Ein ulkiger Titel für eine Band, bei der bislang eher die Frage gestellt wurde, ob man es hier vielleicht doch mit einer one woman show der Sängerin Nikki zu tun hat. Das Debut der Mannheimer Soul-Senkrechtstarter lässt solche Spekulationen locker im Mülleimer landen. Wie auch live präsentiert sich die Guerrilla auf Platte als perfekt und kompakt groovende Einheit.
Lange hat man auf die Groove Guerrilla in Albumlänge warten müssen und die Gretchenfrage dabei war, ob es gelingen wird, die unglaubliche Live Atmosphäre, die bei Gigs herrscht, auch in Rillen zu pressen. Ist es. Alles was man am Guerrilla-Sound an Dynamik und Wärme zu schätzen gelernt hat, kommt auch aus den heimischen Lautsprecherboxen.
Seit fünf Jahren bespielen die sechs Musiker Mannheim und Umgebung unermüdlich mit ständig wachsendem Erfolg, seit letztem Jahr sind sie auch zunehmend bundesweit und in auch mal im nahen Ausland (Istanbul!) präsent. Nun hält die Formation, die strapaziös oft als Mannheims neue Soul Hoffnung apostrophiert wurde, ein Werk in Händen, das dieser Vorgabe irgendwo zwischen Soul, Funk und HipHop mit Leichtigkeit gerecht wird. Nicole Hadfields Stimme gelingt mühelos, was die Sängerin auch vor (jedem) Publikum ausmacht "sie fängt den Zuhörer ein" und ist dabei in ein rundum stimmiges Soundgebilde eingebettet. Nikki und ihre fünf Jungs servieren ein Paket locker groovender, gut gelaunter Musik, die trotz dieser Attribute niemals in Oberflächlichkeit abdriftet. Butterweich schmiegen sich die Rhythmus-Sektion, mit Gitarre und Fender Rhodes an ihre charismatische Frontfrau, unterfrickelt von Dj Slick dem Wizzard mit Gefühl an den Turntables.
Zu den Höhepunkten der Platte zählen der Opener "One Man Show", gefolgt vom dem wunderbar relaxten "My Philosophy" - "sitting in the sun, smoking swasi weed", wer wollte da nein sagen? Ihr Heimat Swasiland besingt Nikki außerdem in dem Track "Swazinities" und "Miss Thing" zieht auch fast ein Jahr nachdem es als Single veröffentlicht wurde noch in seinen Bann.
Die One Man Show eignet sich ebenso gut zum Feiern wie zur entspannten Rückenlage im Liegestuhl. Sehr passend zur Jahreszeit, das Timing der GG-Crew und ihrer Plattenfirma Beats around the Busch Music (Label von u.a. Xavier Naidoo) stimmt. "Their Philosophy" "gut Ding will Weile haben" wurde also in jeder Hinsicht souverän umgesetzt.