Rusconi ist ein Jazz-Klaviertrio aus der Schweiz, das unter dem Namen Rusconi Trio schon 2004 und 2006 Aufnahmen veröffentlicht hat. Klaviertrios gibt es bekanntlich wie Sand am Meer; viele beschränken sich darauf Standards zu spielen, nicht so Stefan Rusconi (*1979, Klavier), Fabian Gisler (*1977, Kontrabass) und Claudio Strüby (*1980, Schlagzeug). Die liefern auf der neuen CD "One Up Down Left Right" grandiose Musik ab, da kann es niemand wundern, dass sie nun bei Sony unter Vertrag sind. Neu ist die songhafte Dichte und die teilweise Nähe zur Pop- und Rockmusik, vor allem durch die Verwendung von deren Rhythmen (vgl. das laid-back gespielte Schlagzeug auf "Point of no return"). Dass die drei durch und durch Jazzer sind, beweisen sie aber immer wieder durch ihre rhythmischen Soli (z.B. durch den Bass im oben erwähnten Stück). Etliche Passagen erinnern auch an "Minimal Music" oder "Easy Listening" (z.B. das Titelstück "One Up Down Left Right"). Ich bin überzeugt, Bill Evans, der die kollektive Improvisation im Trio-Jazz so markant erweiterte, hätte seine helle Freude an Rusconi gehabt. Unter dem Strich strotzt die CD nur so von Spielfreude, sie ist abwechslungsreich und spannend, fröhlich, aber nie in einem simplen oder seichten Sinn und es gibt etliche Stellen, die mir eine Gänsehaut verschaffen. Ich kann die Aufnahme vorbehaltlos empfehlen. Ich hoffe, dass man von den Jungs noch viel hören wird!