Und wieder einmal bekommt der Zuschauer es mit einem durchaus sehenswerten Genre-Beitrag unserer Nachbarn aus Österreich und der Schweiz zu tun. Zugegebenermaßen dürfte die Geschichte von "One Way Trip" insbesondere für Kenner der Materie nicht unbedingt viel Neues bieten, erinnert der Plot doch ziemlich stark an einen Film wie "Shrooms". Dennoch bekommt man meiner Meinung nach sehr ordentlich Horrorkost geboten, die man sich jederzeit gut anschauen kann. Das liegt vor allem an der äußerst atmosphärischen Inszenierung des Ganzen, haben die Macher des Filmes sich doch die idealen Schauplätze für das Geschehen ausgesucht, so das in etlichen Passagen eine herrlich bedrohliche Grundstimmung aufkommt, die einem sogar die ein-oder andere Gänsehaut verpassen kann. Die einsetzende Dunkelheit und ein heftiges Gewitter unterstützen diesen Eindruck noch zusätzlich, so das es in dieser Beziehung wirklich keinerlei Anlass zu negativer Kritik gibt.
So unscheinbar die Geschichte auch beginnt, so sehr schlägt sie schon nach relativ kurzer Zeit eine vollkommen andere Richtung ein und aus einem scheinbar lustigen Wochenend-Trip entwickelt sich für die Teenager ein wahres Horror-Szenario, der auch mit einigen blutigen Passagen angereichert ist. Dabei hält sich der vorhandene Härtegrad zwar in einem durchaus überschaubaren Rahmen, die Effekte sind allerdings absolut sehenswert. Die Elemente des Backwood-Slashers kommen sehr gut zur Geltung und ergeben im Zusammenhang mit der gelungenen Atmosphäre so wie dem straff gezogenen Spannungsbogen ein richtig gutes Gesamtpaket, das sich auch hinter diversen Hollywood-Produktionen keinesfalls zu verstecken braucht. Nun wird hier ganzzeitig auf ein Ende hingearbeitet, das Kenner der Szene nicht unbedingt überraschen wird, Genre-Neulinge dürften allerdings einen echten Überraschungseffekt erleben. Wie dem aber auch sei, die gesamten Ereignisse wurden äußerst gut in Szene gesetzt und Regisseur Markus Welter kann man im Prinzip nur einen gelungenen Regie-Abstecher in den Horror-Bereich attestieren.
Was man eventuell etwas bemängeln kann ist die recht oberflächliche Zeichnung der jeweiligen Charaktere, erfährt man doch prinzipiell sehr wenig über die einzelnen Personen, so das es ziemlich schwierig ist, eine wirkliche Beziehung zu ihnen herzustellen. Das ändert jedoch nichts daran, das man mit ordentlichem Schauspiel der Akteure konfrontiert wird, das sich auf einem soliden Niveau ansiedelt. Besonders ins Auge springt einem dabei allerdings lediglich Sabrina Reiter, die in der Rolle der Valerie im Mittelpunkt der Geschehnisse steht und dabei eine in allen belangen überzeugende Performance abliefert. Die anderen Figuren erscheinen eher etwas blass und werden teilweise auch zu sehr in den Hintergrund gedrängt.
Letztendlich ist "One Way Trip" ein wirklich gelungener Genre-Beitrag, der zwar nicht unbedingt vor Innovation strotzt, aber dafür eine interessante-und sehr spannende Story erzählt. Einige Passagen die im ersten Moment scheinbar keinen Sinn ergeben, erklären sich erst ganz am Ende von selbst, wenn der Zuschauer die endgültige Auflösung der phasenweise leicht mysteriösen Ereignisse kennt. Gerade für Leute die sich im Horror-Bereich noch nicht so auskennen, dürfte dieser Film eine echte Empfehlung darstellen, enthält er doch sämtliche Zutaten, die ein unterhaltsamer Horrorfilm beinhalten sollte.
Fazit:
Eine nicht unbedingt neue Story wurde hier in einer guten Verpackung präsentiert und sorgt auf jeden Fall für kurzweilige-und sehenswerte Unterhaltung. "One Way Trip" ist sicherlich kein revolutionärer Horrorfilm, jedoch ein weiterer guter Beitrag aus Europa, den man sich jederzeit zu Gemüte führen kann, ohne dabei seine Zeit zu verschwenden.