Für mich ist dieser One Piece der bisher beste der Reihe - und das will schon was heissen bei mittlerweile 62 Bänden. Nach dem 8 Bände andauernden Alleingang Ruffys durch Impel Down und den Krieg zwischen Marine und Whitebeard und der erneuten Zusammenführung der Strohut Bande in Band 61, sieht man die Piratentruppe nun erstmals wieder in Aktion. Es ist erstaunlich wie natürlich das nach dem massiven Einschnitt in die Handlung wirkt; Meister Oda beweisst wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit und verleiht der in den letzten Jahren sich etwas in (sicherlich bombastisch inszenierten) Kämpfen verlierenden Serie neuen Schwung.
Schon beim Lesen des ersten Kapitels stellt sich das unnachahmliche One Piece Feeling ein; skurille Figuren und Schauplätze, infantiler bis spitzfindiger Humor, opulenter Zeichenstil und eine Fülle an glaubhaften Charakteren. Besonders gelungen ist die Darstellung der Unterwasserwelt und der Fischmenscheninsel; plastisch, fließend und mit geradezu minimimalistischen Hintergründen und unzähligen Details. Das ganze wirkt wie ein Skypia unter Wasser, hat dabei aber seinen ganz eigenen Charm. Natürlich gibt es in diesem Band keine großen Kampfszenen: einen kleinen Vorgeschmack auf die neuen Kräfte der Strohhüte aber schon.
Mit Band 62 kehrt One Piece zu seinen Wurzeln zurück und macht dabei alles richtig. Fast schon routiniert baut Meister Oda seinen neuen Storyarch auf und nichts wirkt bemüht oder lustlos (für eine serie die schon so lange läuft ist das nicht selbstverständlich, siehe Bleach). Ich empfehle, diesen Band abends bei Sonneschein im Garten oder auf dem Balkon zu lesen, dazu ein kühles getränk und einfach nur zu geniessen, keine anspruchsvolle Lektüre zweifellos, aber herzerwärmend.