Musik ohne Gesang, kann das funktionieren? Wird das nicht langweilig? Ziel von 65 Days Of Static ist es, Gefühle und Stimmungen ganz ohne Gesang auszudrücken. Und die Briten beweisen eindrucksvoll, dass man nicht immer Lyrics braucht, um Emotionen auf musikalischem Weg zu vermitteln. Neun Songs und 37 Minuten wird man eingehüllt von Sounds irgendwo zwischen Elektronik und Gitarre die alles andere als einschläfernd sind. Nach ihrem Debütalbum "The Fall of Math", das im September erschien und anschließender mehrmonatiger Tour veröffentlichen die Musiker aus Sheffield nun ihr neues Album.
Schnelle, treibende Rythmen mit plötzlichen Breaks zu ruhigen und schmeichelnden Passagen lassen einen schnell vergessen, dass man über eine halbe Stunde gute (Rock-)Musik ganz ohne Gesang gehört hat. "One Time For All Time" wurde zwischen den unterschiedlichen Touren geschrieben und ist eine Mischung aus Verwirrung, Aufbruch und Wut neben plötzlichen Einbrüchen und einem verstörten Blick ins eigene innere. Schnelle Schlagzeug-Parts werden gepaart mit krachigen Gitarren und diese explosive Mischung wird immer weider in Wohlgefallen aufgelöst. 65 Days Of Static scheuen sich dabei nicht davor, auch Loops und Samples, Laptop-Clicks und vieles mehr einzubauen. Es wird eben alles verwendet, was das Equipment hergibt, um Emotionen zu erzeugen und zu transportieren. Entstanden ist dabei kein besonders fröhliches, aber auch kein zerstörerisches, sondern eher ein verärgertes und nachdenkliches Album, das mit jedem Hördurchlauf mehr gewinnt. Wenn man sich immer noch nichts unter der Musik vorstellen kann, dann nehme man einfach ältere kratzige Songs von Dredg und denke sich den Gesang weg - schon hat man einen Eindruck davon, was die Sheffielder auf "One Time For All Time" komponiert haben.