Neil Finn hat die Kurve bekommen: nachdem seiner erste Solo-CD "Try whistling this" deutlich anzuhören war, daß er sich von Crowded House lösen wollte, hat er diesen scheinbaren Zwang, der ihn manchmal abdriften ließ, auf "One Nil" abgelegt. Hier finden sich wieder solche Melodien, wie sie Crowded House-Fans seit 1986 lieben - ohne daß sich die Songs der neuen CD nach der 1996 aufgelösten Band klingt - was nicht zuletzt an Tchad Blakes Aufnahmen liegt....
Titel wie "The Climber", "Anytime" & "Driving me mad" besitzen einfach traumhafte Melodiebögen und klingen einfach nach Neil Finn. Insbesondere jene Titel, in denen Sheryl Crow die Backing Vocals beisteuert, sind zu empfehlen, da sich die beiden Stimmen fantastisch ergänzen - dementsprechend bester Song der CD und damit in einer Reihe stehend mit Finn-Klassikern wie "Don't dream it's over", "Better be home soon", "Into Temptation" und "Private Universe" ist das wunderschöne "Turn and Run".
Daß ich der CD trotz allem "nur" 4 Sterne gebe liegt lediglich daran, daß Neil Finn erstens live und "unplugged" noch besser ist und zweitens, daß er selbst die Meßlatte mit den Crowded House-Klassikern "Temple of low men" und vor allem "Together alone" so extrem hoch gelegt hat...