Musik ist Geschmackssache. Deshalb verstehe ich die hier häufiger geäußerte Kritik, die Scala-Songs aus dem Rock-Pop-Bereich seien ja längst nicht so gut, wie die Original-Songs überhaupt nicht:
1. Man kann doch hier bei Amazon in alle Songs hineinhören, bevor man die CD bestellt !!!
2. Einige Songs klingen eben auch wesentlich besser als das Original, "Someone New" klingt z.B. erheblich besser als das, was Eskobar mit diesem wunderbaren Text veranstaltet. "Every breath you take" klingt ebenfalls ganz anders aber keinesfalls schlechter als die Version von Police, sondern wesentlich emotionaler, was dem Text aber eher zugute kommt.
Weiterhin wird bemängelt, der Klavierpart sei zu dominant, eigentlich sogar überflüssig. Das ist totaler Quatsch. Mädchenchöre können keine Basstöne transportieren und deshalb ist das Klavier unverzichtbar, so einfach ist das. Zugegeben, das ein oder andere Mal müsste das Mitspielen der Melodie nicht unbedingt sein, aber auch das ist letztlich Geschmackssache. Wenn man bekannte Songs für einen Chor arrangiert ist es immer eine unheimliche Gratwanderung, weil natürlich jedem das Original besser bekannt ist als eine Version, die bewusst auf jeglichen popmusik-typischen Soundeffekt und rhythmischen Schnickschnack verzichtet. Und Scala wandert verdammt gut damit. Wenn da jemand meint, die sollten mit ihrer "faden" Musik doch lieber in der Kirche weitersingen, dann fällt mir nur noch ein Zitat von Dieter Nuhr ein:"Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ... Fresse halten."
Dass die Leute von Scala für einen Chor auch noch überaus erfolgreich sind, ist die andere Seite der Medaille, die vermutlich allen Beteiligten die meisten Nerven kostet, denn dafür muss man arbeiten ohne Ende. Scala hat mit eben diesem Erfolg dazu beigetragen, dass Chorsingen langsam wieder cool wird und europaweit wesentlich mehr Kinder und Jugendliche hinter ihren wummernden mp3-Öfen hervorlockt, als es manche glauben mögen.
Hut ab vor diesem Chorprojekt!!!