Auch mit Album Nummer fünf jagt Maximilian Hecker der Trauer der Welt hinterher: Melancholischer Indie-Pop wie eh und je.
Die deutsche Plattenindustrie trieb Hecker 2007 dazu, sein Glück im Ausland zu suchen. Nach der Trennung von Kitty-Yo Records 2006 und dem Abschied des Labels V2 ein Jahr später sah er keine andere Möglichkeit, als sein Album auf eigene Kosten aufzunehmen. Seine überraschende Popularität in Asien kam ihm da gerade Recht. Jetzt kehrt er mit sensiblem Indie-Pop zurück - der letzte Versuch die Heimat mit seiner Melancholie zu fesseln? "One Day" bietet viel Stoff, der zum Träumen anregt, vor allem aber die Tränendrüsen attackiert.
Das Album beginnt sehr verträumt. Hecker singt gefühl- und hoffnungsvoll zum Piano und den akustischen Gitarren "The Space You Are In". Einzelne neblig-klingende Klavier-Töne geben dem Titel eine markante Note. Weitere Akustik-Stücke, wie "The End Of Longing", "This House Called Love" und "Letters From You" reihen sich aneinander, alle ähnlich - was das Album sehr schläfrig macht. Dann - ganz plötzlich - kommt doch noch ein Wenig Schwung auf. "Misery" und "Summerwaste" tönen mit elektrischen Gitarrenriffs zu Beginn und wirken wesentlich dynamischer als der Rest auf "One Day". Mit letzterem befindet sich sogar Synthesizer-Pop auf dem Album, der den Titel zum Highlight macht. Dank elektrischer Minimal-Beats setzt Hecker hier Akzente. Dies bleiben aber auch die lebahften Momente.
Ansonsten ertränkt sich der Berliner Singer-Songwriter wie gewohnt im Selbstmitleid. Durch das Hauchen, die bekümmerten Stimmlagen macht sich schnell eine schwermütige Stimmung breit. Bestes Beispiel hierfür ist der Titel "This Poison Called Love". Viele weiblichen Fans möchten Maximilian Hecker in diesem Moment sicherlich fest in den Arm nehmen, der Rest verlangt jedoch nach Tempo - vergebens.
"One Day" knüpft an seine Vorgänger an. Hecker singt überwiegend schmachtend und zart. Für Fans wird das Album somit keine große Überraschung bereithalten. Heckers Musik verlangt die entsprechende Stimmung: Gut zum Träumen, Dösen oder sich im Selbstmitleid Verlieren.
Sebastian Wiczak
Produktbeschreibungen
Hecker,Maximilian - One Day