. Das Ballett ist mit Herz und Verstand und mit viel Akribie unter professioneller Anleitung von russischen Beratern aufgeführt. Danke John Neumeier! Sonst soll man die Oper von Pjotr Iljitsch Tschajkowskij genießen. Es war nicht einmal in Russland gewagt, „Evgenij Onegin“ als einfaches Drama zu verfilmen, da der Roman überwiegend in seinen sagenhaften ausdrucksvollen, leichten und spritzigen Versen glänzt und ewig jung bleibt. Man nennt auch diesen Roman „die Enzyklopädie des russischen Lebens“ und nicht liegt Russland ferner als dieser Film.
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TOP 500 REZENSENTam 2. Januar 2011
Jewgeni Onegin erbt nach dem Todes seines Onkels einen Landsitz im Umland von Sankt Petersburg. Der Lebemann und Müßiggänger Onegin ist vom ungeschliffenen Landleben wenig angetan und betrachtet es eher spöttisch von einer höheren gesellschaftlichen Warte. Als er Lensky beim Jagen auf seinen Ländereien erwischt, freundet er sich mit dem jungen Mann und dessen Verlobten Olga an. Während der Besuche mit Lensky bei Olga verliebt sich deren Schwester Tatyana in Onegin und gesteht ihm ihre Liebe in einem Brief. Onegin jedoch weist sie ab, er will sich nicht binden versucht Tatyana los zu werden, indem er Lenskys Verlobten Olga den Hof macht. Lesky fordert Onegin zum Duell.

Sechs Jahre später begegnet Jewgeni Onegin Tatyana in Petersburg wieder, sie ist jedoch nun die Gattin seines Cousins. Zu spät erkennt Onegin, dass er damals einen großen Fehler machte und versucht Tatyana wiederzugewinnen.

Der Film ist die Umsetzung von Alexander Puschkins Versroman Jewgeni Oneginvon von 1840 und mutet dennoch sehr wie BBC Jane Austin Produktionen an. Die ganze erste Hälfte des Filmes könnte auch von Jane Austen stammen, nur dass die Hauptfigur diesmal ein Mann ist. Möglicherweise liegt dieses Gefühl daran, dass die Schauspieler alle keine Russen sind und man ihnen das auch ansieht. Liv Tyler oder Ralph Fiennes könnten einfach nicht weniger russisch aussehen, ihre ganze Art zu spielen ist einfach zu britisch, ihnen fehlt die russische Lebensfreude. Besonders Liv Tyler wirkt als Tatyana eher depressiv und starrt sehr oft elfisch dekorativ ins Leere.

Der Film an sich ist wunderbar gedreht. Große Bilder, wunderbare Optik, tolle Kostüme. Teils wirkt er wie Jane Austen, teils gleitet er fast in surreale ab. Ein echter Augenschmaus.

Was die Geschichte angeht, so ist sie zeitlos, leider. Ein begehrter Junggeselle will sich nicht binden, und weist die Frau zurück, die ihn liebt. Natürlich kann und will eine Frau nicht warten, Frauen wollen irgendwann eine eigene Familie, die biologische Uhr tickt und so wählen sie den nächsten passenden Mann, der bereit ist sich zu binden, und ihnen den Wunsch nach einer stabilen Beziehung zu erfüllen. Der bindungsunwillige Mann wundert sich dann nach ein paar Jahren, dass die Frau, die erliebte, mittlerweile mit einem anderen verheiratet ist und merkt zu spät, dass er es das Fenster in seiner Biographie verpasst hat, in dem er hätte mit einer Frau glücklich werden können. Ganz ehrlich, es geschieht Jewgeni Onegin recht, und viele der heutigen Männer sollten sich diese Geschichte zu Gemüte führen, um aus seinem Schicksal zu lernen. Müßiggang und Spaß machen einen im Leben auf Dauer nicht glücklich und keine Frau wird so lange warten, bis Mann sich nach Jahren doch mal bindungswillig zeigt.

Fazit: Ein zeitloses Thema brillant umgesetzt. Auch wenn der Film eher britisch denn russisch wirkt ein echter Augenschmaus und eine realistische Liebesgeschichte ohne den üblichen Liebeskitsch.
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am 12. Januar 2008
Ich bin per Zufall an diesen Film heran gelaufen. Ich kannte dieses Werk nicht. Der Film hat mich völlig überzeugt. Es ist ein feiner zarter Film, der mit schönen Kulissen lockt. Absolut sehenswert!
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am 28. Juli 2011
Wie oft erlebt man es nicht als Literaturliebhaber, dass man die Verfilmung eines zuvor gelesenen Werkes ansieht und nicht aufhören kann, die Mängel, Ungereimtheiten, falschen Umsetzungen und überhaupt alle Unterschiede zum Original aufzuzählen ? Insbesondere zeitgenössische deutsche Filme dieser Art nehmen sich da ja geradezu erschreckend viel "Freiheit" heraus ( als Beispiel sei nur die jüngste Umsetzung von Effi Briest genannt ) , und französische setzen irgendwie in jede Hauptrolle Gerard Dépardieu, auch wenn z.B eigentlich ein 20 Jahre in Kerkerhaft gesessener Graf von Monte Christo vorgesehen ist.
Und dann vergleiche man das einmal mit diesem vorliegenden Filmkunstwerk ! Perfekte Besetzungen, die das literarische Vorbild bis in die Fingerspitzen aufgesogen haben, perfekte Kostüme und, was das Wichtigste ist, keinerlei zeitgeistbedingte Verfremdungen, sondern ein Drehbuch, das den Inhalt ohne Kürzungen und Auslassungen wiedergibt ( was ja bekanntlich auch nicht immer gelingt ) und nahelegt, dass die Macher die Vorlage wirklich aufmerksam gelesen, und vor allem aber auch verstanden haben. Dass man trotzdem auch als jemand, der die Vorlage kennt, sogar noch neue Aspekte der Handlung abgewinnen kann, setzt dem Ganzen die Krone auf. Solche Kleinigkeiten, wie das Vorkommen eines Liedes, das zur Handlungszeit noch nicht verfasst war, kann ich da ebenso leicht verzeihen wie das miserable Russisch der Hauptdarsteller.
Es ist überhaupt erstaunlich, dass der Stoff ( immerhin DAS Epos der russischen Moderne ) von russisch/sowjetischen Regisseuren, die ja sonst sehr zahlreiche Literaturverfilmungen hervorgebracht haben, noch völlig vernachlässigt worden ist und sich stattdessen Engländer daran versucht haben. Dass ihnen hiermit ein großer Wurf gelungen ist, steht für mich jedenfalls außer Frage. An solchen Umsetzungen kann sich wirklich jeder Regisseur ein Vorbild nehmen.
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am 1. April 2013
Diese Literaturverfilmung ist äußerst sehenswert, da es mit der Liebe zum Detail insziniert wurde. Die Hauptdarsteller verleihen ihren Figuren Seele und erwecken den russischen Adel des 19. Jahrhunderts zum Leben. Auch der Außenseiter und Eigenbrödler mit einem Hang zur Verdrossenheit und Melancholie verkörpert Ralph Fiennes in Perfektion. Aber auch Liv Tyler zeigt die Wandlung von einem jungen, schwärmerischen Mädchen zur erwachsenenen Frau in ihrer Darbietung der Tatiana mit soviel Herzblut, dass man diesen Film immer wieder ansehen kann, ohne zu ermüden. Eine klare Empfehlung für diese filmische Umsetzung von Puschkins meisterlichem Literaturstück.
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am 29. Juni 2010
ich habe diese dvd für meine russischschüler gekauft. wir haben uns über puschkin unterhalten und ich dachte, wenn ich ihnen den film eugen onegin zeige, werden sie sicher mehr von der russischen kultur bzw. literatur des 19jhds. mitbekommen. ich sah diesen film auch zum ersten mal. meine schüler sind 16-17 jahre alt und während des filmes habe ich von ihnen keinen mucks gehört. das ist ein gutes zeichen :) sonst sind sie immer so laut. mir hat der film auch sehr gut gefallen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.
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