MOHA! - "One Way Ticket To Candyland"
Die internationale Presse befindet in vorbildlicher Einigkeit: MOHA! sind groß und werden wohl noch größer werden. Daß das Projekt derlei positives Medienecho auf sich vereinen kann, ist nicht selbstverständlich, denn MOHA! verfolgen musikalische Wege, die sich weit jenseits der beim schreibenden Volk so beliebten Schubladen befinden. Auf ihrer mittlerweile dritten LP zelebrieren Anders Hana und Morten J. Olsen Improvisation quer durch alle Genres. Was dabei entsteht ist ein Malstrom aus musikalischen Fragmenten verschiedenster Couleur. Partikel aus Rock, Funk, Jazz und Elektronik bilden mehr oder weniger strukturierte Songs, die sich oft eher wie der kollektive Wahn eines ganzen Orchesters als das mutwillige Produkt zweier Mitzwanziger anhört. Und genau die Tatsache, daß die beiden Norweger zu zweit diese musikalische Urgewalt schaffen und diese auch live auf der Bühne heraufbeschwören können, scheint die fachmännische Sympathie auf sie zu ziehen. Für den unvorbereiteten Hörer ist das Album allerdings harte Kost, da kaum einer der Tracks so etwas wie eine lineare Struktur aufweist, an der man sich als europäisch genordeter Musikkonsument doch gerne orientiert. Für diesen "Trip nach Candyland" muß man schon ein Faible für Atonalität, Improvisation und einen recht laxen Umgang mit ästhetischen Grenzen mitbringen, dann aber nur dann erschließt sich der Reiz des kreativen Chaos, das sich hier entfaltet.