Durch die recht positive Buchbesprechung in der c't wurde ich auf dieses Buch aufmerksam und erhoffte mir sehr viel davon, dass mal eine Autorin die Geschichte von Apple überschaubar zusammenfasst.
Das gelingt Charlotte Erdmann auch im Ansatz recht gut, krankt aber leider an einigen Makeln.
Nach Jahren gegliedert behandelt das Buch die Geschichte der Firma Apple, regelmäßig gibt es eingestreute Blöcke mit kondensierten Zusammenfassungen zu Themen wie dem Weg von Mac OS 8 zu Mac OS X, der Digitalkamera die Apple vertrieb und ähnlichen Dingen.
Das Problem des Buches fängt leider schon bei der Unterteilung in die einzelnen Jahre an.
Immer wieder greift die Autorin vor und gibt Entwicklungen wieder, die sich erst im eigentlich folgenden Jahr ereigneten, diese Informationen werden dann meist im darauf folgenden Kapitel erneut erwähnt.
So verliert der Leser leicht den roten Faden und - besonders wenn er eine ungefähre Vorstellung von den eigentlichen zeitlichen Abläufen hat - fragt sich, warum diese Ereignisse jetzt geschildert werden obwohl sie erst später passierten.
Wenn das ein paar Mal in einem Buch passiert ist das kein Problem, aber wenn so etwas regelmäßig vorkommt und gefühlt nicht dazu dient Entwicklungen die über mehrere Jahre andauerten zu erläutern, sondern einfach nur den Text mit redundanten Informationen aufbläht, stört es doch stark den Lesefluss.
Ein anderes Problem sind kleine Unachtsamkeiten, die ab und zu im Text auftauchen und dann den Wahrheitsgehalt des gesamten Buches in Frage stellen.
So wird beispielsweise an einer Stelle eine "Nintendo Playstation" genannt, ein Fehler der jedem einigermaßen informierten Leser (besonders da es in den späten 90ern ein absolutes Klischee war, dass ältere Menschen ohne Ahnung die Sony Playstation regelmäßig Nintendo zuschrieben, da Nintendo die bekanntere Firma und Playstation die bekanntere Spielekonsole war) eine Gänsehaut beschert.
Der Fehler wird zwar einige Zeilen später wieder geradegerückt, da dort dann von der "Sony Playstation" berichtet wird - aber das macht es eigentlich nur schlimmer, wenn so eine Inkonsistenz niemandem auffiel.
Da es mehrere ähnlich offensichtliche Fehler gibt, muss man sich schließlich fragen, wie es um den Wahrheitsgehalt der Informationen steht, die man nicht mit eigenem Wissen verifizieren kann.
Alles in allem krankt hier leider ein guter Ansatz am durch die Zeitsprünge etwas zerfledderten roten Faden und der durch einige auffällige Fehler reduzierten Glaubwürdigkeit.
Zu Gute halten muss man dem Buch, dass es wenige vergleichbare Bücher gibt, negativ steht jedoch der relativ hohe Preis, besonders in Anbetracht der Makel die es doch hat.
Deshalb insgesamt nur 3 von 5 Sternen.