... und irgendwie verdammt gut! Erinnert mich als Ayreon Fan seit "The Final Experiment" an die stark unterschätzte "Actual Fantasy" CD. Von der eher "molligen" Grundstimmung her. Anders als bei den Ayreon Ausflügen gibt es hier jedoch einige Unterschiede.
1) Das Ganze hört sich hier (obwohl Projekt) sehr stark nach echter Band an. Die Musiker sind einfach näher beisammen, was das Zusammenspiel angeht. Die Scheibe klingt trotz absolut perfekter Produktion (Hut ab an dieser Stelle!) auf eine Art spontan, wie man es bei einem alten Hasen wie Lucassen eigentlich nicht erwarten konnte.
2) Das ganze hört sich (trotz vieler Samples) ungemein organisch an. Nicht daß die Ayreon Scheiben je einen "Techno"-Anstrich gehabt hätten, aber dieses Mal klingt alles nochmal "echter".
3) EIN Sänger. Und was für einer!
4) Kein ausuferndes Konzeptalbum. Zwar ein gemeinsamer Rahmen, aber keine Story, keine Oper, einfach nur sechs richtig geile Progperlen.
Kompositorisch kann diese Platte natürlich ihren Herrn und Meister nicht verleugnen, allerdings schafft es Lucassen mit Guilt Machine sich irgendwie neu zu erfinden.
Kann die Scheibe als Fans wärmstens ans Herz legen. Und auch Hörer von Procupine Tree oder Pain of Salvation sollten unbedingt mal ein Ohr riskieren.
Zur Musik: 6 sphärisch vertrackte Progressiv-Diamanten in Regenstimmung (nie aber ohne Silberstreif am Horizont) in Überlänge (und ohne Längen). Macht glatte 5 Sterne.
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Nachtrag: Ebenfalls hervorzuheben sind das exquisite Schlagzeugspiel, daß ungemein abwechslungsreich ist und auch die ruhigen Passagen wunderbar veredelt; gleiches kann man für die härteren Passagen von der Gitarristin sagen. Macht zusammen mit Multiinstrumentalist Lucassen ein echtes Dreamteam. Ich hoffe es gibt von Guilt Machine nochmal Nachschlag.
Zur DVD: Nicht ganz so opulent ausgestattet wie sonst, aber durchaus ihre zwei Zusatzeuro wert. Das Interview ist eher schlicht, der Videoclip ist Durchschnitt, dessen Making-of ebenfalls. Sehr nett sind die Audio-Zugaben (Radio-Edits, Vorproduktion und eineinhalb unveröffentlichte Stücke (The Stranger Song und Fan-Messages), die man aber gerne noch in Audioplayer-verträglichem Format hätte unterbringen können.