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Was unterscheidet "One" von "Testimony"? Zunächst ist erkennbar, dass auf der "Testimony"- Tour ein Bandfeeling zwischen Morse (vox, git, keys), Mike Portnoy (drums) und Randy George (bass) entstanden und gewachsen ist, das enorme Spielfreude ausstrahlt. Diese Rumpfband verleiht dem Album eine stärkere rockige Geschlossenheit als dem Vorgänger, der eher ein Soloprojekt war. George und Portnoy sind diesmal am Songwriting beteiligt. Statt 29 kurze Songs gibt es nur 8 Stücke, die aber bis zu 18 Minuten lang werden. Die E- Gitarren sind stärker im Vordergrund und klingen noch besser. Textlich ist "One" theologischer als das sehr persönliche "Testimony". Wo der Vorgänger stärker autobiographisch war, stellt "One" den biblischen Weg der Menschheit von der Schöpfung über Sündenfall und Vertreibung, Sehnsucht und Verzweiflung bis hin zur Rettung durch Jesus und die Wiedervereinigung mit Gott dar. Insofern ist es aber doch persönlich, dass Morse das alles für sich selbst ja in Anspruch nimmt.
Was ist gleich geblieben? Morses warme Stimme, seine kompositorische Genialität, seine musikalischen Fertigkeiten und die seiner Mitstreiter, die sonst bei Dream Theater und Ajalon spielen. Wieder schaftt das Album eine perfekte Balance zwischen schönen Melodien, verfrickelter Progressivität und raffinierten musikalischen Gimmicks, wieder lockern gelegentliche Streicher den Sound auf, wieder veredelt ein Gaststar das Album mit einem exzellenten Gitarrensolo (diesmal Phil Keaggy). Morse hat sich noch immer nicht in einen überheblichen Missionar oder Prediger verwandelt, er bleibt "einer von uns" und erzählt, was er denkt, glaubt und erfahren hat.
Anspieltipps sind der Opener "Creation" und das harte "Author of Confusion". Absolutes Highlight ist aber für mich "The Man's gone (Reprise)" Aber eigentlich ist die CD insgesamt perfekt. Erneut die Höchstnote!
Die Bonus- Disk ist nicht ganz so gut wie die erste CD, da wird doch manchmal arg weich gespült. Aber es sind immerhin fast 40 Minuten Extra- Musik, und mit U2s "Where the Streets have no Name" und The Whos "I'm free / Sparks" sind nochmal zwei Highlights vertreten. Außerdem sieht die Aufmachung in Buchform mit vielen Fotos toll aus. Leider sind die Texte der Bonus- Disk nicht abgedruckt. Na ja, drücken wir ein Auge zu.
Zusammen mit Bassist Randy George und DT-Drummer Mike Portnoy, die auch beim letzten Album mit am Start waren hat er 8 Songperlen eingespielt, die es an Tiefe und emotionaler Stärke sehr wohl mit den guten alten Neal Morse-Klassikern aufnehmen können. Es fällt schwer einen Anpieltip zu nennen, da sich das Material auf einem konstant hohen Level bewegt. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle das über 11minütige Kleinod "Help Me/The Spirit an The Flesh" hervorheben, daß sich stetig steigert um nach einem unglaublichen Instrumentalpart in einem bombastischen Chorus zu enden, daß die Englein singen.
Auf der Bonus-CD befinden sich einige Stücke, die es nicht mehr auf das Album geschafft haben sowieso ein paar nette Coverversionen bekannter Songs, wie z.B. "Where the sreets have no name" von U2.
Kurzum, Value for Money!!
Dem Zuhörer erwartet mal wieder eine Berg- und Talfahrt mit sanften und härteren Elementen, anspruchsvollem stimmlichen und intrumentalen Können, die wieder einmal beweisen, wie wunderschön, kraft- und gehaltvoll Progressive Rock sein kann!
Dieses Album ist mein persönlicher Favorit.
Ich kann es daher ruhigen Gewissens nur empfehlen!
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