Mimi Alford war 19 Jahre als sie während eines Praktikums im Pressebüro des Weißen Hauses John F. Kennedy unerwartet begegnete und er sie ohne viele Umstände in seine Privaträume dirigierte. Daraus ergab sich eine Beziehung, die rund 18 Monate dauerte und von den Organisatoren im Weißen Haus nicht nur gedeckt, sondern die Treffen und gemeinsamen Reisen sogar arrangiert wurden.
Für Mimi war es erheblich schwieriger, ihrem Umfeld gegenüber sich nichts anmerken zu lassen. Als sie einen ihrer Erziehung und sozialen Stellung adäquaten Mann kennenlernt, der sie heiraten will, glaubt sie auch, ihn zu lieben, verlobt sich mit ihm und ergreift damit die Chance, sich von Kennedy zu lösen. Die Trennung ist jedoch noch nicht so ganz vollzogen, als Kennedy kurz vor ihrer geplanten Hochzeit ermordet wird. Über dieser Nachricht bricht sie zusammen und sieht keinen anderen Weg, ihr Verhalten zu erklären, als ihren Verlobten einzuweihen. Tony reagiert zunächst sehr ungehalten, will die Fassade aber unbedingt aufrecht erhalten und heiratet sie trotzdem, obwohl es nicht der richtige Weg sein kann. Tony ist es auch, der darauf besteht, dass sie mit niemandem über ihre Beziehung zu Kennedy spricht. Darüber setzt sich Mimi allerdings nach mehr als 10 Jahren erstmals hinweg und öffnet sich gegenüber einigen wenigen Personen ihres Vertrauens.
Ihre Ehe erklärt Mimi in den ersten 13 Jahren als glücklich, obwohl immer noch JFK, bzw. die Schuld", die Mimi sich aufgeladen hat, zwischen den Eheleuten steht. Sie bekommen zwei Kinder. Nach weiteren 13 Jahren des Nebeneinanderher-Lebens verlangt sie die Scheidung und rennt damit offene Türen ein.
Mimi Alford hätte nie von selbst in der Öffentlichkeit über ihre Zeit mit Kennedy gesprochen. Erst als sie durch Andeutungen in einer Kennedy-Biografie von einem Journalisten ausfindig gemacht wird, bestätigt sie die Beziehung zu JFK. In den USA wird dadurch einiger Staub aufgewirbelt und ihr nicht geglaubt, dass Mr. President" sich mit einer 19jährigen Praktikantin über einen längeren Zeitraum vergnügt hatte.
Mit ihrem Buch holt sie nach meiner Meinung zu einem Befreiungsschlag aus.
Jahrzehntelang die Beziehung zu Kennedy als Geheimnis zu bewahren, muss eine unglaubliche psychische Belastung gewesen sein. Aus heutiger Sicht erscheint es für viele Kritiker unverständlich, dass Mimi sich auf JFK eingelassen hat. Sie hätte ja Nein" sagen können, wird ihr vorgeworfen.
Mimi Alford macht jedoch in ihrem Buch ihre Situation wunderbar verständlich. Es waren die frühen 60er-Jahre, das darf man keinesfalls vergessen. Zu dieser Zeit waren 19jährige offensichtlich auch in den USA noch naiv. Ihre Schilderungen bleiben zu jeder Zeit von einer großen Zuneigung, wenn nicht Liebe, und Loyalität gegenüber JFK getragen. Für mich: absolut glaubwürdig und lesenswert!