"One from the modern" war das vierte OCS Album. Es erschien in einer schwierigen Zeit für UK Bands, 1999.
Warum schwierig? Britpop war soeben verstorben und viele Bands verloren damit auch ihren Artenschutz. Zuvor wars so: Alles englische bekommt Britpop Stempel verpasst und gilt als cool. Doch was nun, ohne die Welle? Für viele Bands bedeutete es das aus, andere wiederum versuchten sich krampfhaft an neuen Stilen und gingen auf der Irrfahrt zum Hörer verloren. Ocean Colour Scene taten nichts von dem, sie setzten das '97er Album "Marchin already" einfach fort. Heraus kam ein sehr gutes Album, der Beatles Einfluss ist stärker als je zuvor. Doch wie gesagt, nun galt das plötzlich nicht mehr als cool, und das Album wurde sowohl vom Publikum als auch von Kritikern eher verhalten aufgenommen. Veralteter "Dad-Rock" wurde das genannt. War zu erwarten, etwa zu jener Zeit fing die Musikindustrie damit an, sich entgültig auf die Zielgruppe "12-16 Jahre" zu konzentrieren. Klar, die Erwähnung von "Modern" im Albumtitel ist fast ein Witz - modern klingt hier nämlich nichts. Aber das ist ja nicht gleichbedeutend mit Schlecht. So viele gute Songs finden sich hier, besonders "Emily Chambers" ist hervorzuheben, hat bißchen was vom 60er Psych-Pop. Naja, und wie schon der Vorgänger findet sich hier nichts kantiges mehr wie auf ihrem Meisterwerk "Moseley Shoals", es gibt ein paar rockigere Nummern, die aber leider nicht mehr so erdig sind wie auf erwähntem 96er Album. Zum Beatles Sound gesellt sich übrigens auch ein bißchen Jeff Lynne Sound, passt ja halbwegs ("No one at all").
Mags für manchen auch etwas zu seicht ein, schlecht ist hier kein Song. "One from the modern" ist ein sehr gutes Post Britpop Album, das nahtlos an die Vorgänger anschließt.