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Der 31-Jährige Sänger und Songwriter präsentiert mit
One sein vielschichtigstes und zugleich spirituellstes Album seiner Karriere. Seit seinem aufsehenerregenden Debüt
Ancient Spirit (2000) zählt Patrice unbestritten zu den auch international sehr stark beachteten Aushängeschildern der deutschen Musikszene. Mit den 13 neuen Songs stellt er einmal mehr seine fast grenzenlose Kreativität unter Beweis. Unterstützt von den Produzenten und Soundtüftlern Russell Elevado (Roy Hargroove, Blackalicious, Keziah Jones, Angelique Kidjo) und Tom Elmhirst (Amy Winhouse, Adele) sowie der Violinistin Izzie Dunn, die für die Streicherarrangements verantwortlich zeichnet, liefert Patrice eine ungemein abwechslungsreiche, detailverliebte Platte ab, die den Hörer von der ersten Sekunde an in ihren Bann schlägt. Bereits der Auftaktsong, das mit einer wunderschönen Melodie veredelte "The Maker", verschlängt einem fast den Atem. Nicht weniger faszinierend klingen aber auch die darauffolgende Version des Nina Simone- bzw. "Hair"-Klassikers "Ain't Got No (I Got Life)" sowie das mit einem schleppenden Beat unterlegte "Fading Away". Patrice hat auch diesmal nichts dem Zufall überlassen und erweist sich in Songs wie "Walking Alone" oder "Kingfish" wiedereinmal als begnadeter Geschichtenerzähler. Sein musikalisches Referenzsystem, verankert zwischen Bob Marley, Fela Kuti und klassischem Soul, hat sich in den letzten zehn Jahren zwar nur wenig verändert, dafür bewegt er sich zwischen diesen unverrückbaren Eckpunkten auf
One so souverän wie nie zuvor.
--Franz Stengel
Sein fünftes Album in zehn Jahren präsentiert Patrice in Höchstform. Auf 'One' vereint er all seine Einflüsse zu einem Ganzen, das größer ist als die Summe der einzelnen Teile. Schon die Single "Walking Alone" zeigt eindrucksvoll, wie Patrice seinem eigenen Anspruch gerecht wird, aus verschiedenen Bestandteilen etwas Neues zu mischen. Den Kontrast zu den melancholischen Lyrics setzen Geigen und treibende Beats, die entfernt an "Yot Got Me" von The Roots erinnern. Das Überblenden von verschiedenen Gesichtern im schwarz-weißen Video lässt dagegen Gedanken an den Clip "Cry" von Godley & Creme aufkommen. Der Songtext beschreibt einerseits die Einsamkeit eines jeden Individuums, zelebriert andererseits aber auch diese Rückzugsmöglichkeit. So will Patrice zum Beispiel nicht rund um die Uhr erreichbar sein: "I am walking alone./ Sometimes I don't even feel like opening my mailbox, no./ And I don't even feel like answering my phone."
An der Produktion von "One" haben unter anderem so unterschiedliche Leute wie DJ Farhot (Nneka, Culcha Candela), Sly & Robbie, Bassist Pino Palladino und der britische Grammy-Gewinner Tom Elmhirst (Adele, Amy Winehouse) mitgearbeitet. Dass der Reggae-Singer/Songwriter Patrice noch nie Berührungsängste mit anderen Genres hatte, beweist auch die beeindruckende Liste der bisherigen Kooperationspartner: Jan Delay hat für ihn schon vor zehn Jahren das Stück "Party" produziert. Für die Brothers Keepers engagierte er sich mit dem Allstar-Track "Will We Ever Know" zusammen mit Eased von Seeed, Gentleman, Nosliw, D-Flame, Bantu und Don Abi gegen Rassismus. Mit dem Silly Walks Movement nahm Patrice gleich eine ganze EP gemeinsam auf. Außerdem sang er Songs mit unter anderem Keziah Jones, Dynamite Deluxe, Saian Supa Crew, Curse, Metaphysics von Söhne Mannheims und Laygwan Sharkie. Mit dem zuletzt genannten Rapper, der ursprünglich aus Simbabwe stammt, präsentierte Patrice schon 2006 "Don't Cry" auf seiner Live-DVD "Raw & Uncut". Nun hat er das Stück über einen Jungen, der von seinen Eltern im Stich gelassen wird, aber die Hoffnung nicht aufgeben soll, für "One" noch einmal aufgenommen. Neben solch gesellschaftskritischen Texten gibt es aber natürlich auch wieder reichlich Liebeslieder wie das mit Bläsern untermalte "'Nothing Else's" oder das akustisch gehaltene "Nothing Better".
Richtig Spaß macht dann noch das bass-lastige "Kingfish", das nach einem jamaikanischen Slangausdruck für einen coolen Wagen benannt ist. Wobei Patrice seinen Lyrics nach nicht die neuesten Tunes durch seine Woofer-Boxen pumpt, sondern lieber Rastafari-Songs, Bob Marley und King Tubby (der maßgeblich die Entwicklung des Dub-Sounds beeinflusste) abfeiert. Als weitere Referenz an die gute alte Zeit covert Patrice außerdem "I Ain't Got No (I Got Life)" von der US-amerikanischen Blues-Sängerin Nina Simone. Dazu gibt es ein sehr cooles Zeitraffer-Video, welches das Motiv mit den Lautsprechern vom Album-Cover mit Hilfe ein paar nackter Helfer zum Leben erweckt. Schließlich singt Patrice ja auch, dass er im Grunde nichts weiter braucht als einen gesunden Geist und Körper: "Ain't got no father, ain't got no culture./ Ain't got no friends, ain't got no schooling./ Ain't got no love, ain't got no name./ Ain't got no ticket, ain't got no token. Ain't got no God./ I got my hair, I got my head./ I got my brains, I got my ears." Und für all die Hörer, die wie er mit Hirn, Herz und Hand ihr Bestes geben und einfach ein bisschen gute Musik zum Leben brauchen, hat Patrice mit 'One' den passenden Soundtrack zum Spätsommer abgeliefert.