"Inca Roads" ist nicht nur eines der komplexesten und besten Zappa-Stücke aus den Siebzigern, sondern auch der Höhepunkt der Zusammenarbeit mit George Duke. Danach war für diese beiden eine Steigerung kaum mehr möglich, die baldige Trennung also absehbar. Das live in Helsinki eingespielte Gitarrensolo gehört für mich zu den besten, die Zappa überhaupt je aufgenommen hat, unglaublich beweglich und dynamisch. Wen's interessiert: die Titelstücke der drei "Shut Up 'n Play Yer Guitar"-Alben sind allesamt Versionen dieses Solos.
Das übrige Material kommt zwar nicht ganz an dieses Niveau heran, bietet mit seiner weitgefächerten Stilvielfalt aber eine perfekte Ergänzung, auch wenn die ein- oder andere Idee dabei auch damals schon nicht mehr so ganz taufrisch war. Besonders gefallen mir neben dem Klassiker "Sofa" noch "Florentine Pogen" und "San Ber'dino", bei denen die aufkeimende Hinwendung Zappas zu einfacherem Blues (siehe das Folgealbum "Bongo Fury") sichtbar wird und wo folgerichtig kein geringerer als Don Van Vliet alias Captain Beefheart die Mundharmonika bedient. Insgesamt eine grandioses Album, das ich auch nach fast 25 Jahren immer noch sehr gerne höre. Erwähnenswert finde ich übrigens nach wie vor die gesanglichen Leistungen von Napoleon Murphy Brock.