Once a wich ist mal ein Buch der etwas anderen Sorte, was mir besonders gut gefallen hat.
Tamsin ist nicht die klassische Heldin, Gabriel nicht der typische Kavalier und dieses Abenteuer nicht das Übliche.
Tamsin gehört zu einer Familie mächtiger Hexen, die sehr weit in die Geschichte zurück reicht. An dem Tag ihrer Geburt hat ihre Großmutter prophezeit, dass Tamsin die mächtigste aller Hexen sein würde, die es je gegeben hat. Doch diese Prophezeiung scheint sich nicht zu erfüllen. Sie wird älter und älter und älter, ohne, dass sich ihre magischen Kräfte zeigen.
Siebzehn Jahre später treibt es das junge Mädchen immer weiter von zu Hause weg, als einzige untalentiert, stets mit dem Gefühl des Versagens im Magen.
Sie besucht eine Schule außerhalb, hat sich mit ihrem Los abgefunden und will eigentlich nur noch ein ganz normales Mädchen sein ' weit weg von all dem Zauber zu Hause, der ihr verwehrt zu sein scheint. Aber wie das so ist, mit Wünschen, die man erzwingen will, sie wenden sich gegen einen. Und als eines Abends ein Fremder in dem Buchladen von Tamsins Großmutter auftaucht, weiß sie noch nicht, dass sich ihr Leben von Grund auf verändern wird und nichts ist, wie sie immer geglaubt hat, dass es sei. Unüberlegt nimmt sie einen Auftrag von diesem Fremden an, der sie für ihre begabte Schwester hält und mit Hilfe eines alten Freundes, versucht sie diese Aufgabe zu erfüllen. Was sie damit anrichtet, wird erst klar, als es schon zu spät ist.
Dieses Buch beleuchtet das Magische und Mystische mal von der anderen Seite, nämlich von den vermeidlich Unbegabten. Das ist es, was das Buch so außergewöhnlich macht. Sie soll die Eine, Große sein, mit den mächtigsten Fähigkeiten, die man je gesehen hat und scheint sich als magiefrei zu entpuppen. Der Autorin gelingt es sehr gut, Tamsins Gefühlswelt authentisch darzustellen, wie sie sich ausgegrenzt, verlassen und als das schwarze Schaf der Familie fühlt. Wie sie versucht, mit dem Gefühl umzugehen, unerwünscht und fehl am Platz zu sein.
Alle Charaktere sind überzeugend, greifbar und realistisch gestaltet. Man erkennt feste Persönlichkeiten und kann sich sehr gut mit der Hauptfigur identifizieren. All ihre Handlungen, mögen sie auch noch so töricht erscheinen, bleiben immer irgendwo nachvollziehbar, betrachtet man ihren Hintergrund.
Die Geschichte startet etwas langsam und langatmig, gewinnt dann aber an Tempo und Intensität, bis man schließlich mittendrin steckt und fasziniert ist. Eine Mischung aus Familiengeheimnissen, Zeitreisen, Liebeschaos und Selbstfindung erzeugen im voran geschrittenen Verlauf eine ungemeine Spannung. Es macht Spaß, mit zu rätseln, was vor sich geht, Theorien zu spinnen und dabei herzhaft über die brisanten Dialoge Tamsins und Gabriels zu lachen. Humor und Action, Liebe und Drama, Abenteuer und Magie ' alles dabei.