Mit groovigem Bass, schönen Harmonien und der ' besonders für die Arachnaphobiker ' lustigen Textzeile 'I saw a spider ' I didn't scream' beginnt das zweite Album von Katy Perry. 2001 Brachte die 1984 geborene US-Amerikanerin ihr Debüt heraus. Damals noch unter dem Namen Katy Hudson und ohne kommerziellen Erfolg. Um Missverständnissen vorzubeugen benannte die Sängerin ihren Nachnamen in Perry ' dem Geburtsnamen ihrer Mutter ' um. Ansonsten wäre sie sicherlich mit der Schauspielerin Kate Hudson verwechselt worden.
Ihr erstes Album ist mir unbekannt, aber dieses hier ist auf jeden Fall ein fetziges. Fast immer grooviger, treibender, lustiger Pop mit netten, unkomplizierten Texten. Einfach gute Unterhaltung. Besonders die zwei Smash-Hits 'I Kissed A Girl' und 'Hot N Cold' eignen sich Prima als Partykracher.
Wie jedes normale Pop-Album ist hier auch jeder Song im einfachen Strophe-Refrain-Schema aufgebaut. Die Songs sind drei bis vier Minuten lang. Auch Balladen, wie z.B. die dritte Singleauskopplung 'Thinking Of You' sind mit enthalten. Live habe ich das Stück einmal gesehen, wobei ich staunen musste, als ich Katy Perry an der Akustikgitarre gesehen hab. Tatsächlich spielt sie auf diesem Album auch einige Instrumente. Wie z.B. das Piano im ruhigen 'I'm Still Breathing', bei dem die Stimme von Perry übereinander geschichtet wird. In 'Ur So Gay' bedient sie die Whistles. Auch nicht schlecht. Ein Song, wo der Gesang auch mal richtig interessant klingt.
Hinzu kommt aber noch, dass Katy am Songwriting mitbeteiligt ist. Die Smash-Hits 'I Kissed A Girl' und 'Hot N Cold' schrieb sie zusammen mit den mir unbekannten Leuten Lukasz Gottwald, Max Martin, sowie nur bei 'Hot N Cold' Cathy Dennis. Drei Stücke schrieb die Gute sogar selber. Diese sind der Titeltrack, das ebenfalls schon erwähnte 'Thinking Of You', bei dem man Vergleiche mit Shania Twain ziehen kann, sowie das überaus rockige 'Mannequin'.
Der Einsatz an elektronischen Klängen ist hier nicht übertrieben worden, das Album ist also nicht wie so mancher Pop überproduziert. Stattdessen werden elektronische Klänge gekonnt mit Gitarre und Bass zu einer gut klingenden Speise zusammengemixt. Die Stücke sind von der Instrumentierung her facettenreicher als manch so anderes Popalbum aus den Charts. Punk-Rhythmen und der dazugehörige Gesang in 'Waking Up In Vegas' und 'I'm Still Breathing' lassen Vergleiche mit der meiner Meinung nach von der musikalischen Qualität darunter liegenden Avril Lavigne zu.
Mir gefällt besonders 'Hot N Cold'. Da gibt's außer druckvoller Strophe und knalligem Refrain auch eine sehr geile Bridge. Und immer wenn man denkt, der Refrain kommt nicht mehr, knallt er nahezu überraschend aus den Boxen! Sehr geil!
Bei 'I Kissed A Girl' outet sich die Katy vielleicht. Wer weiß! Sei's drum. Auch ein toller Hit, der zurecht wie 'Hot N Cold' in vielen Länder die absolute Spitze der Charts erreicht hat.
Das mit Akustikgitarre ausgestattete 'Lost' erinnert mich an irgendeinen anderen Interpreten. Ich komme nur nicht drauf, welchen.
Die restlichen Songs sind allesamt nette 'Dudel'-Stücke. Als ich Katy Perry nur aus dem Radio kannte, machte ich den Fehler, sie in die gleiche Kategorie wie Britney Spears und Konsorten zu stecken. Als ich jedoch von ihren stimmlichen, songwriterischen, sowie instrumentalen Fähigkeiten mitbekommen habe, wusste ich, dass Katy mit der drei Jahre älteren, und dabei in allen Belangen wesentlich(!) unfähigeren Britney Spears nicht zu vergleichen ist. An dieser Stelle deshalb eine offizielle Entschuldigung bei Mrs Perry!
Fazit: Gutes Pop-Album, aber dennoch nicht zu vergleichen mit der genialen Popmusik in Zeiten von Eurythmics und co'
Anspieltipp(s): 'I Kissed A Girl', 'Hot N Cold', 'One Of The Boys'
Vergleichbar mit: Avril Lavigne, Shania Twain